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Anleger ziehen Milliarden von Allianz-Fondseinheit ab - Fondsnews


05.08.22 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Allianz konnte im zweiten Quartal dank ihrem Schaden- und Unfallgeschäft höhere Gewinne melden, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Fondstochter PIMCO habe allerdings das zweite Quartal in Folge hohe Abflüsse aus dem verwalteten Vermögen von Kunden verzeichnet, die nicht zur Versicherungsgruppe gehören würden. Investoren hätten in den drei Monaten bis Juni 28,7 Milliarden Euro von PIMCO abgezogen. Auch die zweite Tochter der Asset-Management-Einheit, Allianz Global Investors, habe Mittelabzüge erlitten, und zwar in Höhe von 5,1 Milliarden Euro.

Das von der Asset-Management-Sparte der Allianz für Drittkunden verwaltete Vermögen sei im Laufe des zweiten Quartals von gut 1,9 Billionen auf 1,8 Billionen Euro gesunken. Die Allianz setze auf ihre Asset-Management-Sparte, um über das traditionelle Versicherungsgeschäft hinaus zu diversifizieren. Der Anleihegigant PIMCO kämpfe allerdings seit Jahresanfang mit dem weltweiten Ausverkauf von festverzinslichen Wertpapieren, der durch hohe Inflation und geldpolitische Straffung ausgelöst worden sei.

"PIMCO befindet sich im Auge des FED-Sturms und wird am Ende wahrscheinlich ein viel kleineres Unternehmen sein", sage Eric Balchunas, Analyst bei Bloomberg Intelligence. "Wobei es schlimmer sein könnte: Einige der Fonds zeigen eine überdurchschnittliche Performance, was helfen könnte, wenn die Investoren wieder zurückkommen."

Allianz Global Investors wiederum ringe mit den Folgen eines Skandals um ehemalige Portfoliomanager von Hedgefondsstrategien in den USA. Ermittler würden ihnen vorwerfen, Kennzahlen geschönt zu haben. US-Pensionskassen hätten Verluste in Milliardenhöhe erlitten. Die Allianz habe sich mit den Geschädigten auf einen Vergleich geeinigt und zahle eine Buße an die Behörden. Zudem habe der Konzern das US-Fondsgeschäft an Voya Investment Management verkaufen müssen. Ein verwaltetes Vermögen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro sei damit zu Voya IM gewechselt.

Das Drama belaste auch die Zahlen des Gesamtkonzerns. Der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss habe sich im ersten Halbjahr auf 2,3 Milliarden Euro beziffert - ein Rückgang um fast 53 Prozent. Grund seien Rückstellungen für den Hedgefondsfall gewesen, die die Allianz für das erste Quartal verbucht habe. Ansonsten laufe das Geschäft des Versicherers gut. Der operative Gewinn sei im zweiten Quartal stärker als erwartet auf 3,5 Milliarden Euro gestiegen. (05.08.2022/fc/n/s)