LBBW Multi Global R Fonds: 04/2022-Bericht, Wertminderung von 4,4% - Fondsanalyse


14.06.22 09:00
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Der LBBW Multi Global R ist ein defensiv ausgerichteter Wertpapier-Mischfonds, so die Experten von LBBW Asset Management.

Er könne weltweit in Wertpapiere, u.a. in verzinsliche Wertpapiere, Aktien und Zertifikate sowie in Geldmarktinstrumente, Investmentanteile und sonstige Anlageinstrumente investieren. Hierbei betrage die maximale Quote für Investitionen in Aktien 30% des Fondsvermögens. Zur weiteren Diversifikation sei aktuell beabsichtigt, bis zu 10% in 1:1 Zertifikate auf Edelmetalle anzulegen. Die Investmentgesellschaft dürfe in Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Geldmarktinstrumente der Bundesrepublik Deutschland und deren Bundesländer mehr als 35% des Wertes des Sondervermögens anlegen.

Die sogenannten stagflationären Tendenzen hätten im April weiter zugenommen. Einerseits habe Chinas Null-Covid-Politik zu Unterbrechungen der globalen Lieferketten geführt, während das Importembargo gegenüber russischen Rohstoffen das Rohstoffangebot knapp gehalten habe. Diese ungünstige Gemengelage habe das globale Wachstum vor allem über die Angebotsseite beeinträchtigt und das Inflationsprofil auf deutlich erhöhtem Niveau gehalten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Preise im Euroraum um 7,5% und in den USA um 8,5% gestiegen. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) des Euroraums habe im ersten Quartal eine schleppende und uneinheitliche Dynamik gezeigt, während das Wachstum des US-BIP um 1,4% rückläufig gewesen sei.

Aktienmärkte hätten im April teils deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Der DAX habe den Monat mit einem Kursverlust von rund 2,2% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe ca. 0,57% verloren. Die US-Standardwerte hätten den April mit ca. -8,7% beendet und US-Technologiewerte hätten mit ca. 13% stark verloren (jeweils in USD).

Der Anleihemarkt habe sich im April dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sei um ca. 0,60% auf rund 2,94% und die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen von ca. 0,55% auf rund 0,94% gestiegen. Der Euro habe zum US-Dollar mit rund -4,7% deutlich verloren und mit ca.1,054 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im April erneut deutlich nachgegeben. Der Gesamtertrag im vergangenen Monat habe bei rund -2,9% gelegen. Seit Dezember sei somit in jedem Monat ein negativer Ertrag verzeichnet worden. Auf Jahressicht liege das Minus aktuell bei ca. -8,6%.

Die negative Entwicklung im April sei dabei nicht alleine auf den neuerlichen Anstieg des Zinsniveaus zurückzuführen gewesen. Nach einem Rückgang im März seien auch die Risikoprämien wieder angestiegen. Beide Effekte hätten somit die Wertentwicklung belastet. Die Rendite des Index habe Ende April bei rund 2,1% gelegen, im August 2021 seien es noch ca. 0,14% gewesen.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten sich ebenfalls negativ entwickelt. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe im April einen Gesamtertrag von rund -3,1% aufgewiesen, nachdem im Vormonat noch ein kleines Plus zu Buche gestanden habe. Die Risikoprämien seien wieder angestiegen und hätten einen wesentlichen Belastungsfaktor dargestellt. Auf Jahressicht werde nunmehr ein deutliches Minus von rund -7,5% verzeichnet.

Der Rohstoffmarkt habe im April seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Vor allem die Energieträger hätten dabei im Mittelpunkt des Geschehens gestanden. Auf der einen Seite seien im April größere Probleme auf der Angebotsseite zu verzeichnen gewesen. Demgegenüber hätten deutliche Einschränkungen bei der Nachfrage aus China gestanden, das mit den Folgen der Lockdownmaßnahmen zu kämpfen habe. Basismetalle hätten trotz der Ankündigung von Chinas Staatspräsident Xi Jinping, die Infrastruktur mittels staatlicher Programme anzukurbeln, schwächer notiert. Gold als bekanntester Vertreter der Edelmetalle habe seinen positiven Trend im April nicht fortführen können und nahe der psychologisch wichtigen Marke von 1.900 US-Dollar bei rund 1.896 US-Dollar pro Feinunze geschlossen.

Der LBBW Multi Global habe im April spürbar nachgegeben. Die Zinssensitivität des Fonds sei in der Tendenz im Monatsverlauf leicht zurückgefahren worden. Die Quote in Pfandbriefen sei dabei relativ stabil geblieben, während von Staats- und Unternehmensanleihen einige wenige Positionen veräußert worden seien. Den Anleiheinvestments hätten zum Monatsende auch weiterhin teilweise Absicherungsinstrumente zur Feinsteuerung des Anleiheportfolios entgegengestanden. Zudem habe das Portfoliomanagement wieder aktiv an Neuemissionen teilgenommen und gegebenenfalls Gewinne bei gut gelaufenen Titeln realisiert.

Die Aktienquote des LBBW Multi Global sei im April zwischen rund 19% und ca. 22% gesteuert worden. Auf Einzeltitelebene habe das Portfoliomanagement vereinzelt Änderungen vorgenommen. Beispielsweise seien einige Titel der Bico Group veräußert worden. Im Gegenzug seien Aktien von Stellantis oder auch der Commerzbank neu hinzugekauft worden. Wie in den vergangenen Monaten seien weiterhin Absicherungsinstrumente zum Einsatz gekommen. Diese sollten speziell dazu dienen, bei unerwartet großen Marktschwankungen positiv auf das Gesamtportfolio einzuwirken. Der Anteil an indirekten Edelmetallinvestitionen sei weitestgehend stabil um die 4% Marke gehalten worden und der Kassenbestand habe im üblichen Rahmen geschwankt. (Stand vom 29.04.2022) (14.06.2022/fc/a/f)






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