Vier mal zehn Fonds: Die besten Krisenmanager 2022 - Fondsnews


16.01.23 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Wie konnten die vermögensverwaltenden Fonds das turbulente vergangene Jahr meistern, fragen die Experten von "FONDS professionell".

Das Analysehaus MMD habe ausgewertet, welche zehn Manager in den vier wichtigsten Kategorien vorne gelegen hätten - und wie sich das Produktsegment insgesamt geschlagen habe.

Vermögensverwaltende Fonds (VV-Fonds) hätten ihren Anlegern im vergangenen Jahr im Schnitt einen Verlust von zwölf Prozent beschert. Das zeige eine Marktauswertung von MMD Analyse & Advisory, einem Research- und Beratungshaus aus Arnsberg im Sauerland.

Fast 99 Prozent aller 1.200 untersuchten VV-Fonds, die über zehn Millionen Euro verwalten würden, hätten der Erhebung zufolge 2022 ein negatives Ergebnis verbucht. Zur Begründung verweise MMD auf die turbulenten Märkte - fast alle Anlageklassen und -segmente hätten im Minus abgeschlossen. "In diesem herausfordernden Marktumfeld gestaltete sich das Asset Management für VV-Fonds enorm anspruchsvoll", betone das Analysehaus.

Globale Aktien, gemessen am MSCI World in Euro, hätten im vergangenen Jahr 12,3 Prozent an Wert eingebüßt. Staatsanleihen, gemessen am deutschen Rentenindex Rex-P, hätten mit 11,9 Prozent ebenfalls zweistellig verloren. Mit Blick auf die reine Wertentwicklung hätten sich die VV-Fonds mit ihrem durchschnittlichen Verlust von zwölf Prozent also nicht von den Aktien- und Rentenmärkten abkoppeln können.

MMD verweise jedoch darauf, dass dieses Ergebnis mit einem im Vergleich zum Aktienmarkt niedrigen maximalen Verlust erwirtschaftet worden sei. "Die Auswertung zeigt, dass sich das Verlustrisiko durch VV-Fonds verringern lässt", so die Analysten. "Alle Kategorien konnten die maximalen Verluste im Vergleich zu den großen Aktienindices beschränken. Dennoch ist der Anleger auch bei defensiv ausgerichteten Produkten nicht vor Verlusten geschützt."

"Für eine leistungsgerechte Bewertung des Fondsmanagers sollten die VV-Fonds im Detail und über einen längeren Zeitraum beobachtet werden", würden die Arnsberger Analysten betonen. Dabei könnten in einem ersten Schritt quantitative Rankings wie das MMD-Ranking helfen, eine Vorauswahl zu treffen.

"Beim MMD-Ranking fließen neben den Performanceleistungen auch Risikokomponenten zu 50 Prozent mit in die Bewertung ein", erläutere MMD-Geschäftsführer Nicolai Bräutigam. "So kann mit einem Blick erfasst werden, welche VV-Fonds ein angemessenes Chance-Risiko-Profil aufweisen. Und vor allem kann man auch abgleichen, ob Kursgewinne, die kurzfristig erzielt wurden, auch auf lange Sicht bestätigt werden."

Wer habe im vergangenen Jahr die Verluste begrenzen oder sogar ein Plus ausweisen können? Die Top-Ten aus jeder VV-Fonds-Kategorie seien unter dem folgenden Link zu finden.

Defensive VV-Fonds
Die vermögensverwaltenden Fonds der defensiven Kategorie hätten das Jahr mit einem Minus von durchschnittlich 10,6 Prozent abgeschlossen. Der Lazard Patrimoine SRI (ISIN FR0013135472 / WKN A2JFPF) habe dabei die Bestenliste mit einem Plus von 0,7 Prozent angeführt und dies bei einem maximalen Verlust von 4,3 Prozent erreicht. Durchschnittlich habe der maximale Verlust bei den defensiven VV-Fonds, gemessen am MMD-Index Defensiv, mit zwölf Prozent deutlich darüber gelegen. Dies spiegele sich auch im MMD-Ranking für ein Jahr und drei Jahre, wo der Fonds mit jeweils fünf Sternen zum besten Fünftel der Vergleichsgruppe gehöre.

Ausgewogene VV-Fonds
Der MMD-Index Ausgewogen, der die Entwicklung der VV-Fonds in dieser Peergroup messe, habe im vergangenen Jahr 11,4 Prozent verloren. Am besten habe in dieser Kategorie der Ninety One GSF-Global Multi-Asset Income Fund mit einem Plus von 0,5 Prozent abgeschnitten. Auch mit Blick auf das Risiko habe der Fonds mit einem Maximum Drawdown von 7,8 Prozent den Durchschnitt der ausgewogenen Kategorie (-13,3 Prozent) hinter sich gelassen. Den niedrigsten maximalen Verlust unter den Top-Ten-Fonds habe der zweitplatzierte BL Fund Selection 0-50 verzeichnen können (-5,5 Prozent). Auch im MMD-Ranking habe dieser Fonds zum Stichtag 31.12.2022 unter den besten 20 Prozent für ein Jahr und ebenso für drei Jahre gelegen.

Offensive VV-Fonds
Die offensiven VV-Fonds hätten in den zwölf Monaten bis Ende 2022 durchschnittlich 12,3 Prozent abgeben müssen und damit die höchsten Verluste verzeichnet. Deutlich über dem Durchschnitt und der Beste innerhalb der Kategorie sei der Ende 2021 aufgelegte Quint Global Opportunities mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent gewesen. Dies habe der Fonds mit einem Maximum Drawdown von knapp sechs Prozent erreicht, während der Kategoriedurchschnitt 14,45 Prozent betrage. Innerhalb der Top-Ten-Fonds habe er damit ebenfalls auf dem ersten Platz gelegen und daher auch fünf Sterne im MMD-Ranking für ein Jahr erreicht. Auf Sicht von drei Jahren würden der FMM-Fonds, der Managed ETF Plus - Portfolio Opportunity und der Solit Wertefonds zu den besten 20 Prozent der offensiven Kategorie gehören und für diesen Zeitraum jeweils fünf Sterne im MMD-Ranking aufweisen.

Flexible VV-Fonds
In der flexiblen Kategorie seien die Performancewerte erfahrungsgemäß am weitesten gestreut. So habe der Abstand zwischen dem besten und schlechtesten Fonds im Betrachtungszeitraum stolze 76 Prozentpunkte betragen. Im Durchschnitt hätten flexible VV-Fonds in den vergangenen zwölf Monaten 11,7 Prozent verloren. Der Incrementum All Seasons Fund habe dabei das beste Performanceergebnis verzeichnet, nämlich ein Plus von 37,4 Prozent. Mit einem maximalen Verlust von 13,7 Prozent habe der Fonds gleichauf mit dem Kategoriedurchschnitt (13,8 Prozent) gelegen.

Den niedrigsten maximalen Verlust unter den Top-Ten-Fonds habe der MSF Global Opportunities - Worldselect mit 3,6 Prozent verzeichnet, und das bei einer Wertentwicklung von 8,7 Prozent. Dieses gute Performance-Risikoverhältnis habe auch zu einer Fünf-Sterne-Bewertung bei MMD geführt, wohingegen der erstplatzierte Fonds aufgrund seines hohen Risikos nur vier Sterne erreicht habe. Zu den besten Fonds im Drei-Jahres-MMD-Ranking hätten der Fundament Total Return, der Amundi Pioneer Income Opportunities (ISIN LU1894680757 / WKN A2PCZG), der Ruffer Total Return International und der PSM Value Strategy UI gehört.

MDD = Maximum Drawdown (maximaler Verlust); Quelle: Asset Standard / MMD Analyse & Advisory (News vom 13.01.2023) (16.01.2023/fc/n/s)





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ISIN WKN
FR0013135472 A2JFPF
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