LBBW Aktien Deutschland Fonds: 05/2022-Bericht, Wertzuwachs von 1,5% - Fondsanalyse


24.06.22 10:30
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Der LBBW Aktien Deutschland Fonds (ISIN DE0008484650 / WKN 848465) investiert überwiegend in Aktien, deren Emittenten ihren Sitz in Deutschland haben, so die Experten von LBBW Asset Management.

Derzeit liege der Anlageschwerpunkt des Fonds in deutschen Blue Chips (Standardwerte). Aussichtsreiche Aktien mit mittlerem und kleinerem Börsenwert (Mid- und Small-Caps) könnten beigemischt werden. Bei der Titelauswahl stehe die Analyse der Ertragschancen, der Wachstumsstärke und der Stabilität der Bilanzstrukturen im Vordergrund.

Die geopolitischen Rahmenbedingungen hätten sich im Mai kaum verändert. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, die Rohstoffversorgung und der daraus resultierende Inflationsdruck hätten weiterhin die Schlagzeilen bestimmt. Trotz der anhaltenden Brisanz des Konfliktes habe es erste Anzeichen gegeben, dass die seit Beginn des Jahres laufenden Trends an den Kapitalmärkten nicht durchgehend andauern würden. Am auffälligsten gewesen sei das seit April deutlich bessere Abschneiden der europäischen Aktienmärkte gegenüber dem US-Aktienmarkt. Das energischere Vorgehen der US-Zentralbank (FED), verbunden mit einem starken US-Dollar, habe die hochkapitalisierten US-Wachstumswerte trotz insgesamt positiv verlaufener Berichtssaison weiter unter Druck gesetzt, während sich die europäischen Aktien hätten stabilisieren können. Preise bestimmter Rohstoffe, z.B. Basismetalle, seien allerdings bereits durch das Lockdown-bedingte, schwächere Wachstum der chinesischen Wirtschaft auf das Niveau vor Beginn des Russland-Ukraine-Krieges zurückgekommen.

Während der DAX im Monatsverlauf um rund 2,06% habe zulegen können, hätten die europäischen Standardwerte beinahe unverändert mit rund -0,36% geschlossen. Nach sieben aufeinander folgenden Verlustwochen hätten die US-Standardwerte in der letzten Maiwoche mit einem Plus von ca. 6,6% auf Wochensicht schließen können. Auf Monatssicht hätten sie dennoch fast unverändert mit einem Plus von rund 0,01% geschlossen. Die Kurse der US-Technologiewerte hätten deutlich stärker geschwankt. Während in den ersten Tagen des Monats Kursgewinne von ca. 5,3% erzielt worden seien, hätten die US-Technologiewerte diese später wieder abgeben müssen und Ende Mai bei rund -1,65% geschlossen. Die Anzahl der Technologieaktien, die unter der 200-Tageslinie - dem Durchschnittswert der Aktienschlusskurse der letzten 200 Tage - notiert hätten, habe Ende Mai bei ca. 87% gelegen. In Asien habe der japanische Aktienmarkt zum Monatsende um rund 2,06% höher notiert, während die Börse in Shanghai mit ca. +0,01% beinahe unverändert geblieben sei. Hoffnungen auf ein Ende der "Null-Covid-Strategie" in China hätten sich bisher nicht erfüllt.

Der europäische Anleihemarkt habe sich im Mai dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei von rund 0,94% auf ca. 1,12% angestiegen. Die 10-Jahresrendite der US-Staatsanleihen habe in der ersten Maiwoche im Hoch bei rund 3,12% gelegen, um im weiteren Verlauf auf ca. 2,84% zurückzugehen. Der Euro habe zum US-Dollar im Mai auf rund 1,03 US-Dollar je Euro nachgegeben. Zum Monatsende habe das Währungspaar bei ca. 1,07 US-Dollar je Euro notiert.

Aus dem Protokoll der Sitzung der US-Zentralbank (FED) im Mai gehe hervor, dass die FED beabsichtige, die Zinsen soweit anzuheben, bis die Inflation durch eine Schwächung der Nachfrage deutlich gebremst werde. Nach den jüngsten Äußerungen ist auch vonseiten der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Zinsschritt von 0,50% im Juli nicht mehr ganz so unwahrscheinlich, wie das vor wenigen Wochen noch schien, so die Experten von LBBW Asset Management.

Dass die steigenden Zinsen in Kombination mit den stark gestiegenen Inflationsraten früher oder später das Wachstum deutlich bremsen würden, sei sehr wahrscheinlich. Sobald rezessive Tendenzen deutlicher würden, sei ein erneuter Richtungswechsel der Notenbanken zu einer expansiven Geldpolitik nicht auszuschließen. Bis dahin dürften die Kapitalmärkte stärker schwanken und der US-Dollar tendenziell unterstützend wirken. Die sich derzeit abzeichnende Inflationsspitze könnte jedoch nach den deutlichen Verlusten in den nächsten Wochen zu einer temporären Beruhigung an den Anleihe- und Aktienmärkten sorgen. Europa trage durch die scharfen Sanktionen gegen Russland und den resultierenden starken Anstieg der Importkosten und der Angebotsverknappung die Hauptanpassungskosten, was hier die Wahrscheinlichkeit für eine handfeste Stagflation/Rezession noch deutlich erhöhen könnte, auch wenn das Zinsniveau niedrig bleibe und zumindest derzeit mehr als knapp positive Leitzinsen kaum vorstellbar seien.

Im Mai sei es an den europäischen Aktienmärkten insgesamt zu einer kleinen Erholung gekommen. Der LBBW Aktien Deutschland habe den abgelaufenen Monat mit einem Plus von rund 1,5% beendet.

Bei den Branchen habe der Bankensektor zweistellig zugelegt. Sehr erfreulich hätten sich zudem die Automobilbranche und die Telekommunikationswerte entwickelt. Die größten Verlierer seien die Medienwerte gewesen, aber auch Finanzdienstleister und Versicherungswerte hätten sich eher schwächer entwickelt.

Bei den Einzeltiteln im Fonds habe die Commerzbank mit einem Plus von fast 30% die Gewinnerliste angeführt; zudem hätten Daimler Truck und Continental überdurchschnittlich zulegen können. Auf der Verliererseite hätten sich Werte wie HelloFresh oder KION befunden, die beide zweistellig verloren hätten. Die aktuelle Berichtssaison sei weiterhin überwiegend positiv ausgefallen und habe dadurch insgesamt zu einer Stabilisierung des Portfolios geführt. Außerdem laufe die Dividendensaison auf Hochtouren, sodass bereits im vergangenen Monat vermehrt Erträge im Portfolio angefallen seien. Der Fonds sei weiterhin nahezu voll investiert gewesen. (Stand vom 31.05.2022) (24.06.2022/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
158,64 € 161,93 € -3,29 € -2,03% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008484650 848465 201,92 € 158,64 €