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Globaler ETF-Ausblick: Diese ETFs werden 2023 zu den Gewinnern gehören


03.01.23 10:04
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Was wird das Jahr 2023 für börsengehandelte Fonds (ETFs) weltweit bereithalten? Jason Xavier, Head of EMEA ETF Capital Markets bei Franklin Templeton, erklärt, wo er Wachstumsbereiche und Chancen sieht - darunter Smart-Beta-ETFs, ertragsorientierte Strategien und ausgewählte Schwellenländer.

Die Experten würden davon ausgehen, dass 2023 ein turbulentes Jahr für die Finanzmärkte weltweit sein werde. Die Experten würden glauben, dass es ein Jahr der defensiven Ausrichtung, der Ertragsoptimierung sowie der taktischen Suche nach einem schwächeren US-Dollar sein werde, um im richtigen Moment in die Schwellenländer zu investieren. Im Folgenden würden die Experten ihre Prognosen für die Branche erläutern:

1. Börsengehandelte Multifaktor-Smart-Beta-Fonds (ETFs) würden für höhere Anlegerzuflüsse sorgen

Die erste Prognose der Experten konzentriere sich auf die defensive Ausrichtung. Deswegen würden sie glauben, dass börsengehandelte Multifaktor-Smart-Beta-Fonds (ETFs), insbesondere solche, die sich auf Qualitäts- und Ertragsstrategien konzentrieren würden, ihr relatives Wachstum des verwalteten Vermögens (AUM) von diesem Jahr an übertreffen würden, da das Jahrzehnt des "billigen" Kapitals und der rekordniedrigen Zinssätze vorbei sei. Ganz bestimmt hätten ETFs und Indexfonds von der lockeren Geldpolitik profitiert.

Vor allem nach Marktkapitalisierung gewichtete Fonds, die in Wachstumswerten häufig deutlich übergewichtet seien, hätten sich als gute Buy-and-Hold-Strategie mit soliden jährlichen Renditen erwiesen. Unser neues Zinsumfeld verlangt jedoch nach einem taktischeren Ansatz bei der Asset-Allocation und den Engagements an den Aktienmärkten, so die Experten von Franklin Templeton. Daher sei nicht auszuschließen, dass ETF-Anleger alternative Gewichtungsschemata wie Multi-Faktor-Smart-Beta-ETFs bevorzugt berücksichtigen würden, da sie neben der Marktkapitalisierung einer Aktie auch deren Fundamentaldaten berücksichtigen würden. In diesem Segment würden die Experten im nächsten Jahr ein starkes Wachstum erwarten.

2. Anleihen- und Dividenden-ETFs würden 2023 zu den Gewinnern beim Vermögensaufbau gehören

Ertrag, Ertrag, Ertrag - wir alle brauchen mehr denn je Ertrag, so die Experten von Franklin Templeton. Angesichts der nach wie vor hohen Teuerungsrate und der Auswirkungen der gestiegenen Lebenshaltungskosten auf alle Menschen würden die Verbraucher wahrscheinlich genauer rechnen, um mehr von ihrem Geld zu behalten und die Unwägbarkeiten mit Blick auf das Jahr 2023 zu überstehen (die Experten hätten bereits mit ihrem Breitbandanbieter neu verhandelt und das Kabelfernsehen gekündigt, um nur einige Beispiele zu nennen).

Bei den Investitionen verhalte es sich nicht anders. Die Erzielung solider Renditen erfordere zwar einen taktischeren Ansatz, doch seien die Experten der Auffassung, dass die Optimierung von Renditen und Erträgen im nächsten Jahr beim Portfolioaufbau mit Sicherheit eine große Rolle spielen werde. Aus diesem Grund würden die Experten davon ausgehen, dass globale und regionale Dividenden-ETFs, insbesondere solche, die auch aus Sicht einer fundamentalen Aktienauswahl auf Qualität und Wert achten würden, im kommenden Jahr kräftige Mittelzuflüsse verzeichnen würden.

Über Erträge zu sprechen, ohne den Blick auf das Segment der festverzinslichen Wertpapiere im Jahr 2023 zu richten, sei für die Experten ausgeschlossen. Es werde in den Portfolios der Anleger sicherlich eine wichtige Rolle spielen, da alle Aufmerksamkeit auf die US-Notenbank (FED) gerichtet sei, die möglicherweise eine Wende einleiten werde. Die Aussicht auf sinkende Zinsen im Jahr 2023 mache festverzinsliche Wertpapiere zu einer sehr attraktiven Anlageklasse. Darüber hinaus biete die Anlageklasse aus Sicht der Experten attraktive Renditen bei einem vergleichsweise geringeren Risiko als in den vergangenen Jahren. Dabei sei die Duration entscheidend.

Die Auswahl von festverzinslichen Anlagen, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ertrag und Risiko bieten würden, mache Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating nach Meinung der Experten zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im Bereich der festverzinslichen Anlagen. Kombiniere man diese Fundamentaldaten mit den anhaltenden positiven Impulsen bei Investitionen in Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG), würden Euro-Green-Bonds ein weiteres attraktives Potenzial für das Jahr 2023 bieten.

3. Aktien-ETFs auf einzelne Schwellenländer würden vermutlich ein verstärktes Wachstum des verwalteten Vermögens verzeichnen

Nach einem schwierigen Jahr 2022 könnte 2023 für die Schwellenländer eine Zeit der Erholung bedeuten. Die Bewertungen von Schwellenländeraktien seien derzeit günstig und würden weiterhin Potenzial bieten, da die Aussichten auf eine nachlassende Inflation auf eine potenzielle Abschwächung des US-Dollar im Zuge eines Kurswechsels der FED hindeuten würden. Jedoch würden nicht alle Schwellenländer das gleiche Aufwärtspotenzial bieten.

Eine Auswahl von Ländern, die als "US-freundlich" gelten würden und von innovationsführenden Sektoren wie Technologie und Gesundheitswesen profitieren könnten, könnte den Weg ebnen. Dies und das Engagement in Märkten, die China Marktanteile in der Produktion abnehmen können, erscheinen uns attraktiv, so die Experten von Franklin Templeton. Die Experten würden daher Südkorea, Taiwan und Indien gegenüber einer breiten Allokation in Schwellenländern bevorzugen. (03.01.2023/fc/a/e)