LBBW RentaMax R-Fonds: 06/2022-Bericht, Wertrückgang von 4,3% - Fondsanalyse


05.08.22 10:00
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Ziel der Anlagepolitik des LBBW RentaMax R-Fonds ist es, bei Beachtung des Risikogesichtspunktes eine möglichst attraktive Rendite zu erwirtschaften, so die Experten von LBBW Asset Management.

Mehr als 50 Prozent des Wertes des Fonds würden in verzinsliche Wertpapiere angelegt, die auf Euro lauten würden; auf diese Bestandsgrenze würden Derivate nicht angerechnet. Der Anteil der Wertpapiere die auf Fremdwährung lauten würden, dürfe zusammen 25 Prozent des Wertes des Fondsvermögens nicht übersteigen. Der Fokus des Fonds liege derzeit auf Euro-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr guter Schuldnerqualität. Die durchschnittlichen Restlaufzeiten der Wertpapiere im Fonds würden der aktuellen Marktsituation unter Gesichtspunkten der Ertragsoptimierung ständig angepasst.

Im Laufe des Juni hätten die Rezessionssorgen deutlich zugenommen. Dies habe sich in fallenden Staatsanleiherenditen und deutlich zurückgehenden Preisen an den Rohstoffmärkten geäußert. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei in wenigen Tagen von knapp 2% auf unter 1,2% gesunken. Rohstoffe hätten Ende Juni größtenteils deutlich unter dem Niveau vor Kriegsbeginn notiert. Derweil hätten sich die Gewinnerwartungen für Unternehmen deutlich eingetrübt, was die Aktienmärkte unter Druck gebracht habe. Die anstehende Berichtssaison zum zweiten Quartal werde weiteren Aufschluss bringen.

Die Bremspolitik der Notenbanken, allen voran der US-Notenbank (FED), die im Juni erstmals seit 1994 eine Leitzinserhöhung um 0,75% auf 1,75% vorgenommen habe, werde das vorerst kaum beeinflussen. Rekordhohe Inflation zwinge die Notenbanken zum Gegensteuern. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe im Juni überraschend die Leitzinsen um 0,50% angehoben und die Europäische Zentralbank (EZB) werde im Juli voraussichtlich mit einer Leitzinserhöhung von 0,25% nachziehen. Unterdessen scheine sich aufgrund der abebbenden Corona-Infektionswelle in Shanghai und Peking die Lieferkettenproblematik zu entspannen und in Kombination mit der fortgesetzten politischen Unterstützung die Entwicklung in China positiv zu beeinflussen.

Der DAX habe den Monat mit einem Kursverlust von ca. -11,15% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund 8% verloren. Die US-Standardwerte hätten den Juni mit einem Kursrückgang von ca. -8,3% beendet und die US-Technologiewerte hätten rund 9% (jeweils in US-Dollar) verloren.

Der europäische Anleihemarkt habe sich im Juni dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei von rund 1,12% auf ca. 1,37% gestiegen. Der Euro habe rund 2,3% zum US-Dollar verloren und mit ca. 1,048 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im Juni erneut nachgegeben. Der Gesamtertrag im vergangenen Monat habe bei rund -3,7% gelegen. Seit Dezember sei in jedem Monat ein negativer Ertrag verzeichnet worden. Auf Jahressicht liege das Minus aktuell bei ca. -13,3%.

Die schwache Wertentwicklung im Juni sei zum einen auf ein neuerlich gestiegenes Zinsniveau zurückzuführen gewesen. Zum anderen seien gestiegene Risikoprämien ein starker Belastungsfaktor gewesen. Die Rendite des Indexes habe zum Ende des vergangenen Monats bei ca. 3,1% und damit über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre gelegen.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten sich im Juni ebenfalls stark negativ entwickelt. Der diese Werte abbildende Index ICE Bof-AML HNE0 habe im Juni einen Gesamtertrag von ca. -7,5% aufgewiesen, das schlechteste Abschneiden in diesem Jahr. Die Risikoprämien seien im Juni deutlich angestiegen und hätten den Hauptbelastungsfaktor dargestellt. Auf Jahressicht werde nunmehr ein Minus von rund -15,5% verzeichnet.

Nicht ganz unterwartet verdichte sich das Szenario, dass die gestiegenen Zinsen in Kombination mit den stark gestiegenen Inflationsraten das Wachstum deutlich bremsen könnten. Die sich abzeichnende Inflationsspitze und die zunehmenden Rezessionssorgen hätten dementsprechend eine kräftige Rally an den Anleihemärkten befeuert. Die Aktienmärkte seien derweil unter Druck geblieben. Wenn auch aufgrund des stark beschädigten Sentiments kurzfristige Erholungsversuche jederzeit möglich seien, dürften die Kapitalmärkte stärker schwanken und der US-Dollar tendenziell unterstützend wirken.

In Europa bleibe die Sicherung der Energieversorgung das beherrschende Thema. Russland habe im Juni die Gaslieferungen auf rund 40% der üblichen Menge gedrosselt. Nach Abschluss der anstehenden Revision der Nord-Stream-Leitung werde sich gegen Ende Juli zeigen, in welchem Umfang Russland weiter liefere. Zusätzlich würden geringere Importmengen aufgrund eines Streiks in der Öl- und Gasindustrie Norwegens drohen. Die Gemengelage könnte die Preise für Gas und Strom weiter nach oben treiben. Bei einem Totalausfall der Gaslieferungen aus Russland müsse mit weiter anziehenden Gas- und Strompreisen und im Winter ggf. sogar mit Rationierungsmaßnahmen gerechnet werden. Der Preisdruck könnte daher vor allem in Europa anhalten und die Wahrscheinlichkeit für eine handfeste Stagflation/Rezession bleibe erhöht. (Stand vom 30.06.2022) (05.08.2022/fc/a/f)






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