LBBW Aktien Europa Fonds: 12/2022-Bericht, Wertrückgang von 3,8% - Fondsanalyse


17.01.23 09:30
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Ziel der Anlagepolitik des LBBW Aktien Europa ist es, bei Beachtung der Risikogesichtspunkte einen möglichst hohen Vermögenszuwachs zu erwirtschaften, so die Experten von LBBW Asset Management.

Der Fonds investiere überwiegend in Aktien, deren Emittenten ihren Sitz in Europa hätten. Schwerpunktmäßig würden derzeit Aktien aus den lokalen und gesamteuropäischen Blue Chip-Indices (Standardwerte) erworben, ausgewählte Werte aus dem Bereich kleinerer und mittelgroßer Werte könnten beigemischt werden. Bei der Aktienauswahl seien Sharholder Value orientierte Unternehmensziele ein wesentliches Kriterium.

Der Fonds sei ein aktiver Investmentfonds, welcher keinen Index nachbilde. Die Anlagestrategie nehme einen Vergleichsmaßstab als Orientierung, welcher in seiner Wertentwicklung übertroffen werden solle. Dabei werde nicht versucht, die im Index enthaltenen Vermögensgegenstände zu replizieren. Die Vermögensgegenstände hätten überwiegend eine aktive Über- und Untergewichtung zum Vergleichsmaßstab. Auch seien Investitionen in Vermögensgegenstände erlaubt, die nicht Bestandteil des Vergleichsmaßstabs seien. Die Auswahl der einzelnen Vermögensgegenstände obliege dem Fondsmanagement.

Ein herausforderndes Anlagejahr habe mit dem Jahreswechsel die Bücher geschlossen. Der Krieg in der Ukraine, Inflation in nicht gekanntem Ausmaß und eine drastische Wende der Geldpolitik hätten den Anlegern über das Jahr hinweg alles abverlangt. 2022 sei seit 1926 erst das dritte Jahr gewesen - neben 1931 und 1969 - in dem in den USA sowohl Aktien als auch Anleihen mit Verlusten aus dem Handel gegangen seien.

Die markante Markterholung der beiden vorangegangenen Monate habe im Dezember nicht fortgesetzt werden können. Bei den Anleihen- und Aktienmärkten sei es nochmals zu deutlichen Kursverlusten gekommen. Die europäischen Aktienmärkte hätten sich im Vergleich zu den US-Aktien deutlich robuster gezeigt. Die US-Standardwerte hätten vor allem unter der Schwäche der Technologiewerte gelitten und ca. die Hälfte der Kursgewinne der letzten Monate wieder abgeben müssen. Hinzugekommen sei die schwächere Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Aus Sicht eines Euroanlegers hätten US-Werte im Dezember rund -10,0% verloren. Auf das Jahr gerechnet hätten sich die Verluste in Euro auf ca. -13,7% für US-Aktien und rund -10,0% für europäische Aktien belaufen. Die zuletzt deutlich bessere Entwicklung europäischer Aktien dürfte nicht zuletzt auf das ungewöhnlich warme Wetter und die gut gefüllten Gasspeicher zurückzuführen sein. Dadurch habe sich das Risiko einer Gasknappheit sowie einer Gasrationierung reduziert. Der Terminmarktpreis für Gas habe das Jahr bei ca. 76 Euro/kwh und damit unter dem Preis von Ende 2021 bei rund 87 Euro/kwh beendet.

Die Aktienmärkte hätten im Dezember durchweg mit Verlusten geschlossen. Der DAX habe den Monat mit einem Kursverlust von ca. -3,3% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe ebenfalls rund -3,3% verloren. Die US-Standardwerte hätten den Monat mit Abgaben von ca. -5,8% beendet und US-Technologiewerte hätten im Durchschnitt rund -8,7% (beide in US-Dollar) verloren.

Der europäische Anleihemarkt habe den Dezember ebenfalls mit deutlichen Verlusten beendet. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe sei von ca. 1,93% auf rund 2,57% gestiegen und habe damit das Jahr auf Jahreshöchstständen beendet. Die Feinunze Gold sei um rund 3,10% im Dezember gestiegen und habe den Monat mit 1.824 US-Dollar geschlossen. Der Euro habe weitere 2,90% hinzugewonnen und mit 1,07 US-Dollar je Euro geschlossen.

Mitte Dezember hätten die US-Notenbank (FED) und die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen jeweils um weitere 0,50% erhöht und die Anleger in Anbetracht der sehr hohen Inflationsraten auf die Notwendigkeit weiter steigender Zinsen hingewiesen. Angesichts der Zinsanhebungen im letzten Jahr - allen voran die US-Notenbank mit 4,25% in nur sieben Sitzungen - zusammen mit der Energie- und Inflationskrise habe sich die Wirtschaft erstaunlich resilient gezeigt. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass die Straffung der Geldpolitik ihre Wirkung erst im Laufe des Jahres 2023 entfalten könnte. In den USA könnte die Inflation ihren Höhepunkt hinter sich haben. Zwar sei noch mit weiteren Zinsanhebungen zu rechnen, aber mit Blick auf das zweite Halbjahr 2023 gewinne die Wahrscheinlichkeit für ein Ende des Zinserhöhungszyklus deutlich an Kontur. Auch in Europa könnte der Preisdruck wieder zurückgehen. In China zeichne sich ein Ende der Null-Covid-Politik ab. Dies dürfte mit dem Abebben der aktuellen Ansteckungswelle und mit Blick auf das kommende Frühjahr die Perspektiven für das dortige Wirtschaftswachstum wieder verbessern und dazu beitragen, dass die Lieferkettenproblematik weiter an Bedeutung verliere. Ob es dann bei einer eher milden Rezession bleibe, müsse man abwarten. Die unverändert stark invertierten Zinskurven würden weiterhin auf ein mögliches Rezessionsrisiko hindeuten. (Stand vom 01.01.2023) (17.01.2023/fc/a/f)






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