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Multi-Themenfonds: Auf der Suche nach den Megatrends - Fondsnews


20.01.23 13:34
Scope Fund Analysis GmbH

Berlin (www.fondscheck.de) - Fonds, die auf Megatrends setzen, sind bei Anlegern beliebt, so die Experten der Scope Fund Analysis GmbH.

Multithematische Produkte mit breiter Sektorallokation seien 2022 jedoch hinter gewöhnlichen globalen Aktienfonds zurückgeblieben. Multi-Themenfonds mit Tech-Fokus hätten dagegen ihre Peergroup übertroffen.

Thematische Aktienfonds seien ein stark wachsendes und beliebtes Marktsegment. Scope habe in einer groß angelegten Studie Produkte untersucht, die gleichzeitig mehreren Themen folgen würden. Sie würden sich mit ihrem Blick auf verschiedene übergeordnete strukturelle Trends (Megatrends) von der Vielzahl an Fonds abgrenzen, die sich auf singuläre Themen konzentrieren würden.

Für deutsche Anleger stünden 132 multithematische Aktienfonds zur Verfügung, die insgesamt 72 Milliarden Euro verwalten würden. Diese teile Scope in zwei Gruppen: 87 Fonds seien sektoral breit aufgestellt, würden also bei der Allokation keine extremen Übergewichte einzelner Branchen zeigen (AuM: 48 Mrd. Euro). Bei den übrigen 45 Fonds erkenne Scope einen klaren Fokus auf den Technologie-Sektor (AuM: 24 Mrd. Euro).

Das Angebot werde von aktiv gemanagten Fonds beherrscht. Lediglich sieben multithematische Aktienfonds seien als ETF konzipiert. Die Produkte würden sich teils deutlich hinsichtlich Breite und Tiefe der investierten (Sub-)Themen, der Häufigkeit ihrer Anpassung sowie der thematischen Reinheit unterscheiden. Dies erschwere die Vergleichbarkeit der Multi-Themenfonds insbesondere für Privatanleger. Mit einem Anteil von mehr als 90% würden global ausgerichtete Produkte dominieren.

Die größten Asset Manager von Multi-Themenfonds seien Pictet (12,0 Mrd. Euro AuM), UBS (6,0 Mrd.), Deka (5,1 Mrd.), Nikko & ARK (4,4 Mrd.) und AllianceBernstein (4,2 Mrd.). Die fünf Häuser würden auf sich beinahe die Hälfte des in multithematische Aktienfonds investierten Vermögens (45%) vereinen.

Im vergangenen Jahr hätten sich globale sektoral diversifizierte Multi-Themenfonds im Schnitt deutlich schlechter als globale Aktienfonds entwickelt (-480 Basispunkte). Hauptgründe seien die Übergewichtung des IT-Sektors, der 2022 schwach gelaufen sei, und die Untergewichtung des Energiesektors, der ein starkes Jahr erlebt habe. Hinzu komme die Vorliebe der multithematischen Fonds für Growth-Werte, die 2022 abgestraft worden seien. Über drei Jahre hätten sich die sektoral diversifizierten Multi-Themenfonds dagegen ähnlich entwickelt wie der Durchschnitt aller globalen Aktienfonds.

Auf der anderen Seite hätten globale Multi-Themenfonds mit Technologie-Fokus globale Technologie-Aktienfonds 2022 klar übertreffen können: Sie hätten im Mittel eine Outperformance von 200 Basispunkten erzielt. Das stärkere Ergebnis sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Themenfonds trotz ihres Tech-Schwerpunkts den IT-Sektor niedriger gewichtet hätten als gewöhnliche Technologie-Fonds. Auch in den vergangenen drei Jahren hätten Multi-Themenfonds mit Technologie-Fokus gegenüber dem Durchschnitt aller globalen Technologie-Aktienfonds eine Überrendite erzielt, die sich annualisiert auf 140 Basispunkte belaufe.

Anleger könnten mittels einer Investition in Multi-Themenfonds mit höheren Renditen belohnt werden, wenn der Fondsmanager die erfolgreichsten Profiteure von Megatrends selektiere. Die Studie zeige jedoch, dass ein Mehrertrag - insbesondere kurzfristig - kein Automatismus sei. Zugleich sollten Aussagen zu einem etwaigen langfristigen Outperformance-Potenzial mit Vorsicht aufgenommen werden, da gewisse Themen (z.B. Cannabis, Weltraumforschung, geänderte Ernährungsgewohnheiten, Fintechs etc.) erst seit kurzem "bespielt" würden.

Gleichwohl würden sich multithematische Fonds für viele Anleger als interessante Beimischung im Depot anbieten. Das Kernportfolio vollständig ersetzen könnten sie aber nicht. (20.01.2023/fc/n/s)