Erweiterte Funktionen

Fidelity-ETF-Leiter: "Markt bei einfachen Indexfolgern ist verteilt" - ETF-News


06.01.23 11:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Fondshaus Fidelity International ist vor fünf Jahren in das boomende ETF-Geschäft vorgestoßen, so die Experten von "FONDS professionell".

Dabei habe sich die Gesellschaft auf einen bestimmten Ansatz konzentriert. Diesen wolle das Haus weiter ausbauen, erläutere Stefan Kuhn, der den ETF-Vertrieb für Europa leite.

Die Fondsgesellschaft Fidelity International wolle ihr Geschäft mit börsengehandelten Fonds (ETFs) innerhalb der bestehenden Säulen ausbauen. Dies sage Stefan Kuhn, der seit April 2022 den ETF-Vertrieb in Europa bei dem Asset Manager verantworte, im Gespräch mit "FONDS professionell". Fidelity biete Dividenden- und Themen-ETFs, die auf hausintern entwickelten Indices fußen würden und in die das Research der Gesellschaft einfließe, sowie nachhaltige und Renten-ETFs mit aktiver Titelauswahl.

"Innerhalb dieser vier Säulen werden wir uns weiterentwickeln", kündige Kuhn an. "Wir haben uns kein festes Ziel beim verwalteten Vermögen gesetzt." Die UCITS-ETF-Plattform habe aktuell ein Volumen von rund dreieinhalb Milliarden Dollar erreicht. "Fidelity ist zu einem relevanten Akteur im ETF-Markt aufgestiegen", folgere Kuhn, der zuvor bei State Street Global Advisors für Deutschland, Österreich und die Schweiz das Geschäft mit den SPDR-ETFs geleitet habe.

"Als aktiver Manager war für uns klar, dass klassische Indextracker nicht zu Fidelity passen", erläutere Kuhn die Idee des Hauses, sich auf aktiv gelenkte ETFs und hausintern entwickelte Indices zu konzentrieren. "Eine reine Abbildung der Standard-Indices von MSCI, S&P Dow Jones und Co. ist nicht das, was zu unserer Philosophie passt." Hinzu komme: "Der ETF-Markt ist bei einfachen Indexfolgern mehr oder weniger verteilt", führe Kuhn aus. Allenfalls über den Preis könne man versuchen, sich von der Konkurrenz abzuheben. "Mit einem guten Service allein kann man sich hier nicht differenzieren", ergänze der ETF-Kenner.

"Allerdings sehe ich für aktive ETFs Grenzen", schränke Kuhn ein. "Anders als in den USA, wo sie schon sehr spezielle, aktive Strategien abbilden, sehe ich das Vehikel ETF in Europa nach wie vor in der Rolle, einen breiteren Markt abzubilden." Die Hülle des ETFs zeichne sich durch das "what you see is what you get" aus. "Der Anleger erhält ein marktbreites Investment und weiß dabei, was er erwarten darf", erläutere Kuhn. Gleichwohl wohne Dividenden- und insbesondere Themenstrategien großes Potenzial inne. Weitere Wachstumschancen erkenne Kuhn bei nachhaltigen Strategien. Auch Renten-ETFs hätten "einen großen und längst nicht mehr so verkannten Wachstumsmarkt" eröffnet, ergänze der Fidelity-Mann.

Beim Vertrieb unterscheide das Haus nicht zwischen ETF oder aktivem Fonds. "Ob ein Mandat, ein aktiver Fonds oder ein ETF die beste Lösung für ein Problem bietet, ist für Fidelity nicht entscheidend", erkläre Kuhn. "Wichtig ist, dass wir den Kunden die passende Lösung bieten können. Der große Vorteil ist, dass der Vertrieb bei uns aus einer Hand erfolgt." Das Thema ETFs sei so wichtig, "dass wir den Vertrieb in wichtigen Märkten noch personell stärken werden", kündige Kuhn an. So habe das Haus im November 2022 Tim Breitbach als Leiter des ETF-Vertriebs für Deutschland, Österreich und die Schweiz engagiert. (News vom 05.01.2023) (06.01.2023/fc/n/e)