LBBW Nachhaltigkeit Renten R Fonds: 04/2022-Bericht, Wertverlust von 2,6% - Fondsanalyse


16.06.22 08:30
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Mehr als 50% des Vermögens des LBBW Nachhaltigkeit Renten werden nach dem Grundsatz der Risikostreuung in Staatsanleihen (derzeit meist europäische), Pfandbriefen und Unternehmensanleihen (derzeit meist in EUR denominierte) angelegt, die nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgewählt werden, so die Experten von LBBW Asset Management.

Dabei könne auch in Anleihen aus den Emerging Markets investiert werden, die nach denselben Grundsätzen ausgewählt würden. Die Auswahl der Papiere erfolge durch eine strenge Nachhaltigkeitsprüfung der sozialen und ökologischen Qualität von Unternehmen und Ländern als Kombination von Ausschlusskriterien und dem Best-in-Class-Ansatz. Die Grundlage bilde derzeit die Datenbasis der ISS ESG, einem weltweit führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen.

Beispielsweise würden Firmen ausgeschlossen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes in kontroversen Branchen wie Rüstung, Atomenergie, Alkohol oder Agrar-Gentechnologien erwirtschaften würden. Des Weiteren würden Staaten/Firmen ausgeschlossen, die gegen Menschenrechte verstoßen würden, Kinderarbeit und Korruption zulassen würden sowie Staaten im Besitz von Atomwaffen, mit hohem Anteil an Atomenergie im Energiemix, hohen Rüstungsausgaben oder negativer Klimaschutzpolitik. Danach erfolge die Anlage nach der Ausstellerqualität unter Einbeziehung des Konjunktur- und Zinsumfeldes.

Die sogenannten stagflationären Tendenzen hätten im April weiter zugenommen. Einerseits habe Chinas Null-Covid-Politik zu Unterbrechungen der globalen Lieferketten geführt, während das Importembargo gegenüber russischen Rohstoffen das Rohstoffangebot knapp gehalten habe. Diese ungünstige Gemengelage habe das globale Wachstum vor allem über die Angebotsseite beeinträchtigt und das Inflationsprofil auf deutlich erhöhtem Niveau gehalten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Preise im Euroraum um 7,5% und in den USA um 8,5% gestiegen. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) des Euroraums habe im ersten Quartal eine schleppende und uneinheitliche Dynamik gezeigt, während das Wachstum des US-BIP um 1,4% rückläufig gewesen sei.

Aktienmärkte hätten im April teils deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Der DAX habe den Monat mit einem Kursverlust von rund 2,2% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe ca. 0,57% verloren. Die US-Standardwerte hätten den April mit ca. -8,7% beendet und US-Technologiewerte hätten mit ca. 13% stark verloren (jeweils in USD).

Der Anleihemarkt habe sich im April dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sei um ca. 0,60% auf rund 2,94% und die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen von ca. 0,55% auf rund 0,94% gestiegen. Der Euro habe zum US-Dollar mit rund -4,7% deutlich verloren und mit ca.1,054 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im April erneut deutlich nachgegeben. Der Gesamtertrag im vergangenen Monat habe bei rund -2,9% gelegen. Seit Dezember sei somit in jedem Monat ein negativer Ertrag verzeichnet worden. Auf Jahressicht liege das Minus aktuell bei ca. -8,6%.

Die negative Entwicklung im April sei dabei nicht alleine auf den neuerlichen Anstieg des Zinsniveaus zurückzuführen gewesen. Nach einem Rückgang im März seien auch die Risikoprämien wieder angestiegen. Beide Effekte hätten somit die Wertentwicklung belastet. Die Rendite des Index habe Ende April bei rund 2,1% gelegen, im August 2021 seien es noch ca. 0,14% gewesen.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten sich ebenfalls negativ entwickelt. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe im April einen Gesamtertrag von rund -3,1% aufgewiesen, nachdem im Vormonat noch ein kleines Plus zu Buche gestanden habe. Die Risikoprämien seien wieder angestiegen und hätten einen wesentlichen Belastungsfaktor dargestellt. Auf Jahressicht werde nunmehr ein deutliches Minus von rund -7,5% verzeichnet.

Der LBBW Nachhaltigkeit Renten habe im Monat April durch den fortdauernden Anstieg der Zinsen im Zuge der Inflationssorgen einen nochmaligen starken Kursrückgang verzeichnet. Die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer habe bei rund sechs Jahren gelegen. Den Schwerpunkt hätten Anlagen im fünf- bis siebenjährigen Laufzeitenband gebildet, knapp gefolgt vom sieben- bis zehnjährigen Laufzeitenband. Der Bestand an Unternehmensanleihen habe den größten Anteil am Fondsvermögen gehabt, gefolgt von staatsnahen Anleihen und Staatsanleihen. Bei der Selektion der Anleihen werde aus dem zulässigen, nachhaltigen Anlageuniversum weiterhin verstärkt der Fokus auf den Kauf von grünen, sozialen oder nachhaltig ausgerichteten Emissionen gerichtet. (Stand vom 29.04.2022) (16.06.2022/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
46,13 € 45,58 € 0,55 € +1,21% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A0X97K7 A0X97K 54,01 € 45,34 €