LBBW FondsPortfolio Rendite Fonds: 08/2022-Bericht, Wertverlust von 2,5% - Fondsanalyse


21.09.22 10:21
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Der LBBW FondsPortfolio Rendite strebt als Anlageziel eine möglichst attraktive Rendite an, so die Experten von LBBW Asset Management.

Der Fonds sei ein (ausgewogener) Mischfonds und investiere nach dem Grundsatz der Risikostreuung bis zu 100% in Wertpapiere. Investitionen in Aktien seien bis zu 60% des Wertes des Fondsvermögens erlaubt. Bis zu 100% des Wertes des Fondsvermögens dürften in Investmentanteile investiert werden. Höchstens 60% des Wertes des OGAW Sondervermögens würden in Kapitalbeteiligungen i. S. d. § 2 Absatz 8 Investmentsteuergesetz ("InvStG") angelegt.

Der Anfang Juli gestarteten Sommerrally der Aktien- und Anleihemärkte sei im Laufe des Augusts die Puste ausgegangen. Steil ansteigende Gas- und Strompreise seit Mitte Juni hätten den Inflations- und damit Zinsängsten erneut Vorschub geleistet. Die Botschaft des Vorsitzenden der US-Notenbank (FED) auf dem alljährlichen Treffen der Notenbanken im US-amerikanischen Jackson Hole sei entsprechend deutlich gewesen: "Die Wiederherstellung der Preisstabilität könnte eine restriktive Geldpolitik für einige Zeit erfordern". Damit habe die US-Notenbank der zuletzt gehegten Hoffnung auf eine im Laufe des nächsten Jahres bevorstehende Zinswende mit dem Motto "higher for longer" eine klare Absage erteilt.

An den Anleihemärkten sei die Botschaft mit einem kräftigen Anstieg der Renditen entlang des gesamten Laufzeitspektrums quittiert worden. Die Rendite 2-jähriger Bundesanleihen sei um fast 1,00% angestiegen, während die Rendite 2-jähriger US-Staatsanleihen um rund 0,60% angestiegen sei. Im 10-jährigen Segment habe sich der Renditeanstieg bei Bundesanleihen auf rund 0,60% und bei US-Staatsanleihen auf ca. 0,50% belaufen. Insbesondere hätten Ende August die kurzfristigen US-Zinsen deutlich über den langfristigen US-Zinsen gehandelt. Dies könnte nach den beiden negativen Quartalen im Brutto-Inlandsprodukt als Indikator für eine fortgesetzte wirtschaftliche Abkühlung gedeutet werden.

Alle Anlageklassen hätten den August mit negativen Vorzeichen abgeschlossen. Der DAX habe den August mit einem Kursverlust von ca. -4,81% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund -5,03% verloren. Die US-Standardwerte hätten den Monat mit ca. -4,08% beendet und die US-Technologiewerte hätten im Durchschnitt ca. -4,53% abgegeben (jeweils in US-Dollar).

Der europäische Anleihemarkt habe sich im August dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe sei von rund 0,82% auf ca. 1,54% angestiegen. Die Feinunze Gold sei um rund 3,1% gefallen und habe den Monat mit ca. 1.711 US-Dollar beendet. Der Euro habe weitere 1,6% verloren und mit ca. 1,005 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der August sei ein unruhiger Monat am Rohstoffmarkt gewesen. Vor allem die Energieträger hätten im Betrachtungszeitraum deutliche Kursschwankungen zu verzeichnen gehabt. Die Hoffnung, dass es bei einer Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran zu einer Ausweitung des Angebots an Rohöl kommen könnte, habe letztlich die Preise am Energiemarkt belastet. Obwohl die physische Nachfrage nach Gold vonseiten der Notenbanken sowie der Schmuckhändler im August hoch gewesen sei, habe das gelbe Edelmetall mit einem Abschlag geschlossen. Investoren am Terminmarkt hätten die Anstrengungen der Notenbanken, am Zinsanhebungspfad festzuhalten, als deutlich negativ für Gold bewertet und daher ihr Engagement am Terminmarkt reduziert.

Neben dem US-Notenbankentreffen seien im August die weiter stark gestiegenen Energiepreise das zentrale Thema gewesen und hätten auf der Marktstimmung gelastet. Die fortgesetzte Auffüllung der europäischen Gasspeicher, welche Ende August einen Füllstand von über 80% aufgewiesen hätten, bei drastisch gedrosselten Lieferungen aus Russland, habe erheblichen Aufwärtsdruck auf die Gaspreise ausgeübt. Niedrige Wasserstände - verbunden mit dem Ausfall von ca. 50% der französischen Atomkraftwerke - hätten den Strommarkt zusätzlich belastet. Sobald der Nachfragedruck von dieser Seite nachlasse, sei ein nachgebender Gaspreis und damit eine Entspannung an der Inflationsfront durchaus realistisch.

Zuvor sei jedoch noch ein vorübergehend weiterer Anstieg der im August bei 9,1% berichteten Inflationsrate der Eurozone - mit Auslaufen von Sondereffekten wie dem Tankrabatt - realistisch. Das Notenbankentreffen in Jackson Hole sei insoweit wegweisend für die nächsten Monate gewesen, da die Hoffnung auf eine Konjunkturphase mit moderatem Wirtschaftswachstum (sog. "soft landing") dem Bekenntnis der US-Notenbank habe weichen müssen. Auch in der Europäischen Zentralbank (EZB) scheine sich ein breiterer Konsens herauszubilden, dass angesichts der bedrohlich hohen Inflationsraten die Straffung der Geldpolitik nicht durch die sich abzeichnende Rezession beeinträchtigt werden dürfe. (Stand vom 31.08.2022) (21.09.2022/fc/a/f)






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