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Halbjahresbilanz: Europas absatzstärkste Asset Manager - Fondsnews


04.08.22 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - 2021 hatten Anleger der Fondsbranche europaweit mehr als 700 Milliarden Euro anvertraut, so die Experten von "FONDS professionell".

Ein Viertel dieser Summe sei von Januar bis Juni wieder abgeflossen, zeige eine Refinitiv-Studie. Es gebe jedoch Anbieter, die selbst in diesem Umfeld viel Geld hätten einwerben können.

Der US-Vermögensverwalter BlackRock habe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres europaweit netto 15,9 Milliarden Euro mit Publikumsfonds und ETFs eingesammelt - so viel wie kein anderer Asset Manager. Das gehe aus der Studie "European Fund Market Trends: H1 2022" hervor, die das Analysehaus Refinitiv veröffentlicht habe.

Auf Rang zwei der absatzstärksten Fondsanbieter Europas liege demnach Vanguard mit 11,0 Milliarden Euro, gefolgt von Swisscanto (7,3 Mrd. Euro) und HSBC Asset Management (6,3 Mrd. Euro). Der Alternative-Investments-Spezialist Lumyna komme Refinitiv zufolge auf Nettomittelzuflüsse von 5,0 Milliarden Euro, was für Rang fünf reiche. Die weiteren Plätze in den Top-Ten würden auf die Schroders-Tochter SPW, Union Investment, UBS Asset Management, den britischen Anbieter Royal London und die Deka entfallen. Damit hätten es zwei der vier größten deutschen Fondsanbieter unter die zehn absatzstärksten Asset Manager Europas geschafft.

Insgesamt habe die europäische Fondsbranche im ersten Halbjahr unterm Strich 185 Milliarden Euro Abflüsse verdauen müssen. Das sei eine klare Trendumkehr - im Jahr 2021 hätten die Anbieter noch rekordhohe Zuflüsse verbuchen können. In Kombination mit den sinkenden Kursen am Aktien- und Rentenmarkt bedeute das mit Blick auf das verwaltete Vermögen ein herbes Minus: Ende 2021 habe die Branche europaweit noch 15,3 Billionen Euro betreut, Ende Juni seien es satte zwei Billionen Euro weniger gewesen.

Aufschlussreich sei auch ein Blick auf den Managementansatz: Während Anleger unterm Strich 256,3 Milliarden Euro aus aktiv verwalteten Fonds abgezogen hätten, hätten sie netto 71,3 Milliarden Euro in ETFs und nicht-börsennotierte Indexfonds gesteckt.

Eine interessante Konstellation zeige die Auswertung, welche Fondsdomizile entgegen dem Branchentrend Zuflüsse hätten verbuchen können. Das größte Plus sei mit 28,9 Milliarden Euro auf Schweizer Fonds entfallen, gefolgt von deutschen Sondervermögen mit 10,8 Milliarden Euro. Österreich folge auf Rang sieben der absatzstärksten Fondsstandorte im ersten Halbjahr 2022. Aus den deutlich größeren Domizilen Luxemburg, Frankreich und Irland seien dagegen hohe Summen abgeflossen. (News vom 03.08.2022) (04.08.2022/fc/n/s)