LBBW RentaMax R Fonds: 07/2022-Bericht, Wertzuwachs von 5,1% - Fondsanalyse


02.09.22 10:03
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Ziel der Anlagepolitik des LBBW RentaMax R Fonds (ISIN DE0005326144 / WKN 532614) ist es, bei Beachtung des Risikogesichtspunktes eine möglichst attraktive Rendite zu erwirtschaften, so die Experten von LBBW Asset Management.

Mehr als 50 Prozent des Wertes des Fonds würden in verzinsliche Wertpapiere angelegt, die auf Euro lauten würden; auf diese Bestandsgrenze würden Derivate nicht angerechnet. Der Anteil der Wertpapiere, die auf Fremdwährung lauten würden, dürfe zusammen 25 Prozent des Wertes des Fondsvermögens nicht übersteigen. Der Fokus des Fonds liege derzeit auf Euro-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr guter Schuldnerqualität. Die durchschnittlichen Restlaufzeiten der Wertpapiere im Fonds würden der aktuellen Marktsituation unter Gesichtspunkten der Ertragsoptimierung ständig angepasst.

Die USA befänden sich nach dem zweiten negativen Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Folge in einer technischen Rezession. Der immer deutlicher werdenden Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven zum Trotz seien die Notenbanken vorerst auf Straffungskurs geblieben. Die US-Zentralbank (FED) habe die Leitzinsen im Juli um weitere 0,75% auf 2,50% erhöht. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe im Juli ihren Straffungszyklus mit der ersten Zinserhöhung seit elf Jahren begonnen. Mit 0,50% habe die EZB damit die seit 2014 andauernde Phase negativer Leitzinsen beendet.

Unterdessen seien die Erwartungen zum Ausmaß der Zinsanhebungen auf beiden Seiten des Atlantiks deutlich zurückgegangen. Dies habe am Anleihemarkt zu kräftigen Renditerückgängen geführt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen habe Ende Juli bei nur noch rund 2,7% und die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen zum Monatsende bei rund 0,8% gelegen. Damit hätten die Renditen um rund 0,9% für US-Staatsanleihen bzw. sogar ca. 1,2% bei Bundesanleihen unterhalb der Hochstände Mitte Juni gelegen. Fallende Renditen in Kombination mit weitgehend positiv aufgenommenen Unternehmensberichten hätten zeitgleich auch eine Stabilisierungsphase der Aktienmärkte eingeleitet.

Der DAX habe den Monat Juli mit einem Kurszuwachs von ca. 5,48% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund 7,76% gewonnen. US-Standardwerte hätten den Monat mit ca. 9,2% Kursgewinn beendet und US-Technologiewerte hätten im Durchschnitt um ca. 12,4% zugelegt (jeweils in US-Dollar). Der Euro habe weitere 2,6% zum US-Dollar verloren und bei ca. 1,022 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im Juli deutlich angezogen. Der Gesamtertrag habe im vergangenen Monat bei rund 5,1% gelegen. Dies sei der höchste monatliche Ertrag seit Indexauflegung. Zuvor sei seit Dezember jedoch in jedem Monat ein negativer Ertrag verzeichnet worden. Auf Jahressicht habe das Minus damit noch immer bei circa -8,9% gelegen. Getrieben worden sei die Wertentwicklung im Juli sowohl von der rückläufigen Zinsentwicklung als auch von gesunkenen Risikoprämien.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten sich im Juli ebenfalls gut entwickelt und dabei ebenfalls von einer Erholung bei den Risikoprämien profitiert. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe im Juli einen Gesamtertrag von ca. 5,7% aufgewiesen. Allerdings sei auch hier die bisherige Wertentwicklung auf Jahressicht mit ca. -10,7% noch klar im negativen Bereich geblieben.

Es werde immer deutlicher, dass die gestiegenen Zinsen in Kombination mit den stark gestiegenen Inflationsraten das Wachstum deutlich bremsen könnten. Die in den vergangenen Wochen veröffentlichten Frühindikatoren würden für die deutsche und die europäische Wirtschaft auf einen Wachstumseinbruch hindeuten. Zudem laste die unsichere Gasversorgung auf der Stimmung. Zwar habe Russland nach Abschluss der Revisionsarbeiten von Nord Stream 1 die Lieferungen wieder anlaufen lassen, jedoch habe der Durchfluss zuletzt nur noch bei ca. 20% der Kapazität gelegen. Der europäische Gaspreis habe Ende Juli um das Zehnfache höher als noch Anfang 2021 gelegen. Die Inflationsrate der gesamten Eurozone sei im Juli auf ca. 8,9% geklettert und weitere Sondereffekte, wie ein auslaufender Tankrabatt und die drohende Gasumlage, stünden an.

Die beunruhigenden Konjunktursignale hätten unter den Anlegern zu einer Neueinschätzung der Leitzinserwartungen geführt. Der Markt bezweifele vor dem Hintergrund der gestiegenen Rezessionswahrscheinlichkeit mehr und mehr die Dauerhaftigkeit der Zinswende. Das Ausmaß an erwarteten Zinsanhebungen seitens der US-Zentralbank (FED) und der Europäischen Zentralbank (EZB) sei deutlich reduziert worden, was die Kapitalmarktrenditen auf das Niveau von April gedrückt habe. Seit Mitte Juli habe die Hoffnung auf ein früheres Ende des Straffungszyklus auch eine Erholung der Aktienmärkte ermöglicht. Ungeachtet dessen müsse damit gerechnet werden, dass die Kapitalmärkte zumindest bis zu einer Kehrtwende der FED stärker schwanken könnten und der US-Dollar tendenziell unterstützend wirke. (Stand vom 29.07.2022) (02.09.2022/fc/a/f)





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