LBBW Welt im Wandel Fonds: 07/2022-Bericht, Wertzuwachs von 6,29% - Fondsanalyse


07.09.22 08:55
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Durch eine ausgewogene Gesamtausrichtung der Strategie des LBBW Welt im Wandel Fonds (ISIN DE0005326482 / WKN 532648) zielt die Anlagepolitik darauf ab, nachhaltig und langfristig Vermögen aufzubauen, so die Experten von LBBW Asset Management.

Mehr als 50 Prozent des Fondsvermögens würden in Wertpapieren angelegt, deren Emittenten Produkte und Dienstleistungen anbieten würden, die durch den Klimawandel, digitalen Wandel und/oder gesellschaftlich-demografischen Wandel beeinflusst würden. Der Begriff "Welt im Wandel" stehe für eine sich im Wandel befindliche Welt, deren Wirtschaft durch die Auswirkungen verschiedener Trends eine wirtschaftliche Transformation erfahre.

Der Fonds könne weltweit in Wertpapiere, wie z.B. verzinsliche Wertpapiere, Aktien und Zertifikate sowie Geldmarktinstrumente, Investmentanteile und sonstige Anlageinstrumente investieren. Hierbei betrage die maximale Quote für Investitionen in Aktien 80 Prozent des Aktivvermögens (die Höhe des Aktivvermögens bestimme sich nach dem Wert der Vermögensgegenstände des Investmentfonds ohne Berücksichtigung von Verbindlichkeiten).

Zudem gelte, dass mindestens 25 Prozent des Aktivvermögens des OGAW-Sondervermögens in solche Kapitalbeteiligungen i.S. des § 2 Absatz 8 Investmentsteuergesetz ("InvStG") angelegt würden, die nach den Anlagebedingungen für das OGAW-Sondervermögen erworben werden könnten. Dabei könnten die tatsächlichen Kapitalbeteiligungsquoten von Ziel-Investmentfonds berücksichtigt werden. Mindestens 75 Prozent des Fondsvermögens müssten in Wertpapieren, Geldmarktinstrumenten und Investmentanteilen angelegt werden, die nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgewählt würden.

Die Nachhaltigkeitskriterien würden sich dabei auf die sogenannten ESG-Faktoren Umwelt, Soziales und Governance beziehen. Investitionen in Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes mit Rüstung, Kohle, Tabak und/oder anderen kontroversen Geschäftspraktiken erwirtschaften würden, dürften nicht getätigt werden. Investitionen in Wertpapiere von Emittenten, die schwerwiegend gegen den UN Global Compact verstoßen würden, dürften ebenfalls nicht getätigt werden. Bei der Nachhaltigkeitsanalyse von öffentlichen Emittenten stehe ein gutes Abschneiden der jeweiligen Staaten in der Bewertung der Demokratie- und Menschenrechte im Fokus.

Die USA befänden sich nach dem zweiten negativen Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Folge in einer technischen Rezession. Der immer deutlicher werdenden Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven zum Trotz seien die Notenbanken vorerst auf Straffungskurs geblieben. Die US-Zentralbank (FED) habe die Leitzinsen im Juli um weitere 0,75% auf 2,50% erhöht. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe im Juli ihren Straffungszyklus mit der ersten Zinserhöhung seit elf Jahren begonnen. Mit 0,50% habe die EZB damit die seit 2014 andauernde Phase negativer Leitzinsen beendet.

Unterdessen seien die Erwartungen zum Ausmaß der Zinsanhebungen auf beiden Seiten des Atlantiks deutlich zurückgegangen. Dies habe am Anleihemarkt zu kräftigen Renditerückgängen geführt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen habe Ende Juli bei nur noch rund 2,7% und die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen zum Monatsende bei rund 0,8% gelegen. Damit hätten die Renditen um rund 0,9% für US-Staatsanleihen bzw. sogar ca. 1,2% bei Bundesanleihen unterhalb der Hochstände Mitte Juni gelegen. Fallende Renditen in Kombination mit weitgehend positiv aufgenommenen Unternehmensberichten hätten zeitgleich auch eine Stabilisierungsphase der Aktienmärkte eingeleitet.

Der DAX habe den Monat Juli mit einem Kurszuwachs von ca. 5,48% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund 7,76% gewonnen. US-Standardwerte hätten den Monat mit ca. 9,2% Kursgewinn beendet und US-Technologiewerte hätten im Durchschnitt um ca. 12,4% zugelegt (jeweils in US-Dollar). Der Euro habe weitere 2,6% zum US-Dollar verloren und bei ca. 1,022 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der Juli sei ein unruhiger Monat am Rohstoffmarkt gewesen. Ein starker US-Dollar, schwache Wirtschaftsdaten sowie die geringe Liquidität am Terminmarkt hätten die Rohstoffpreise besonders in der ersten Monatshälfte unter Druck gesetzt. Gegen den Trend habe Erdgas im Monatsverlauf deutlich zulegen können. In den USA hätten deutlich höhere Temperaturen zu einer gestiegenen Erdgasnachfrage geführt und in Europa habe die turnusmäßige Wartung der Erdgaspipeline Nord Stream 1 sowie Turbulenzen um eine Gasturbine für geringere Durchflussraten beim dringend benötigen Erdgas gesorgt. Die Feinunze Gold sei rund 2,3% gefallen und habe den Monat bei rund 1.766 US-Dollar beendet.

Es werde immer deutlicher, dass die gestiegenen Zinsen in Kombination mit den stark gestiegenen Inflationsraten das Wachstum deutlich bremsen könnten. Die in den vergangenen Wochen veröffentlichten Frühindikatoren würden für die deutsche und die europäische Wirtschaft auf einen Wachstumseinbruch hindeuten. Zudem laste die unsichere Gasversorgung auf der Stimmung. Zwar habe Russland nach Abschluss der Revisionsarbeiten von Nord Stream 1 die Lieferungen wieder anlaufen lassen, jedoch habe der Durchfluss zuletzt nur noch bei ca. 20% der Kapazität gelegen. Der europäische Gaspreis habe Ende Juli um das Zehnfache höher als noch Anfang 2021 gelegen. Die Inflationsrate der gesamten Eurozone sei im Juli auf ca. 8,9% geklettert und weitere Sondereffekte, wie ein auslaufender Tankrabatt und die drohende Gasumlage, stünden an.

Die beunruhigenden Konjunktursignale hätten unter den Anlegern zu einer Neueinschätzung der Leitzinserwartungen geführt. Der Markt bezweifele vor dem Hintergrund der gestiegenen Rezessionswahrscheinlichkeit mehr und mehr die Dauerhaftigkeit der Zinswende. Das Ausmaß an erwarteten Zinsanhebungen seitens der US-Zentralbank (FED) und der Europäischen Zentralbank (EZB) sei deutlich reduziert worden, was die Kapitalmarktrenditen auf das Niveau von April gedrückt habe. Seit Mitte Juli habe die Hoffnung auf ein früheres Ende des Straffungszyklus auch eine Erholung der Aktienmärkte ermöglicht. Ungeachtet dessen müsse damit gerechnet werden, dass die Kapitalmärkte zumindest bis zu einer Kehrtwende der FED stärker schwanken könnten und der US-Dollar tendenziell unterstützend wirke.

Der LBBW Welt im Wandel habe im Juli rund 6,29% zugelegt.

Die Anleiheseite des Fonds sei größtenteils in hochliquiden Staatsanleihen investiert geblieben. Allerdings habe das Portfoliomanagement Opportunitäten genutzt, um einzelne Titel von Unternehmen zu ergänzen, die aufgrund ihres Geschäftszwecks, aber auch aufgrund ihrer nachhaltigen Ausprägungen das Gesamtportfolio abrunden würden. Ein Beispiel sei das Chemieunternehmen Ecolab, das als führend in den Bereichen Umwelt und Soziales einzustufen sei und auch im Bereich der Unternehmensführung als überdurchschnittlich gelte. Das Unternehmen sei unter anderem im Bereich der Wasseraufbereitung, Hygiene und Infektionsprävention engagiert.

Die Aktienquote des Fonds sei im Juli zwischen rund 52% und ca. 58% gesteuert worden. In der Tendenz habe das Portfoliomanagement die etwas festeren Aktienmärkte genutzt, um in geringem Umfang weitere Absicherungspositionen einzugehen. Insbesondere im Umfeld drohender Rezessionen in einigen entwickelten Volkswirtschaften erschien diese Maßnahme angebracht, so die Experten von LBBW Asset Management. Gleichzeitig hätten allerdings auch die durchschnittlichen Erwartungen vieler Marktteilnehmer signalisiert, dass einige Verwerfungen bereits vorweg in den Marktkursen einkalkuliert worden seien. Dieser Mix habe das Management dazu veranlasst, etwas defensiver positioniert zu sein, aber auch nicht zu sehr sich der Chancen einer technischen Erholung zu beschneiden. Derart ausgeprägte Positionierungen des Gesamtmarktes hätten in der Vergangenheit häufig zu sprunghaften Ereignissen geführt, welchen das Portfoliomanagement - unter anderem auch durch die Wahl der Absicherungsinstrumente - in gewissem Umfang Rechnung habe tragen wollen. (Stand vom 29.07.2022) (07.09.2022/fc/a/f)





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