LBBW Nachhaltigkeit Aktien R-Fonds: 06/2022-Bericht, Wertrückgang von 7,9% - Fondsanalyse


03.08.22 12:30
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Ziel der Anlagepolitik des LBBW Nachhaltigkeit Aktien R ist die Erwirtschaftung eines möglichst hohen Wertzuwachses, so die Experten von LBBW Asset Management.

Der LBBW Nachhaltigkeit Aktien investiere überwiegend in Aktien, die innerhalb ihrer Branche ein überdurchschnittliches ökologisches und soziales Ranking aufweisen würden (Best in Class). Grundlage der Auswahl sei eine anhand von ca. 200 Kriterien durchgeführte Bewertung, derzeit durch die ISS ESG, einem weltweit führenden Anbieter von Informationen über die soziale und ökologische Entwicklung von Unternehmen, Branchen und Ländern.

Im ersten Schritt werde die ökologische und soziale Unternehmensverantwortung überprüft. In Gesellschaften mit kontroversen Geschäftsfeldern bzw. Geschäftspraktiken werde nicht investiert. Dazu würden z.B. Atomenergie, Rüstung, Tabak, Abtreibung, Glücksspiel, Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen zählen. Im zweiten Schritt werde unter Beachtung zahlreicher streng betriebswirtschaftlicher Gesichtspunkte entschieden, in welche der verbleibenden Titel investiert werde. Hierbei werde derzeit für mindestens 51% des Fondsvermögens in europäische Aktiengesellschaften investiert.

Im Laufe des Juni hätten die Rezessionssorgen deutlich zugenommen. Dies habe sich in fallenden Staatsanleiherenditen und deutlich zurückgehenden Preisen an den Rohstoffmärkten geäußert. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei in wenigen Tagen von knapp 2% auf unter 1,2% gesunken. Rohstoffe hätten Ende Juni größtenteils deutlich unter dem Niveau vor Kriegsbeginn notiert. Derweil hätten sich die Gewinnerwartungen für Unternehmen deutlich eingetrübt, was die Aktienmärkte unter Druck gebracht habe. Die anstehende Berichtssaison zum zweiten Quartal werde weiteren Aufschluss bringen.

Die Bremspolitik der Notenbanken, allen voran der US-Notenbank (FED), die im Juni erstmals seit 1994 eine Leitzinserhöhung um 0,75% auf 1,75% vorgenommen habe, werde das vorerst kaum beeinflussen. Rekordhohe Inflation zwinge die Notenbanken zum Gegensteuern. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe im Juni überraschend die Leitzinsen um 0,50% angehoben und die Europäische Zentralbank (EZB) werde im Juli voraussichtlich mit einer Leitzinserhöhung von 0,25% nachziehen. Unterdessen scheine sich aufgrund der abebbenden Corona-Infektionswelle in Shanghai und Peking die Lieferkettenproblematik zu entspannen und in Kombination mit der fortgesetzten politischen Unterstützung die Entwicklung in China positiv zu beeinflussen.

Der DAX habe den Monat mit einem Kursverlust von ca. -11,15% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund 8% verloren. Die US-Standardwerte hätten den Juni mit einem Kursrückgang von ca. -8,3% beendet und die US-Technologiewerte hätten rund 9% (jeweils in US-Dollar) verloren.

Der europäische Anleihemarkt habe sich im Juni dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei von rund 1,12% auf ca. 1,37% gestiegen. Der Euro habe rund 2,3% zum US-Dollar verloren und mit ca. 1,048 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der Ausverkauf an den internationalen Märkten habe sich im Juni fortgesetzt. Das erste Halbjahr sei für den breiten US-Aktienmarkt mit einem Wertverlust von über 20% das schlechteste Halbjahr seit 1970 gewesen. Der deutsche Leitindex DAX habe sogar den schlechtesten Juni aller Zeiten verzeichnet. Die US-Technologiewerte habe es im ersten Halbjahr mit einem Minus von über 30% noch schlimmer erwischt. Seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 hätten die US-Technologiewerte nicht mehr so viel an Wert verloren. Der Bitcoin habe über 60% abgegeben. Es sei das größte Minus für die Kryptowährung seit dem dritten Quartal 2011.

Hingegen hätten die Preise von Rohstoffen merklich zugenommen. Das habe die Aktien von US-Energieunternehmen mit einem Plus von fast 32% zu den einzigen Gewinnern in diesem Jahr gemacht. In vergangenen Krisen hätten sich Anleihen als stabilisierender Faktor im Portfolio bewährt. US-Staatsanleihen hätten sich allerdings im ersten Halbjahr so schlecht wie noch nie entwickelt. Rückgerechnet hätten US-Staatsanleihen sogar das schlechteste Halbjahr seit 1788 gehabt - kurz bevor George Washington US-Präsident geworden sei. Der US-Dollar habe gegen den Euro im ersten Halbjahr um gut 10% zulegen können - der größte Anstieg seit 2010.

Das erste Halbjahr sei rückblickend ein Halbjahr der Extreme und alles andere als normal gewesen. Grund für den Ausverkauf seien die Folgen der stark angestiegenen Inflationsraten gewesen. Die Inflationsrate habe im Jahr 2022 mit über 8%, verglichen zum Vorjahr, den höchsten Wert seit dem Jahr 1974 erreicht. Die Notenbanken hätten auf die stark gestiegenen Inflationsraten viel zu spät reagiert. Jetzt würden sie auf den Panikknopf drücken, müssten die Zinsen schneller und stärker erhöhen, um die Inflation insgesamt in den Griff zu bekommen.

Ein Hauptgrund für die stark gestiegene Inflation seien die Energiekosten. Mit dem Krieg in der Ukraine seien die Energiepreise enorm gestiegen. Die Lieferengpässe, die vor allem durch Corona in China angehalten hätten, hätten das Problem zusätzlich verschärft. Bei steigenden Preisen würden Verbraucher versuchen, die Ausgaben zu drosseln. Das hätten auch die im Juni weniger stark als erwartet gestiegenen Ausgaben der US-Konsumenten belegt. Außerdem seien die Ausgaben im Vormonat nach revidierten Daten schwächer als bisher bekannt gestiegen.

Der Fonds LBBW Nachhaltigkeit Aktien habe sich dem Ausverkauf im Juni nicht entziehen können und den Monat deutlich negativ abgeschlossen. Bei den Aktien hätten sich im Juni die zyklischen Werte am negativsten entwickelt. Zu nennen sei beispielsweise der Spezialchemie Konzern LANXESS, der rund 21% verloren habe. Auch der Chip-Maschinenlieferant ASML habe rund 15% tiefer notiert. Positiv hingegen hätten sich Börsenbetreiber wie die Deutsche Börse bzw. die London Stock Exchange (LSE) oder Pharmawerte wie Merck, Novo Nordisk oder GlaxoSmithKline entwickelt. (Stand vom 30.06.2022) (03.08.2022/fc/a/f)






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