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Offene Immobilienfonds: Zuversicht trotz schmelzender Zuflüsse - Fondsnews


20.01.23 15:16
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Offene Immobilienfonds haben sich in den vergangenen Jahren an hohe und zumeist noch steigende Verkaufszahlen gewöhnt, so die Experten von "FONDS professionell".

Auch während der Corona-Pandemie hätten sie beständig Nettomittelzuflüsse verbuchen können. Allerdings sei das Neugeschäft seit geraumer Zeit rückläufig. In den Jahren 2020 und 2021 sei es jeweils gegenüber dem Vorjahr um 22 beziehungsweise 13 Prozent geringer gewesen, habe der Fondsverband BVI ermittelt. Unterjährig betrachtet seien im Laufe des Jahrs 2022 bei einzelnen Angeboten sogar die Abflüsse größer als die Zuflüsse gewesen.

Eine Gefahr durch flächendeckend abschmelzende Volumina sehe die Branche allerdings nicht. "Solange es keine hohen Mittelabflüsse gibt, können die Fonds ihre oft großen Portfolios aus eigener Kraft weiter betreiben und optimieren", beurteile Sonja Knorr, Fondsanalystin bei der Ratingagentur Scope, die Lage. Spontane Mittelabflüsse seien ohnehin durch die zwölfmonatige Kündigungsfrist, die mit der Verabschiedung des KAGB vor zehn Jahren eingeführt worden sei, nicht mehr möglich. Die Fonds könnten seither ihre Liquidität viel sicherer steuern.

Die hohe Inflation der vergangenen Monate wirke sich positiv auf die Einnahmesituation der meisten offenen Immobilienfonds aus. Im Schnitt seien zwei Drittel aller Mietverträge offener Immobilienfonds indexiert. Zehn Prozent Preissteigerung, die zwischenzeitlich erreicht worden seien, würden sich zwar nicht durchsetzen lassen, aber die Fonds würden spürbar von den durch Indexklauseln möglich gewordenen Mietsteigerungen profitieren.

Auch was die Verzinsung der vorzuhaltenden Liquidität der Fonds betreffe, habe sich die Situation gebessert: Negativzinsen seien einstweilen vorbei. Allerdings steige mit dem allgemeinen Zinsniveau auch die generelle Erwartung an die Rentabilität von Investments. Wer auf seinem Tagesgeldkonto bereits wieder zwei Prozent pro Jahr bekomme, werde sich gut überlegen, oder er für nur minimal mehr Performance das größere Risiko und die Nachteile der Kapitalbindung auf sich nehmen möchte. Obwohl sie bisher vergleichsweise ungeschoren durch die Krisen der jüngsten Zeit gekommen seien, stünden den Fondsmanagern große Aufgaben bevor. (News vom 19.01.2023) (20.01.2023/fc/n/s)