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BofA-Fondsmanagerumfrage: Mehrheit der US-Profianleger erwartet eine Rezession


03.08.22 14:00
Leverage Shares

Dublin (www.fondscheck.de) - Die Mehrheit der professionellen Investoren erwartet eine Rezession; das geht aus der aktuellen Fondsmanagerumfrage der Bank of America (BofA) hervor, an der sich im Juli 293 Großanleger mit einem verwalteten Vermögen von 800 Milliarden US-Dollar beteiligt haben, so Sandeep Rao, Analyst bei Leverage Shares.

Die Umfrageteilnehmer würden für die nahe Zukunft nicht von steigenden Unternehmensgewinnen ausgehen und bei langfristigen Anleihen keine höheren Renditen erwarten.

Interessant sei, dass die Cash-Bestände der Befragten im Durchschnitt so hoch seien wie seit 2001 nicht mehr. Dabei beziehe sich Cash in diesem Fall auf Aktien, die von institutionellen Anlegern gehalten würden, um sie schnell zu Barmitteln machen zu können.

Die gefragtesten Märkte hätten sich im Vergleich zum Vormonat deutlich verändert. An der Spitze stehe nun der US-Dollar. Öl und Rohstoffe würden die Spitzenpositionen verlieren und lägen auf dem zweiten Platz. US-Staatsanleihen würden trotz der gesunkenen Renditeerwartungen weniger Investoren für unattraktiv als im Juni halten. Interessanterweise zeige sich eine kleine Zahl der Teilnehmer skeptisch gegenüber chinesischen Aktien - ein Trend, der sich in den kommenden Monaten noch verstärken könnte.

Positiv würden die Befragten auf Cash, alternative Investments und Rohstoffe blicken. Aktien und Anleihen sähen sie hingegen als problematisch an.

Wie die Strategen der BofA in einer Anmerkung zu den Umfrageergebnissen für ihre Kunden festgestellt hätten, "sind alle pessimistisch, aber niemand hat verkauft". Sie hätten hinzugefügt, dass für 100 US-Dollar an Zuflüssen seit Januar 2021 lediglich 2 US-Dollar aus Technologieaktien und 3 US-Dollar aus Aktien insgesamt abgeflossen seien. Die Strategen würden davor warnen, dass "die Zuflüsse jetzt damit beginnen, die Stimmung einzuholen".

Einiges deute darauf hin, dass die großen institutionellen Anleger einen Teil ihrer Bestände verkaufen möchten. Gleichzeitig würden andere Quellen berichten, dass Kleinanleger kontinuierlich in US-Aktien investiert hätten.

Das sei eine Art Entkopplung zwischen "Big Money" und kleineren Anlegern. Es sei daran erinnert, dass das Volumen der institutionellen Anleger wesentlich größer sei als das der Privatanleger. Wenn also die Stimmung der "Mehrheit" negativ sei und die Großanleger versuchen würden, Profite aus den Baisse-Märkten zu ziehen, sei ein schrittweiser Ausverkauf wohl unvermeidlich. Für Kleinanleger könne es daher sinnvoll sein, taktisch Marktchancen zu nutzen. (03.08.2022/fc/n/s)