Mittelstandsanleihen-Fonds vom Handel ausgesetzt - Fondsnews


23.01.23 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Deutsche Mittelstandsanleihen Fonds hat indirekt fünf Millionen Euro in ein Luxemburger Vehikel investiert, das Immobilientransaktionen finanziert, so die Experten von "FONDS professionell".

Dessen Wert lasse sich momentan nicht beziffern, weshalb der Fonds zumindest zeitweise eingefroren werden müsse.

Für den Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds werde aktuell kein Kurs berechnet; Anleger könnten den Fonds weder verkaufen noch neue Anteile erwerben. Das gehe aus einer Mitteilung der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft IPConcept hervor. Hintergrund sei die Tatsache, dass eine "ordnungsgemäße Bewertung" der Beteiligung an der Securo-Pro-Lux-Anleihe (ISIN DE000A1927W4 / WKN A1927W) "nicht sichergestellt werden" könne.

In dieses Papier, das Anteile am Verius Immobilienfinanzierungsfonds SCS SICAV RAIF (ISIN LU1738378287 / WKN A2JPAQ) verbriefe, habe der Mittelstandsfonds fünf Millionen Euro gesteckt. Zuletzt habe dieses Investment rund 3,8 Prozent des Nettoinventarwerts des gut 130 Millionen Euro schweren Portfolios ausgemacht. Wegen der "wesentlichen Bewertungsunsicherheit" für die Anleihe sei das "Anteilscheingeschäft vor dem Hintergrund des Anlegerschutzes einzustellen", heiße es in dem Schreiben von IPConcept, das auf den 18. Januar 2023 datiert sei.

Dass auf den Fonds Probleme zukommen würden, habe sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet: Am 7. Dezember hätten die Securo-Pro-Lux-Anleger per Ad-hoc-Mitteilung erfahren, dass die Berechnung des Nettoinventarwerts für den Verius-Immobilienfinanzierungsfonds "bis auf weiteres" ausgesetzt worden sei. Weitere Details seien nicht genannt worden.

Der Verius-Fonds "finanziert Immobilientransaktionen in der DACH-Region, beispielsweise bei Wohn- und Gewerbeimmobilien, Sanierungsobjekten, Immobilienhandelsaktivitäten, Portfolio-Transaktionen mit bestehenden Cashflows sowie Projektentwicklungen", heiße es in einer Ende 2021 veröffentlichten Analyse der KFM Deutsche Mittelstand AG, dem Initiator des Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds. Seinerzeit habe das Düsseldorfer Unternehmen die Anleihe mit Hilfe seines hauseigenen "KFM-Scorings" mit 3,5 von fünf möglichen Sternen bewertet. Damit habe das mit einem Kupon von 7,5 Prozent ausgestattete Papier den Analysten als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" gegolten. Eine aktuellere Bewertung durch KFM habe bis zuletzt nicht vorgelegen.

Am Donnerstagabend (19.1.) habe die Düsseldorfer Investmentboutique dann eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie ihren Kunden erläutere, warum derzeit kein Fondsanteilswert berechnet werden könne. Derzeit werde "mit Hochdruck daran gearbeitet, eine angemessene Bewertung der Anleihe herbeizuführen". Dann sei auch wieder ein Handel mit den Fondsanteilen möglich.

Das Verius-Papier werde am 1. Januar 2024 zur Rückzahlung fällig, heiße es dort. Und: "Derzeit liegen keine Informationen vor, die einen Zweifel an der Rückzahlung der Anleihe aufkommen lassen." KFM gehe zwar davon aus, dass der Kurs der Anleihe "mit der Neubewertung des Finanzierungsportfolios" angepasst werde und dann zeitweise auf einem Niveau unter 100 Prozent liege. Dennoch müsse die mittelbar besicherte Anleihe "zum Laufzeitende zu 100 Prozent des Nennwerts zurückgezahlt werden", betone KFM. (23.01.2023/fc/n/s)






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