LBBW Multi Global R Fonds: 12/2022-Bericht, Wertverlust von 3,6% - Fondsanalyse


25.01.23 09:15
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Das Ziel der Anlagepolitik des LBBW Multi Global ist es, eine attraktive Rendite zu erwirtschaften, so die Experten von LBBW Asset Management.

Der LBBW Multi Global R sei ein defensiv ausgerichteter Wertpapier-Mischfonds. Er könne weltweit in Wertpapiere, u.a. in verzinsliche Wertpapiere, Aktien und Zertifikate sowie in Geldmarktinstrumente, Investmentanteile und sonstige Anlageinstrumente investieren. Hierbei betrage die maximale Quote für Investitionen in Aktien 30% des Fondsvermögens. Zur weiteren Diversifikation sei aktuell beabsichtigt, bis zu 10% in 1:1 Zertifikate auf Edelmetalle anzulegen. Die Investmentgesellschaft dürfe in Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Geldmarktinstrumente der Bundesrepublik Deutschland und deren Bundesländer mehr als 35% des Wertes des Sondervermögens anlegen.

Der Fonds sei ein aktiver Investmentfonds, welcher keinen Index nachbilde. Die Anlagestrategie nehme einen Vergleichsmaßstab als Orientierung, welcher in seiner Wertentwicklung übertroffen werden solle. Dabei werde nicht versucht, die im Index enthaltenen Vermögensgegenstände zu replizieren. Die Vermögensgegenstände hätten überwiegend eine aktive Über- und Untergewichtung zum Vergleichsmaßstab. Auch seien Investitionen in Vermögensgegenstände erlaubt, die nicht Bestandteil des Vergleichsmaßstabs seien. Die Auswahl der einzelnen Vermögensgegenstände obliege dem Fondsmanagement.

Ein herausforderndes Anlagejahr habe mit dem Jahreswechsel die Bücher geschlossen. Der Krieg in der Ukraine, Inflation in nicht gekanntem Ausmaß und eine drastische Wende der Geldpolitik hätten den Anlegern über das Jahr hinweg alles abverlangt. 2022 sei seit 1926 erst das dritte Jahr gewesen - neben 1931 und 1969 - in dem in den USA sowohl Aktien als auch Anleihen mit Verlusten aus dem Handel gegangen seien.

Die markante Markterholung der beiden vorangegangenen Monate habe im Dezember nicht fortgesetzt werden können. Bei den Anleihen- und Aktienmärkten sei es nochmals zu deutlichen Kursverlusten gekommen. Die europäischen Aktienmärkte hätten sich im Vergleich zu den US-Aktien deutlich robuster gezeigt. Die US-Standardwerte hätten vor allem unter der Schwäche der Technologiewerte gelitten und ca. die Hälfte der Kursgewinne der letzten Monate wieder abgeben müssen. Hinzugekommen sei die schwächere Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Aus Sicht eines Euroanlegers hätten US-Werte im Dezember rund -10,0% verloren. Auf das Jahr gerechnet hätten sich die Verluste in Euro auf ca. -13,7% für US-Aktien und rund -10,0% für europäische Aktien belaufen. Die zuletzt deutlich bessere Entwicklung europäischer Aktien dürfte nicht zuletzt auf das ungewöhnlich warme Wetter und die gut gefüllten Gasspeicher zurückzuführen sein. Dadurch habe sich das Risiko einer Gasknappheit sowie einer Gasrationierung reduziert. Der Terminmarktpreis für Gas habe das Jahr bei ca. 76 Euro/kwh und damit unter dem Preis von Ende 2021 bei rund 87 Euro/kwh beendet.

Die Aktienmärkte hätten im Dezember durchweg mit Verlusten geschlossen. Der DAX habe den Monat mit einem Kursverlust von ca. -3,3% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe ebenfalls rund -3,3% verloren. Die US-Standardwerte hätten den Monat mit Abgaben von ca. -5,8% beendet und US-Technologiewerte hätten im Durchschnitt rund -8,7% (beide in US-Dollar) verloren.

Der europäische Anleihemarkt habe den Dezember ebenfalls mit deutlichen Verlusten beendet. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe sei von ca. 1,93% auf rund 2,57% gestiegen und habe damit das Jahr auf Jahreshöchstständen beendet. Die Feinunze Gold sei um rund 3,10% im Dezember gestiegen und habe den Monat mit 1.824 US-Dollar geschlossen. Der Euro habe weitere 2,90% hinzugewonnen und mit 1,07 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im Dezember ein Minus in Höhe von ca. -2,0% verzeichnet. Das im Dezember gestiegene Zinsniveau sei dabei für die Bewegung verantwortlich gewesen. Die Risikoprämien gegenüber Staatsanleihen hätten sich im Dezember den dritten Monat in Folge eingeengt, womit Unternehmensanleihen im Dezember eine bessere Wertentwicklung gegenüber Staatsanleihen aufgewiesen hätten. Auf Jahressicht habe ein Minus von rund -15,1% zu Buche gestanden.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten sich im Dezember ebenfalls negativ entwickelt. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe einen Gesamtertrag von ca. -1,0% aufgewiesen. Die Risikoprämien seien dabei etwas gesunken. Im Verlauf des gesamten Jahres 2022 habe eine bessere Wertentwicklung im Vergleich zu den Pendants mit besserer Schuldnerqualität erzielt werden können. Die Wertentwicklung zum Jahresende habe bei ca. -11,7% gelegen.

Der Dezember sei am Rohstoffmarkt abermals von deutlichen Kursschwankungen geprägt gewesen, wobei die größten Veränderungen auf die Energieträger zurückzuführen gewesen seien. Während der Sektor der Energieträger den Monat mit einem Kursrückgang beendet habe, würden Basismetalle von der Erwartung einer möglichen Konjunkturerholung und geringen Lagerbeständen profitieren.

Der LBBW Multi Global R habe im Dezember rund -3,6% abgegeben.

Auf der Anleiheseite habe das Portfoliomanagement die Zinssensitivität unter Zuhilfenahme geeigneter Absicherungsinstrumente erhöht. Auf Einzeltitelebene sei die Anleihequote tendenziell etwas zurückgefahren. Zu den veräußerten Positionen hätten insbesondere Unternehmensanleihen von Essity, Schneider Electric oder auch Cellnex gehört. Außerdem seien die stark gestiegenen Zinsen genutzt worden, um neue sogenannte optionale Positionierungen - insbesondere im Staatsanleihesegment - vorzunehmen. Sollten die Anleihekurse weiter sinken, könnten diese optionalen Positionen zum Erwerb der Anleihen genutzt werden.

Die Aktienquote des LBBW Multi Global sei im Monatsverlauf um die 21%-Marke gesteuert worden. Veränderungen hätten sich einerseits bei den Absicherungsinstrumenten ergeben, andererseits seien auch einzelne Änderungen am Einzelaktienportfolio vorgenommen worden. Beispielsweise seien die Positionen in Aker Carbon aus dem Bereich der Kohlenstoffabscheidungstechnologie oder auch Bayer und die Bank of America zugekauft worden. Im Gegenzug seien beispielsweise Anteile von Novo Nordisk veräußert worden.

Der Anteil an indirekten Edelmetallinvestitionen sei weitestgehend stabil um 4% gehalten worden und der Kassebestand sei im üblichen Rahmen verblieben. (Stand vom 01.01.2023) (25.01.2023/fc/a/f)





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