Fondshandel von Zurückhaltung geprägt


13.01.23 09:35
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auf die starke Kursentwicklung an den Aktienmärkten dieses Jahres haben Fondsanleger*innen recht unterschiedlich reagiert, so die Deutsche Börse AG.

Seit Jahresbeginn habe der DAX um gut 7 Prozent zugelegt. Die 1.000-Punkte-Rally versetze einige Akteure in Kauflaune, während andere aus dem Markt aussteigen bzw. sich zurückhalten würden.

"Ob die Kurse steigen oder fallen - nach wie vor überwiegen Verkäufe", berichte Matthias Präger von der Baader Bank. Die Umsätze seien aber deutlich höher als im Dezember. "Wir sehen hier eine regelrechte Zweiteilung zwischen der unterdurchschnittlichen Entwicklung am Jahresende und den überdurchschnittlichen Umsätzen im neuen Jahr."

"Der Jahresauftakt war fulminant", berichte hingegen Jan Duisberg von der ICF Bank. Die Umsätze seien zwar unterdurchschnittlich. "Jedoch wird durch die Bank gekauft." Anscheinend seien viele unterinvestiert. "Sie sind in Zugzwang."

Kund*innen der ICF Bank würden sich in Mischfonds engagieren wie den Ethna-Aktiv, der in Aktien, Renten, Geldmarktpapiere und Zertifikate investiere. Auch der ÖkoWorld ÖkoVision Classic zähle zu den gekauften Fonds, wie auch der Klassiker Multiple Opportunities R von Flossbach von Storch.

Bei der Baader Bank seien hingegen laut Präger die Verkaufslisten länger als die Kaufseiten: Deutsche, europäische wie internationale klassische Aktienfonds würden veräußert. So würden Anleger*innen den Dividenden-Fonds M&G (Lux) Global Dividend und den Morgan Stanley INVF Global Opportunity verkaufen, der einen starken Fokus auf US-Aktien habe. Auf Sicht eines Jahres habe er rund 30 Prozent an Wert verloren, innerhalb einer Woche um 2,5 Prozent zugelegt.

Auch Standardwerte und ausgewählte Nebenwerte im DWS Deutschland sowie weitere Standardwerte auch kleinerer Unternehmen im DekaFonds CF stünden auf den Verkaufslisten. Das Deka-Produkt habe auf Jahressicht knapp 10 Prozent verloren, aber binnen eines Monats um fast 6 Prozent zugelegt.

Gefragt sei hingegen der Quantex Global Value, der weltweit in Value-Aktien investiere, 2022 ein Jahresplus von 14 Prozent erzielt und ein Plus binnen eines Monats von gut 7 Prozent erreicht habe.

Der DWS Concept Platow, der in kleine, mittlere und größere deutsche Unternehmen investiere, die vom Management als unterbewertet angesehen würden, werde ebenfalls gekauft. Seit dem Tief vom September bei 322 Euro sei er bis auf aktuell 390 Euro gestiegen.

Im Handel mit Fonds, die in asiatische Aktien investieren würden, würden sich nach Einschätzung der Baader Bank Käufe und Verkäufe die Waage halten. Die Umsätze seien allerdings überschaubar. "Trotz der Öffnung Chinas halten sich die Anleger angesichts der hohen Coronazahlen zurück", berichte Präger. So bauten Anleger*innen im J.P. Morgan Pacific Equity Positionen auf und im J.P. Morgan Pacific Equity (ISIN LU0217390573 / WKN A0F6XG) ab.

Auch die Erwartungen an die Notenbanken würden den Fondshandel prägen. "Es werden wieder Zinsen gezahlt, entsprechend sind auch Fonds, die in Staatsanleihen investieren, gefragt", erkläre Duisberg. Mit der Rückkehr der Zinsen würden Anleger*innen auf den DJE Zins & Dividende Fonds (ISIN LU0553164731 / WKN A1C7Y8) wie auf den Monega Euro-Bond setzen, der ein Volumen von 84 Millionen Euro aufweise und im Wesentlichen auf Europa setze.

Einen regelrechten Nachfrageschub würden hingegen Immobilienfonds erfahren. So nutzten Anleger*innen nach Duisbergs Angaben die Dividendenzahlungen des Deka-ImmobilienEuropa (ISIN DE0009809566/ WKN980956), der auf Gewerbeimmobilien fokussiert sei, sowie des global agierenden Deka-ImmobilienGlobal zum Kauf zu Jahresbeginn.

Von der Sektornachfrage würden auch Portfolios profitieren, die lange Zeit im Wert verloren hätten wie der Credit Suisse Euroreal. "Im Zuge der Nachfrage nach Immobilienfonds ist dieser Fonds wieder in den Fokus gerückt", berichte Duisberg. Er sei inzwischen gut handelbar und werde aktuell in die Depots genommen. Auf Sicht eines Monats sei er um fast 5 Prozent im Wert gestiegen. Sehr rege gekauft werde nach Duisbergs Einschätzung außerdem der hausInvest, wohingegen der Grundbesitz Europa zu den verkauften Fonds bei der ICF Bank zähle.

Seit November würden sich die Edelmetalle sukzessive erholen. Allein Gold lege binnen drei Monaten um 12 Prozent zu. "Hier wird fast ausschließlich verkauft - womöglich, weil Gold gut gelaufen ist", fasse Präger zusammen. Er berichte, dass vor allem der BlackRock Global Funds World Gold Fund und der BlackRock Global Funds World Gold Funds A2 EUR Hedged verkauft würden. Sie hätten auf Sicht eines Monats 6 bzw. 8 Prozent zugelegt. (Ausgabe vom 12.01.2023) (13.01.2023/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
132,21 € 132,24 € -0,03 € -0,02% 27.01./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0136412771 764930 140,05 € 122,17 €
Werte im Artikel
260,36 plus
+2,06%
81,64 plus
+1,20%
199,13 plus
+1,01%
14,03 plus
+0,72%
23,50 plus
+0,40%
278,98 plus
+0,40%
119,76 plus
+0,29%
246,39 plus
+0,28%
45,13 plus
+0,22%
153,39 plus
0,00%
132,21 minus
-0,02%
399,01 minus
-0,08%
37,44 minus
-0,13%
32,86 minus
-0,15%
50,99 minus
-0,19%
40,96 minus
-0,24%
44,86 minus
-0,37%
117,05 minus
-0,38%
4,95 minus
-0,80%