JOHCM UK Equity Income Fund: Britischer Aktienmarkt könnte sich dramatisch erholen


15.11.22 10:30
J O Hambro CM

London (www.fondscheck.de) - Laut den Fondsmanagern James Lowen und Clive Beagles von der JO Hambro Capital Management Group steht der britische Aktienmarkt kurz vor einem Wendepunkt.

Sie würden vermehrte Anzeichen für eine Erholung der Kurse und einer Rückkehr der Value-Titel sehen.

"Wir gehen davon aus, dass sich die Probleme mit den Lebenshaltungskosten im Jahr 2023 abschwächen werden, wenn die Inflation zurückgeht. Vor diesem Hintergrund sind wir der Meinung, dass wir uns trotz der starken Rhetorik und einiger starker Aufwärtsbewegungen einem Wendepunkt bei den Zinsschritten der Zentralbanken (und den damit verbundenen Aussagen) nähern. Damit könnten sich Aktien, die der Realwirtschaft ausgesetzt sind, dramatisch erholen", analysiere UK-Spezialist James Lowen. Sein Kollege Clive Beagles ergänze: "In Anbetracht der ausgedehnten Bewertungen auf dem britischen Markt könnte dies aus Sicht der Marktperformance mit dem "Impfstoff"-Moment vergleichbar sein."

Eine schwierige Aufgabe liege nach Ansicht der Portfoliomanager von JO Hambro (JOHAM) vor dem neuen britischen Premierminister Rishi Sunak, wenn dieser versuche, die Auswirkungen der jüngsten politischen Ereignisse zu verringern. "Während die Medien abgelenkt waren, gab es eine Reihe von positiven Entwicklungen bei den wirtschaftlichen Variablen. Diese sind zum Teil auf die schrittweise Verbesserung der Glaubwürdigkeit zurückzuführen, die Sunak und Finanzminister Jeremy Hunt geschaffen haben", so James Lowen und Clive Beagles.

Die Anleiherenditen im Vereinigten Königreich seien fast wieder auf dem Stand vor Kwasi Kwartengs Haushalt (dem zu gegebener Zeit die Hypothekenzinsen folgen würden). Zudem seien die Gaspreise von ihren Höchstständen im August zurückgegangen, im Vereinigten Königreich herrsche weiterhin fast Vollbeschäftigung, und die Gewinne würden sich weiterhin in der Nähe von Rekordhöhen befinden - all diese Faktoren seien unter dem Nachrichtenradar durchgefallen, würden die Fondsmanager beklagen.

Gegen Ende des Monats Oktober habe es einige Anzeichen für eine Veränderung gegeben, als die Kanadische Zentralbank die Zinsen weniger als erwartet angehoben und das europäische Pendant einen "dovishen" Ausblick gegeben habe - also eine gemäßigte Geldpolitik verkündet hätten. Clive Beagles dazu: "Kommentare von Lael Brainard, dem stellvertretenden Vorsitzenden der FED, deuten darauf hin, dass sich die Notenbank in den nächsten Monaten einem ähnlichen Punkt nähern wird. Die Zinserhöhungen der FED und der Bank of England in dieser Woche könnten die letzten großen Schritte sein."

Die Besessenheit des Marktes von vermeintlichem Wachstum (und defensiven Werten) und seine Vernachlässigung von Value-Titeln brauche Zeit, um sich zu ändern, da sich Value im Vergleich zu Growth trotz deutlich höherer Zinssätze kaum erholt habe. Diese Anpassung - wo sie denn stattgefunden habe - sei in anderen Teilen der Welt schneller erfolgt als in Großbritannien, wobei der US-amerikanische NASDAQ um 10 bis 20 Prozent stärker gefallen sei als die breiteren US-Indices.

"Angesichts der sehr schlechten Ergebnisse der meisten FAANG-Unternehmen wird sich dieser Trend wahrscheinlich fortsetzen", schätze Portfoliomanager James Lowen. "Im Vereinigten Königreich hat sich die Anpassung verzögert, da es sich bei vielen Titeln mit langer Haltedauer (die normalerweise bei steigenden Zinsen fallen würden) um defensive Werte handelt, die durch die Flucht in die vermeintliche Sicherheit aufgrund der aktuellen geopolitischen Probleme und der jüngsten Volatilität in der britischen Politik gestützt wurden. Dies wird sich ändern."

Die Bewertungen im JOHCM UK Equity Income Fund seien aktuell außerordentlich niedrig, berichte Portfoliomanager Beagles: "Viele KGVs liegen unter dem Fünffachen, die Renditen für den freien Cashflow liegen im Bereich von 15 bis 30 Prozent und zahlreiche Aktien werden unter dem Substanzwert gehandelt, einige sogar unter dem Wert ihrer Nettoliquidität. Die Bewertungen können nicht so bleiben - es wird zahlreiche Übernahmen von ausländischen Käufern mit erheblichen Aufschlägen geben, wenn sich der Markt nicht anpasst."

Seiner Meinung nach hätten Analysten und Kommentatoren den Gewinnrückgang, der sich aus der erwarteten Rezession in der westlichen Welt ergeben werde, wahrscheinlich überschätzt. "Sie haben sich zu sehr auf das reale und zu wenig auf das nominale BIP konzentrieren. Die Einnahmen der meisten Unternehmen werden mit dem nominalen BIP wachsen, da sie Preiserhöhungen weitergeben und ihre Gewinnspannen im Großen und Ganzen beibehalten, selbst wenn sie einen gewissen Volumenrückgang verzeichnen. Anzeichen dafür sehen wir bei Unternehmen wie DS Smith im Bereich Verpackung (das, wie oben erwähnt, seine Gewinnprognosen deutlich nach oben korrigierte) und bei WPP im Bereich Werbung, das seine Umsatzerwartungen leicht nach oben korrigierte."

Die Dividendenrendite des Fonds liege in diesem Jahr bei ca. 6 Prozent und im nächsten Jahr bei ca. 6,5 Prozent, was dem höchsten jemals erreichten Niveau nahekäme. Die Qualität dieser Dividende sei hoch, mit Ausschüttungsquoten von rund 40 Prozent (gegenüber 50 Prozent vor Covid) und sehr soliden Bilanzen (nur drei Titel zeigen ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von über zwei). Rund 50 Prozent des Fonds seien derzeit in Aktienrückkäufen engagiert, die vor einer Dividendenanpassung zurückgefahren würden.

Diese Zahlen würden beide Manager optimistisch stimmen: "Wir waren selten so sehr der Meinung, dass der Zeitpunkt, Kapital in den Fonds zu investieren, jetzt gekommen ist. Einige Kunden haben im Sommer 2020, als die COVID-Verzweiflung am größten war, ihre Anteile zurückgegeben. Das fühlte sich falsch an - und das war es auch. Aber der Zeitplan für eine Impfstofflösung war damals unklar, so dass es schwierig war, sie davon abzubringen. Diesmal ist der Weg zu besseren Erträgen angesichts der oben genannten Punkte viel leichter abzusehen." (15.11.2022/fc/a/f)






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