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Scope-Studie: Das taugen Multi-Themenfonds - Fondsnews


24.01.23 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Themenfonds gewinnen an Zuspruch, so die Experten von "FONDS professionell".

Doch Strategien, die mehrere Themen zugleich abdecken würden, seien im Jahr 2022 anderen Aktienfonds hinterhergehinkt und hätten zudem ein deutlich schlechteres Ergebnis als der allgemeine Aktienmarkt erzielt. Zu diesem Ergebnis komme eine Studie der Ratinggesellschaft Scope. Demnach habe dieses Feld ein Minus von 16 Prozent und somit eine Underperformance von 4,8 Prozentpunkten gegenüber dem Schnitt der Aktienfonds eingefahren.

Auf Sicht von drei Jahren hätten Multi-Themenfonds wiederum ähnlich abgeschnitten wie der breite Aktienfondsmarkt. Im Vergleich zum allgemeinen Aktienmarkt, gemessen am MSCI World, stehe jedoch eine Unterperformance von 9,7 Prozentpunkten. Die Scope-Analysten hätten 132 Multi-Themenfonds gezählt, die für Anleger aus Deutschland zugelassen seien und zusammen ein Vermögen von rund 72,4 Milliarden Euro verwalten würden. Bei dem Großteil handele es sich um aktive Strategien. Nur sieben seien börsengehandelte Indexfonds (ETFs).

Bei ihrer Auswertung hätten die Scope-Experten umfassende Unterschiede zwischen den Strategien festgestellt. "Die Produkte unterscheiden sich teilweise deutlich hinsichtlich Breite und Tiefe der investierten Themen und Unternehmen, der Häufigkeit ihrer Anpassung sowie der thematischen Reinheit", schreibe Sopce-Analystin Simone Schieg. So würden etwa manche Fondsanbieter es als ausreichend ansehen, wenn 20 Prozent des Umsatzes eines Unternehmens einem Thema entsprechen würden, um die Aktien aufzunehmen. Bei anderen liege die Schwelle bei bis zu 50 Prozent. Mitunter könne die Schwelle sogar bei einem Anbieter von Fonds zu Fonds variieren.

"Dies erschwert die Vergleichbarkeit der einzelnen Multi-Themenfonds", erläutere Schieg. Zudem verweise sie darauf, dass viele Themenfonds noch vergleichsweise jung seien. "Aussagen zu einem etwaigen langfristigen Outperformance-Potenzial sollten mit Vorsicht aufgenommen werden, da gewisse Themen wie Cannabis, Weltraumforschung, geänderte Ernährungsgewohnheiten oder Fintechs erst seit kurzem 'bespielt' werden", mahne die Expertin.

Bei ihrer Auswertung hätten die Autoren zudem noch das Abschneiden einer Untergruppe untersucht, und zwar der Multi-Themenfonds, die auf Technologie setzen würden. Diese Gruppe habe 2022 ein Minus von 27,6 Prozent eingefahren. Das sei zwar zwei Prozentpunkte besser als das Feld der herkömmlichen Technologieaktienfonds, jedoch fast zehn Prozentpunkte schlechter als der Branchenindex MSCI World Information Technology Standard Core. Auf drei Jahre stehe für die Multi-Themenfonds mit Technologiefokus ein Ergebnis von 5,6 Prozent per annum. Das sei zwar 1,4 Prozentpunkte besser als normale Technologieaktienfonds, aber neun Prozentpunkte schwächer als das MSCI-Sektorbarometer.

"Anleger können mittels einer Investition in Multi-Themenfonds mit höheren Renditen belohnt werden, wenn der Fondsmanager die erfolgreichsten Profiteure von Megatrends selektiert", resümiere Schieg. "Die Studie zeigt jedoch, dass ein Mehrertrag - insbesondere kurzfristig - kein Automatismus ist." Gleichwohl böten sich multithematische Fonds für viele Anleger als interessante Beimischung im Depot an. "Das Kernportfolio vollständig ersetzen können sie aber nicht", betone die Scope-Analystin. (24.01.2023/fc/n/s)