RB LuxTopic-Fonds: Déjà-vu trifft Euphorie


09.02.24 13:01
Robert Beer Investment

Weiden (www.fondscheck.de) - Angetrieben von den Magnificent 7, den Top-Tech-Konzernen aus den USA, haben die globalen Benchmark-Indices zu Jahresbeginn weiter zugelegt und neue Hochs erreicht, so die Experten von Robert Beer Investment.

Allein der wertvollste Chipkonzern NVIDIA habe über 30% zulegen können. Dies entspreche einem zusätzlichen Marktwert von deutlich über 500 Mrd. USD. Zum Vergleich: Dieses Wachstum entspreche dem kompletten Börsenwert von SAP, Siemens, Airbus und der Deutschen Telekom zusammen.

Eine unglaubliche Euphorie also im Bereich Tech bzw. Künstliche Intelligenz, obwohl die Bewertung bereits ziemlich sportlich sei. NVIDIA sei derzeit etwa 1,7 Billionen USD wert - anhand der aktuellen Börsenkurse berechnet. Gleichzeitig mache das führende AI-Chip-Unternehmen 2024 vermutlich 60 Mrd. USD Umsatz. Auch wenn die Marktposition derzeit als uneinnehmbar gelte, seien dies happige Relationen.

Während alteingesessenen Börsianern bei solchen Zahlen als Déjà-vu sofort die Interneteuphorie zur Jahrtausendwende durch den Kopf gehe, würden Investoren, die sich intensiver mit aktuellen Entwicklungen und Hintergründen beschäftigen würden, gleichzeitig auch an die Bankenprobleme 2008 denken. So habe ein Gericht in Hongkong die Abwicklung von Evergrande gefordert. Der regelmäßige Leser werde sich an den Herbst 21 erinnern, als dieser Immobiliengigant in China zu wackeln begonnen habe.

Evergrande sei mit Schulden von über 300 Mrd. EUR und zigtausenden bezahlten, aber nicht fertig gebauten Wohnungen systemrelevant. Zum einen für Banken, zum anderen für den Immobilienmarkt, der immerhin 25% der Wirtschaftsleistung Chinas ausmache. Angesichts des Unmuts, den viele Wohnungskäufer kundtun würden, könne auch die chinesische Regierung durchaus beunruhigt sein. Im Zuge dieser Entwicklung seien chinesische Aktien weiter unter Druck geraten. Viele chinesische Werte seien auf Mehrjahrestiefs gefallen. Die meisten Benchmark-Indices in China seien auf 3-Jahressicht 30% im Minus und auf dem Stand von 2009/2010. Es bleibe offen, ob erste beruhigende Worte seitens des Staatsapparats die gewünschte Wirkung entfalten würden.

Aber auch in den USA tobe eine ausgewachsene Krise am Büro- und Gewerbeimmobilienmarkt. Einzelne Objekte in Los Angeles seien bereits mehr als 50% unterhalb des Kaufpreises von 2018 veräußert worden. Eine absolut unerwartete Entwicklung, die neben Investoren insbesondere die finanzierenden Banken treffe. So sei die New York Community Bankcorp auf Ramsch-Status abgestuft worden und der Aktienkurs eingebrochen. Erinnerungen an die kalifornische SVB, die vor einem Jahr kurz vor der Credit Suisse kollabiert habe, würden wach.

Die japanische Aozora Bank sei ebenfalls massiv abgestraft worden. Viele japanische Institute hätten aufgrund des weiterhin gültigen Niedrigzinsumfelds in Japan in höherverzinste US-Kredite investiert und würden nun Verluste erleiden. In Deutschland habe die Pfandbriefbank, deren Geschäftsmodell die Finanzierung von Gewerbeobjekten darstelle, ebenfalls mit Ausfällen zu kämpfen. Gerüchte über ausfallgefährdete Kredite in den USA hätten auch hier zu Kursverlusten geführt.

Andererseits habe die italienische UniCredit im letzten Jahr nicht nur zu den Top-Performern im EURO STOXX 50 gehört. Die Mutter der HypoVereinsbank habe einen Rekordgewinn erwirtschaftet und wolle diesen über Dividenden und Aktienrückkäufe komplett an die Aktionäre ausschütten. Auch der Ausblick sei positiv. Es scheine, dass manche Institute ihre Hausaufgaben erledigt hätten. Auch viele andere Unternehmen würden sehr solide Gewinne, Dividenden und Ausblicke berichten und seien fair bepreist.

Es ergebe sich also ein gemischtes Bild an den globalen Aktienmärkten. Einerseits Euphorie um die Künstliche Intelligenz, andererseits Angst im Immobiliensektor. Überschwang und Angst seien historisch gesehen meist schlechte Ratgeber gewesen, wobei Trends an den Kapitalmärkten aber oft auch länger andauern würden, als man gemeinhin erwarte.

Es empfehle sich daher, bei den Aktieninvestments auf eine breite Streuung und Diversifikation zu achten. Viele der aktuellen Probleme würden zudem derzeit eher stiefmütterlich behandelt. Euphorischen Investoren sollte bewusst sein, dass der Wind auch schnell drehen könne.

Gleichzeitig seien die Volatilitäten weiterhin auf langjährigen Tiefstkursen. Von Angst sei also in Summe nichts zu spüren und Optionen seien entsprechend günstig. Für unseren risikoadjustierten Ansatz mit aktivem Risikomanagement und breiter Streuung von Aktien ein gutes Umfeld, um optimistisch aber auch entspannt in das laufende Jahr zu blicken, so die Experten von Robert Beer Investment.

Index/Fonds / Wertentwicklung 01.01.2019 bis 31.01.2024

EURO STOXX 50 KI +54,9%
EURO STOXX 50 PI +74,3%
LuxTopic - Aktien Europa A +82,5%
LuxTopic - Aktien Europa B +90,0%
LuxTopic - Flex A +94,2%
LuxTopic - Flex B +96,3%
LuxTopic - Systematic Return A +42,1%
RB LuxTopic - Systematic Return B +47,0%

Quelle: infront, eigene Berechnung
Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen.

Morningstar Rating Gesamt per 31.01.2024

RB LuxTopic - Aktien Europa * * * *
RB LuxTopic - Flex * * * *

Morningstar Sustainability Rating per 30.11.2023

Globe Rating:
RB LuxTopic - Aktien Europa: 3 von 5
RB LuxTopic - Systematic Return: 5 von 5
RB LuxTopic - Flex: 3 von 5

FWW Fondsstars per 30.11.2023

RB LuxTopic - Aktien Europa * * *
RB LuxTopic - Flex * * * * * (Höchstnote)

(Ausgabe vom 08.02.2024) (09.02.2024/fc/a/f)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
33,75 € 33,806 € -0,056 € -0,17% 05.03./12:41
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0165251116 257546 33,83 € 30,27 €