ODDO BHF Artificial Intelligence-Fondsmanager sieht Quantensprung in der Robotik


16.11.22 12:30
ODDO BHF Asset Management

Düsseldorf (www.fondscheck.de) - Der Markt für humanoide Roboter steht einem aktuellen Marktkommentar von ODDO BHF Asset Management zufolge vor einem Durchbruch.

Zwar würden bereits seit einigen Jahren Roboter im Bereich der Fabrikautomatisierung (z.B. die japanischen Hersteller Fanuc und Yaskawa oder der US-Produzent Teradyne) und im Bereich der Massenartikel (z.B. Staubsauger der Firma iRobot) in Serie gefertigt. Der Einsatz dieser Roboter beschränke sich jedoch auf geschlossene Systeme. "Der von Tesla am 30. September vorgestellte Prototyp "Optimus" könnte jedoch ein Game Changer werden, wenn die Firma wie angekündigt den humanoiden Roboter in Großserie produziert und zu einem Verkaufspreis von 20.000 US-Dollar anbieten kann", schreibt Brice Prunas, Fondsmanager des ODDO BHF Artificial Intelligence (ISIN LU1919842267 / WKN A2PD0A, CR-EUR).

Teslas Vision sei die Entwicklung eines Roboters, der für möglichst viele Aufgaben des täglichen Lebens einsetzbar sei. Der Investmentexperte von ODDO BHF AM kann sich gut vorstellen, wie diese Roboter der neuen Generation in der Lage sein werden, unsere Gesellschaft zu unterstützen, z.B. älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung zu helfen oder sogar für den Schutz und die Sicherheit von Kindern zu sorgen. "Ebenso bedeutend sind auch die Möglichkeiten im Bereich der Unterhaltung, wo die menschliche Anmutung und die motorischen Fähigkeiten dieser Roboter enormes Potenzial bieten. Noch verfügen diese ersten Roboter nicht über die Funktionalitäten, um Gespräche zu führen. Wir können uns dies aber für die nahe Zukunft vorstellen. Diese Konversationsfähigkeit ist bei einem breiten Einsatzspektrum gefragt", so Brice Prunas.

Der Fondsmanager räume mit Verweis auf Hondas Asimo-Roboter und Softbanks Pepper-Roboter ein, dass die ersten Versuche, humanoide Roboter zu bauen und zu verkaufen, bislang nicht von großem Erfolg gekrönt gewesen seien. Bei Tesla sei er optimistischer, denn in die Entwicklung und Herstellung des Optimus-Roboters sei Expertise aus mehreren Feldern eingeflossen, in denen Tesla in seinem Kerngeschäft - Elektroautos und autonomes Fahren - bereits führend sei.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren von künstlicher Intelligenz und neuronaler Netze sei die Menge an Daten (Bilder, Videos), die das Lernen und Trainieren ermögliche. Tesla verfüge mit seiner Flotte von mehreren hunderttausend Fahrzeugen, die mit autonomen Fahrsystemen ausgestattet seien, bereits über den weltweit besten Algorithmus seiner Art. Das Unternehmen habe für seinen humanoiden Roboter dasselbe selbststeuernde neuronale Netz genutzt und dieses auf die spezifischen Bedürfnisse seiner Roboter (Objekterkennung, Hinderniserkennung) umtrainiert. Ebenso seien Antriebe und elektrische Bauteile Schlüsselkomponenten von Elektrofahrzeugen.

Im Optimus-Roboter könne Tesla seine Stärken insbesondere in der Optimierung des Energieverbrauchs ausspielen. Für alle Komponenten, die zur Herstellung der Roboter benötigt würden, gebe es bereits eigene Produktionslinien im Werk des Herstellers in Fremont, wobei weitestgehend auf die Technologien zurückgegriffen werde, die bereits im Kerngeschäft der Gruppe genutzt würden. Daneben setze Tesla auch für die Robotersparte CAD- und Simulationssoftwarelösungen ein. Statt Crashtests simuliere die Firma damit Stürze des Roboters und nutze diese Lösungen auch zur Optimierung der Stellantriebe.

Bisher könne der Optimus-Roboter auf einer ebenen Fläche gehen, sich wie ein Mensch bewegen und schwere Lasten tragen und transportieren. Wenn der Roboter in Millionen Stückzahlen produziert und verkauft werde, vollziehe sich damit Prunas zufolge ein Quantensprung in der Robotik. (16.11.2022/fc/a/f)





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LU1919842267 A2PD0A 169,83 € 123,02 €