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Stimmungsbild bei der Geldanlage 2022/23: Über zwei Drittel sind mit ihrer Rendite unzufrieden


12.01.23 09:30
fondscheck.de

Bildnachweis: Pixabay

Bad Marienberg (www.fondscheck.de) - Eine aktuelle Studie zeigt: Weniger als ein Drittel der Anlegerinnen und Anleger sehen die Wertentwicklung ihrer Investments im letzten Jahr als positiv an. Für 2023 zeichnet sich eine Tendenz zu inflationsstabilen Anlageformen ab.

Katerstimmung bei Investoren


Ein enttäuschendes Börsenjahr, eine hohe Inflationsrate, steigende Bauzinsen und geringe Renditen trotz Zinswende: Für Anlegerinnen und Anleger war das Jahr 2022 kein reines Vergnügen. Das zeigt eine Studie des Bundesverbandes Deutscher Banken in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Kantar.

In ihr geben lediglich 30 Prozent der Befragten an, dass sie mit den Erlösen ihres Portfolios aus dem letzten Jahr zufrieden sind - im Jahr 2021 waren das noch laut der Umfrage noch knapp die Hälfte der Investoren.

Zu den beliebtesten Anlagen gehörten im Jahr 2022 mit 39 Prozent Sparpläne, gefolgt von Fonds mit 38 Prozent. Festgeld bevorzugten 19 Prozent der Befragten, beim Gold waren es 12 Prozent. Sechs Prozent investierten in andere Edelmetalle.

Immer mehr junge Deutsche entdecken die Geldanlage


Insgesamt ist der Anteil der Anlegerinnen und Anleger an den Befragten mit aktuell 53 Prozent gegenüber über den Vorjahren mehr oder weniger gleichgeblieben. Interessant ist, dass die Zahl der jungen Investoren zwischen 18 und 29 Jahren weiter zunimmt: Waren es im Jahr 2019 noch 38 Prozent, so stieg der Anteil der jungen Menschen, die Teile ihres Geldes anlegten, im letzten Jahr weiter auf 54 Prozent an.

Entgegen diesem Wachstumstrend legen 44 Prozent der Deutschen gemäß der Umfrage gar kein Geld an, drei Prozent machen zu diesem Punkt keinerlei Angaben. 55 Prozent aller Befragten stehen Aktien als Altersanlage sogar kritisch gegenüber. Allerdings deutet sich auch hier ein Umdenken bei der jungen Generation an: 68 Prozent der unter 30-jährigen halten Aktien als private Absicherung fürs Alter als durchaus geeignet.

2023 im Trend: Geldanlage versus Inflation


Laut der Bankenverband-Umfrage sind in diesem Jahr trotz aller Krisen nach wie vor folgende Anlagen gefragt: 35 Prozent der Befragten würden für weitere Investitionen Aktien bevorzugen, 37 Prozent Sparpläne und 38 Prozent Fonds. Am beliebtesten sind inflationsstabile Geldanlagen. 43 Prozent würden am liebsten in Gold investieren, und 52 Prozent in Immobilien.

Allerdings zeigen sich gerade bei der Geldanlage in Wohnungen oder Häuser auch Risiken, etwa in den steigenden Bauzinsen, welche offene Immobilienfonds belasten können. Auch wer direkt eine Immobilie bauen oder kaufen und dann irgendwann an seine Nachkommen weitergeben will, sollte zudem die Langzeitperspektive im Auge behalten: Laut einem Infoartikel zum Jahreswechsel auf der Website des Finanzdienstleisters Swiss Life Select wird es seit diesem Jahr aufgrund der erhöhten Erbschaft- und Schenkungsteuer für die Begünstigten wesentlich teurer, wenn eine Immobilie verschenkt oder vererbt wird.

Das liegt laut den Experten von Swiss Life Select daran, dass die Immobilienwerte sich künftig am Verkaufswert orientieren. Durch die Preissteigerungen am Immobilienmarkt steigen so die Steuerzahlungen, während die Freibeträge für Schenkungen und Vererbungen gleichbleiben. Gemäß dem Artikel von Swiss Life Select wird dieser Effekt vor allem in Regionen mit hohen Immobilienpreisen spürbar werden. (12.01.2023/fc/n/s)