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ESG-Check sorgt bei Fondsanbietern für lange Gesichter - Fondsnews


14.05.21 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - ESG-Check sorgt bei Fondsanbietern für lange Gesichter - Fondsnews

Morningstar hat rund 30 Vermögensverwalter in punkto Nachhaltigkeit gecheckt, so die Experten von "FONDS professionell".

Das Ergebnis: Viele würden es behaupten, nur eine Handvoll könne es.

Kaum eine Woche vergehe, ohne dass ein neuer "Öko"-Fonds auf den Markt komme oder ein ETF-Spezialist sein Sortiment um Produkte erweitere, die laut Eigenaussage auf Umweltaspekte, ressourcenschonendes Wirtschaften oder gesamtgesellschaftlich verantwortungsvoll handelnde Unternehmen setzen würden. Doch wie ernst sei es den Anbietern der Investmentlösungen mit der ethisch-ökologischen Orientierung wirklich? Die Ratinggesellschaft Morningstar habe hierzu diverse Asset Manager in puncto Nachhaltigkeit unter die Lupe genommen. Basis der Untersuchung sei das selbstentwickelte "ESG Commitment Level".

Die Bestandsaufnahme ernüchtere: Im Rahmen der aktuellen Bewertungen hinsichtlich der Anwendung von Kriterien wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG) hätten gerade mal sechs von 31 geprüften Asset Managern - also knapp ein Fünftel - eine der beiden höchsten Einstufungen erhalten. Die Skala reiche von "Leader" (führend), "Advanced" (fortgeschritten) über "Basic" (Grundstufe) bis "Low" (niedrig).

Nur das australische Investmenthaus Affirmative Investment Management ergattere die Bestnote "Leader", wie einer Pressemitteilung zu entnehmen sei. Fünf Vermögensverwalter würden immerhin noch als "Advanced" eingestuft, und zwar Amundi, BNP Paribas Asset Management, HSBC Global Asset Management, Jupiter und LGIM. Die größte Gruppe der untersuchten Fondsanbieter aber, in Summe 13, habe sich gerade mal als "Basic" qualifiziert. Dazu würden unter anderem Allianz Global Investors, Invesco, J.P. Morgan AM, State Street und T. Rowe Price gehören - die DWS sei vor rund einem halben Jahr ebenfalls nur mit "Basic" benotet worden. Das übrige Dutzend sei im "Low"-Bereich gelandet, darunter Franklin Templeton, Janus Henderson, Mellon Investments und Van Eck.

Noch weniger nachhaltige Portfolios

Darüber hinaus habe das Ratinghaus 140 Anlagestrategien bewertet, die in 251 Portfolios angewendet würden. Hier sei das Gesamtbild sogar noch düsterer: Von den 140 Strategien habe nur eine einzige das bestmögliche ESG Commitment Level "Leader" erhalten. 19 seien mit "Advanced" benotet, 59 als "Basic" und 61 als "Low" eingestuft worden. Morningstar liefere für das enttäuschende Abschneiden eine gut gemeinte, aber wenig erhellende Erklärung: "Dies spiegelt wider, dass vorwiegend Anlagestrategien ohne speziellen ESG-Fokus betrachtet wurden", heiße es. (14.05.2021/fc/n/s)