Templeton Growth (Euro) Fund: "Dynamic Value statt Classic Value" - Halten, aber nicht nachkaufen - Fondsanalyse


17.11.22 11:30
F&V Fondscenter AG

Berlin (www.fondscheck.de) - Zahlreiche unserer Kunden sind - oftmals bereits seit vielen Jahren - im Templeton Growth (Euro) Fund (ISIN LU0114760746 / WKN 941034) investiert, so die Experten der F&V Fondscenter AG.

Der Fonds sei ein "Klassiker" unter den weltweit anlegenden Aktienfonds, habe aber in den letzten Jahren überwiegend enttäuschende Ergebnisse erzielt. Die Experten der F&V Fondscenter AG hätten den Fonds daher auch seit geraumer Zeit nicht mehr für Neuanlagen empfohlen. Da die Experten der F&V Fondscenter AG aber grundsätzlich eine Streuung der Anlagen über mehrere Fonds und Anlagestile befürworten würden und weil der Fonds in den meisten Kundendepots steuerlich geschützter Altbestand sei (und der Fonds auch in früheren Zeiten neben Phasen mit überdurchschnittlichen Ergebnissen auch immer solche mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen aufgewiesen habe), hätten die Experten bisher auch nicht zum Ausstieg geraten.

Die Experten der F&V Fondscenter AG hätten jüngst die Gelegenheit zum persönlichen Kontakt mit dem Fondsmanager gehabt und dabei Informationen aus erster Hand erhalten können. Sie möchten daher den Fonds (wieder) vorstellen.

Der Templeton Growth (Euro) Fund habe seit langer Zeit einen "klassischen Value-Stil" verfolgt. Das bedeute, dass eine absolut niedrige Bewertung, gemessen an Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder dem Kurs-Buchwert-Verhältnis, sehr wichtig gewesen sei. Das sei unter verschiedenen Managern so gewesen, die den Fonds in den letzten Jahrzehnten geführt hätten.

Seit Februar 2019 lenke Peter Moeschter den Fonds. Unter ihm habe sich der Anlagestil des Fonds etwas geändert: Günstige Bewertungen der Aktien seien immer noch wichtig, jedoch würden diese nicht mehr nur anhand absoluter Kennzahlen gemessen. Vielmehr würden bei der Aktienauswahl auch Titel eine Rolle spielen, die nicht unbedingt zum klassischen Value-Spektrum gehören würden. Man suche beispielsweise auch nach Unternehmen in Sondersituationen oder nach defensiven oder zyklischen Aktien mit Wachstumspotenzial - sofern diese Aktien gerade "günstig zu haben" seien.

Franklin Templeton nenne das "Dynamic Value statt Classic Value" bzw. einen "flexiblen bewertungsgesteuerten Anlageprozess". Die Idee dahinter sei, dass es in allen Bereichen des Aktienmarktes Unternehmen geben könne, die in ihrem eigenen Zyklus Phasen mit günstigen Bewertungen aufweisen könnten. Die Franklin Templeton-Analysten sollten bei den regelmäßigen internen Treffen, bei denen Anlageideen diskutiert würden, nicht nur deshalb mit einer Aktie "hinter dem Berg halten", weil sie nicht ins klassische "Beuteschema" passe.

Dass das strikte Festhalten am klassischen "Value-Stil" (während der ungewöhnlich langen Phase insbesondere von 2017 bis Ende 2021, in der Wachstumsaktien an der Börse deutlich besser abgeschnitten hätten) geschadet habe, sei sicherlich auch ein Grund für diese Strategieanpassung. Das gebe der Fondsmanager unumwunden zu, ebenso wie einen weiteren Fehler, der dem Ergebnis des Fonds in jüngerer Vergangenheit geschadet habe. So habe man sich bei Ausbruch der Pandemie zu vorsichtig positioniert, weil man angenommen habe, dass die Unternehmensgewinne deutlich stärker leiden würden.

Als weitere Änderung im Vergleich zu früheren Zeiten wolle Peter Moeschter nicht zu lange an Anlageideen festhalten, wenn sie nicht funktionieren würden.

Sehr groß sei die Zurückhaltung bei Anlagen in Schwellenländern. Hier sei der Fonds aktuell gar nicht investiert, hauptsächlich aufgrund politischer Risiken. Als besonders deutliches Beispiel sei hier Russland genannt (Anlagen in russischen Wertpapieren seien derzeit praktisch wertlos) oder auch China, wo radikale Maßnahmen der Regierung die Rahmenbedingungen für Investoren sehr schnell zum Negativen hin ändern könnten.

Der Templeton Growth (Euro) Fund sei mittlerweile in punkto Nachhaltigkeit ("ESG") so umgestellt worden, dass er nun unter Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung falle (Fonds, die im Sinne der EU-Verordnung als nachhaltig gelten würden). Dafür seien allerdings kaum Umstellungen im Fonds notwendig gewesen. Was in den Medien mitunter gerne als ein Indiz für "Greenwashing" gedeutet werde, könne aber auch einfach daran liegen, dass man bei Franklin Templeton ohnehin schon länger dem Thema Nachhaltigkeit bei der Aktienauswahl Beachtung schenke (das treffe im Grunde mehr oder weniger auf die meisten Fondsgesellschaften zu), und der Fonds schon vorher weitgehend "Artikel 8-konform" gewesen sei.

Die Experten der F&V Fondscenter AG würden natürlich gemeinsam mit ihren Kunden hoffen, dass der Templeton Growth (Euro) Fund zukünftig wieder an frühere Glanzzeiten anschließen könne. Zumindest sei ihr Eindruck von Fondskonzept und Management insgesamt doch eher positiv gewesen. Die grundsätzliche Empfehlung der Experten der F&V Fondscenter AG bleibe daher: "Halten, aber nicht nachkaufen" (sofern nicht im Einzelfall individuelle Gründe für andere Empfehlungen sprächen).

Im laufenden Jahr liege der Fonds übrigens nahe am Durchschnitt der weltweit anlegenden "Value"-Aktienfonds und deutlich vor dem breiten Durchschnitt aller weltweit anlegenden Aktienfonds. (Ausgabe 4/2022) (17.11.2022/fc/a/f)






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