SKAGEN m2-Fonds: Makroökonomische Nachrichtenlage überschattet die Fundamentaldaten


02.11.22 14:01
SKAGEN Funds

Stavanger (www.fondscheck.de) - Die Zentralbanken und die Anleihemärkte beherrschten im dritten Quartal die Schlagzeilen, so Michael Gobitschek, Portfoliomanager des SKAGEN m2 bei SKAGEN Funds.

In den meisten Regionen hätten die Zentralbanken die Leitzinsen im September überdurchschnittlich stark angehoben und zugleich weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt. Die Straffung der Geldpolitik einerseits und die Abschwächung des Wachstums andererseits hätten die Anleger in eine Zwickmühle gebracht und die Volatilität in allen Anlageklassen in die Höhe getrieben. Die Zentralbanken scheinen kollektiv beschlossen zu haben, eine Rezession in Kauf zu nehmen, um die Inflationserwartungen in Zaum zu halten, so die Experten von SKAGEN Funds.

Die Aufwärtsrevision der Zinsprognosen nach den restriktiven geldpolitischen Entscheidungen von FED und EZB seien zugleich der wichtigste Einflussfaktor auf die Aktienmärkte zum Quartalsende gewesen. Wenngleich die geldpolitische Straffung erst noch voll auf die Wirtschaft durchschlagen müsse, so habe es im September doch erste deutliche Anzeichen dafür gegeben, dass sie zu wirken beginne. Mit den steigenden US-Hypothekenzinsen, sinkenden Immobilienpreisen und steigenden Risikoprämien (Kreditspreads) habe die Liquidität weltweit auszutrocknen begonnen.

Darüber hinaus gebe es Anzeichen für Spannungen im europäischen Bankensystem; der britische Anleihemarkt sei nach der Ankündigung neuer Steuerpläne kurzzeitig zusammengebrochen und die asiatischen Währungen hätten allen Interventionsversuchen zum Trotz stark abgewertet. Dies spiegele sich in einer weiteren Verschärfung der weltweiten Finanzbedingungen wider, durch die die Geldpolitik auf die Realwirtschaft übertragen werde.

Im September sei es im gesamten Immobiliensektor zu einem umfassenden Ausverkauf gekommen, während es zugleich angesichts der enormen Bewegungen der Staatsanleiherenditen kaum Ausweichmöglichkeiten gegeben habe. Auch in diesem Quartal habe Asien relativ besser abgeschnitten als andere Regionen, was sich in der Liste der Top-Performer des Fonds widerspiegele. Europa habe die Fondsperformance am meisten belastet, da der anhaltende Krieg alle bereits existierenden wirtschaftlichen Sorgen weiter verstärkt habe. Es werde erwartet, dass der Inflationsdruck in den nächsten Monaten nachlasse, wenn die Rezession ihre realwirtschaftlichen Spuren hinterlasse. Dies werde andererseits wieder eine berechenbarere Geldpolitik ermöglichen, die einige der Sorgen der Märkte zerstreuen werde.

Den größten Performance-Beitrag im dritten Quartal habe das brasilianische Logistikunternehmen LOG geleistet, das trotz schwierigerer Bedingungen planmäßig vorankomme. Brasilien sei im bisherigen Jahresverlauf auch der weltweit führende Immobilienmarkt. Ein weiterer Top-Performer sei American Tower gewesen. Der Entwickler und Betreiber von Sendeanlagen liege aufgrund seines inflationsangepassten Wachstumsprofils im Trend. Auch der japanische Immobilienmarkt habe sich stark entwickelt und von gedämpfter Inflation und niedrigen Zinssätzen profitiert. Das diversifizierte Konglomerat Tokyo Fudosan habe eine gute Performance erzielt, nachdem es für dieses Quartal bessere Zahlen als erwartet habe vorlegen können.

Am negativsten habe die norwegische Self Storage Group abgeschnitten, obwohl sie solide Ergebnisse einschließlich einer Rekordbelegung habe vorweisen können. Der britische Mietwohnungsbetreiber Grainger habe ebenfalls unterdurchschnittlich abgeschnitten, was vor allem auf das ungünstige makroökonomische und Währungsumfeld im Vereinigten Königreich zurückzuführen sei.

Im Berichtsquartal hätten die Experten in den US-amerikanischen Independence Reality Trust, einen Betreiber von Mehrfamilien-Wohnanlagen investiert. Das Unternehmen konzentriere sich in erster Linie auf den Süden der USA und ziele auf widerstandsfähigere B-Klasse-Mieter ab. Das Unternehmen habe eine gefüllte Pipeline an Renovierungen, die durch den laufenden Cashflow finanziert werden könnten.

Eine weitere neue Beteiligung sei der britische Selfstorage-Betreiber Big Yellow, der mit einem historisch hohen Abschlag gehandelt werde. Aufgrund seines Cashflow-Profils erweise sich dieser Sektor in rückläufigen Wirtschaftszyklen in der Regel als widerstandsfähig. Schließlich hätten die Experten auch eine Position in Unite, einem britischen Betreiber von Studentenwohnheimen, eröffnet. Das Segment wachse und habe ein defensives Profil, da die Zahl der Studierenden in der Regel in Rezessionen steige. Zudem werde das Unternehmen mit einem attraktiven Abschlag gehandelt.

Die Anteile am britischen Bürobetreiber Great Portland hätten die Experten aufgrund der Korrelation des Sektors mit dem Konjunkturzyklus, der sich ihrer Meinung nach allmählich verschlechtern werde, abgestoßen. Außerdem seien die Experten bei dem diversifizierten Unternehmen Aroundtown aufgrund des allgemeinen Risikoprofils ebenso ausgestiegen, wie aus dem finnischen Mietwohnungsunternehmen Kojamo.

Im aktuellen Umfeld sei für Investoren der langfristige Horizont entscheidend. Immobilien würden derzeit mit historisch hohen Abschlägen gehandelt. Einige Segmente und Regionen würden mit einem bisher noch nicht dagewesenen, ungerechtfertigt hohen impliziten Wertverlust gehandelt. Ein gutes Beispiel hierfür sei der deutsche Wohnimmobilienmarkt, der mit eigenen Herausforderungen zu kämpfen habe. Das Bild sei jedoch differenziert und es gebe große Unterschiede zwischen den einzelnen Segmenten und Regionen. Viele schlechte Nachrichten seien bereits eingepreist, doch es könnten noch einige weitere folgen, bevor sich die Lage bessere.

Wenn es aber Anzeichen für ein Nachlassen der Inflation gebe, werde der Markt wahrscheinlich sofort reagieren und die ersten Zinssenkungen sowie den Beginn eines neuen, stärkeren Wirtschaftszyklus einpreisen. Immobilien seien für dieses Szenario, wann immer es eintrete, gut positioniert, da frühzyklische Branchen historisch immer profitiert hätten. Der SKAGEN m2 konzentriere sich weiterhin auf Unternehmen, die die Experten in trendgetriebenen Teilsegmenten als widerstandsfähig erachten würden, die einen gesunden Cashflow generieren und eine solide Bilanzstruktur aufweisen würden.

Dabei sei es den Experten wichtiger denn je, dass ihre Beteiligungen stabile Bilanzen, einen hohen Anteil an fixen oder abgesicherten Schulden und inflationsangepasste Mietstrukturen aufweisen würden. Der SKAGEN m2 ist dank unserer Anlagephilosophie und unseres disziplinierten und wertorientierten Ansatzes bei der Aktienauswahl für das aktuelle Szenario gut aufgestellt, so die Experten von SKAGEN Funds. Das Marktumfeld würden die Experten für interessant halten, da das Angebot an günstigen Aktien fast täglich zunehme und auf lange Sicht gute Kaufgelegenheiten biete. (02.11.2022/fc/a/f)