LBBW Nachhaltigkeit Renten R Fonds: 07/2022-Bericht, Wertzuwachs von 5,2% - Fondsanalyse


01.09.22 09:30
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Mehr als 50% des Vermögens des LBBW Nachhaltigkeit Renten werden nach dem Grundsatz der Risikostreuung in Staatsanleihen (derzeit meist europäische), Pfandbriefen und Unternehmensanleihen (derzeit meist in EUR denominierte) angelegt, die nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgewählt werden, so die Experten von LBBW Asset Management.

Dabei könne auch in Anleihen aus den Emerging Markets investiert werden, die nach denselben Grundsätzen ausgewählt würden. Die Auswahl der Papiere erfolge durch eine strenge Nachhaltigkeitsprüfung der sozialen und ökologischen Qualität von Unternehmen und Ländern als Kombination von Ausschlusskriterien und dem Best-in-Class-Ansatz. Die Grundlage bilde derzeit die Datenbasis der ISS ESG, einem weltweit führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen.

Beispielsweise würden Firmen ausgeschlossen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes in kontroversen Branchen wie Rüstung, Atomenergie, Alkohol oder Agrar-Gentechnologien erwirtschaften würden. Des Weiteren würden Staaten/Firmen ausgeschlossen, die gegen Menschenrechte verstoßen würden, Kinderarbeit und Korruption zulassen würden sowie Staaten im Besitz von Atomwaffen, mit hohem Anteil an Atomenergie im Energiemix, hohen Rüstungsausgaben oder negativer Klimaschutzpolitik. Danach erfolge die Anlage nach der Ausstellerqualität unter Einbeziehung des Konjunktur- und Zinsumfeldes.

Die USA befänden sich nach dem zweiten negativen Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Folge in einer technischen Rezession. Der immer deutlicher werdenden Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven zum Trotz seien die Notenbanken vorerst auf Straffungskurs geblieben. Die US-Zentralbank (FED) habe die Leitzinsen im Juli um weitere 0,75% auf 2,50% erhöht. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe im Juli ihren Straffungszyklus mit der ersten Zinserhöhung seit elf Jahren begonnen. Mit 0,50% habe die EZB damit die seit 2014 andauernde Phase negativer Leitzinsen beendet.

Unterdessen seien die Erwartungen zum Ausmaß der Zinsanhebungen auf beiden Seiten des Atlantiks deutlich zurückgegangen. Dies habe am Anleihemarkt zu kräftigen Renditerückgängen geführt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen habe Ende Juli bei nur noch rund 2,7% und die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen zum Monatsende bei rund 0,8% gelegen. Damit hätten die Renditen um rund 0,9% für US-Staatsanleihen bzw. sogar ca. 1,2% bei Bundesanleihen unterhalb der Hochstände Mitte Juni gelegen. Fallende Renditen in Kombination mit weitgehend positiv aufgenommenen Unternehmensberichten hätten zeitgleich auch eine Stabilisierungsphase der Aktienmärkte eingeleitet.

Der DAX habe den Monat Juli mit einem Kurszuwachs von ca. 5,48% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund 7,76% gewonnen. US-Standardwerte hätten den Monat mit ca. 9,2% Kursgewinn beendet und US-Technologiewerte hätten im Durchschnitt um ca. 12,4% zugelegt (jeweils in US-Dollar). Der Euro habe weitere 2,6% zum US-Dollar verloren und bei ca. 1,022 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im Juli deutlich angezogen. Der Gesamtertrag habe im vergangenen Monat bei rund 5,1% gelegen. Dies sei der höchste monatliche Ertrag seit Indexauflegung. Zuvor sei seit Dezember jedoch in jedem Monat ein negativer Ertrag verzeichnet worden. Auf Jahressicht habe das Minus damit noch immer bei circa -8,9% gelegen. Getrieben worden sei die Wertentwicklung im Juli sowohl von der rückläufigen Zinsentwicklung als auch von gesunkenen Risikoprämien.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten sich im Juli ebenfalls gut entwickelt und dabei ebenfalls von einer Erholung bei den Risikoprämien profitiert. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe im Juli einen Gesamtertrag von ca. 5,7% aufgewiesen. Allerdings sei auch hier die bisherige Wertentwicklung auf Jahressicht mit ca. -10,7% noch klar im negativen Bereich geblieben.

Der LBBW Nachhaltigkeit Renten habe im Monat Juli angesichts eines starken Zinsrückgangs im Zuge aufkommender Rezessionsängste eine deutliche Kurserholung verzeichnet und damit rund ein Drittel der negativen Wertentwicklung seit Jahresbeginn wieder ausgleichen können.

Die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer habe Ende Juli bei rund 6,1 Jahren und die Rendite des Mandats bei ca. 2,9% gelegen. Den Schwerpunkt hätten Anlagen im sieben- bis zehnjährigen Laufzeitenband gebildet, gefolgt vom fünf- bis siebenjährigen Laufzeitenband. Der Bestand an Unternehmensanleihen habe den größten Anteil am Fondsvermögen gehabt, gefolgt von staatsnahen Anleihen und Staatsanleihen.

Bei der Selektion der Anleihen werde aus dem zulässigen, nachhaltigen Anlageuniversum weiterhin verstärkt der Fokus auf den Kauf von grünen, sozialen oder nachhaltig ausgerichteten Emissionen gerichtet. (Stand vom 29.07.2022) (01.09.2022/fc/a/f)






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