Fondshandel: Immobilien und Rohstoffe statt Aktien


06.06.22 12:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ein Schlussspurt der großen Aktienindices in Europa den USA nach langer Durststrecke animiert Fonds-Anleger*innen im Mai noch nicht nachhaltig zum Kaufen, so die Deutsche Börse AG.

Der S&P 500 habe den Mai auf April-Niveau beendet, nachdem er sieben Wochen in Folge gefallen sei. Der DAX habe den volatilen Monat mit moderaten Aufschlägen abgeschlossen. Schwindende Zinssorgen hätten die Anleger*innen zuversichtlicher gestimmt, doch die Unsicherheit bleibe marktbeherrschend.

Von deutlich ruhigerem Handel berichte denn auch Matthias Präger von der Baader Bank: "Die Umsätze sind massiv zurückgegangen - kein Vergleich zum Jahresbeginn bzw. dem Februar und März." Die Kriegsangst habe nachgelassen, jedoch dominierten die negativen Schlagzeilen nach wie vor. "Privatanleger machen jetzt lieber Kasse", ergänze Präger. Deshalb registriere sein Haus überwiegend Verkäufe - sowohl in der Abwärts- wie in der Aufwärtsbewegung. Die anstehenden Feiertage und der Sommer dürften zusätzlich bremsen.

Die leichte Entspannung habe Anleger*innen der ICF Bank hingegen zu ersten Positionsaufbauten motiviert: Jan Duisberg berichte von etwas mehr Umsatz, allerdings sehr selektiv. "Das ist dennoch insofern überraschend, da sich die Faktenlage während der vergangenen beiden Wochen nicht geändert hat", erkläre er.

Bei nationalen wie europäischen Aktienfonds würden laut Baader Bank Verkäufe dominieren. Hier würden Anleger*innen höhere Preise für den Ausstieg nutzen. Besonders viele Verkaufsaufträge stelle Präger beim DWS Aktien Strategie Deutschland (ISIN DE0009769869/ WKN976986) fest. Der Fonds investiere überwiegend in deutsche Unternehmen, aber auch in europäische Titel.

Auch der Dirk Müller Premium Aktien Euro Fonds (ISIN DE000A111ZF1 / WKN A111ZF), ein Mischfonds mit Fokus auf europäische Unternehmen mit hoher Bilanzqualität, hoher Profitabilität, positiven Wachstumsaussichten und starkem Management, werde derzeit verkauft.

Aber auch kleinere europäische Titel scheinen wenig gefragt, sodass auch der Threadneedle (Lux) European Smaller Companies auf den Verkaufslisten auftaucht, so die Deutsche Börse AG. Moderat gekauft werde der DWS CONCEPT PLATOW, der in kleine, mittlere und größere deutsche Unternehmen, die als unterbewertet angesehen würden, investiere.

Kaufinteresse verzeichne die Baader Bank bei weltweit investierten Fonds. So werde von Anleger*innen mit internationalem Fokus der ARERO - Der Weltfonds gekauft. Dieses Portfolio bestehe hauptsächlich aus fest- bzw. variabel verzinsliche Wertpapiere sowie in Derivate. ARERO stehe für Investments in die drei Anlageklassen Aktien, Renten und Rohstoffe. Auf Sicht eines Jahres betrage die Performance 6,4 Prozent und auf drei Jahre 29,3 Prozent.

Doch auch bei global breit gestreuten Fonds überwiege nicht der Optimismus: So würden auch Fonds verkauft etwa der Morgan Stanley Investment Funds - Global Opportunity. Auf Jahressicht habe er 38 Prozent an Wert verloren.

Uneinheitlich werde die asiatische Region derzeit betrachtet: So seien Käufe und Verkäufe nach Angaben von Präger ausgeglichen - selbst mit dem Ende des Lockdowns habe sich daran nichts signifikant geändert. "Die Krise ist ja noch nicht vorbei", begründe Präger den verhaltenen Handel. So sei einerseits der DekaLuxTeam-Aktien Asien - CF EUR DIS (ISIN LU0052859252 / WKN 973242) mehrheitlich verkauft worden, wie auch der LINGOHR-ASIEN-SYSTEMATIC-INVEST als einer der kleineren Aktienfonds. Auf der anderen Seite würden breit investierte, größere Fonds mit Anlageschwerpunkt China, wie der Fidelity Greater China Fund E Acc EUR (ISIN LU0115765595 / WKN 786637), der sich am MSCI Golden Dragon orientiere, gekauft. Ebenfalls Nachfrage erfahre der Invesco Greater China Eq.A Acc USD. Hier würden die massiven Verluste des Jahres zu ersten Käufen genutzt.

Duisberg berichte, dass erstmals seit langem wieder Bewegung in die festverzinsten Fonds komme: "Wir sehen hier steigende Umsätze, obwohl die Renditen weiter marginal sind", sage der Händler. So seien hochverzinste Unternehmensanleihen gefragt, entsprechend werde der SEB Sustainable High Yield gekauft, aber auch konservativere Fonds mit europäischer Ausrichtung.

Darüber hinaus würden sich Immobilienfonds als Dauerbrenner erweisen. Dazu würden nach Angaben von Duisberg der Commerz-Grundbesitz hausInvest Europa (ISIN DE0009807016/ WKN980701) und der Grundbesitz global RC Fonds (ISIN DE0009807057 / WKN 980705) gehören. Zwar habe Duisberg hier zunächst Verkäufe verzeichnet, allerdings würden die Anleger*innen inzwischen wieder zurückkehren. Die Umsätze seien entsprechend hoch. Neu im Handel sei der auf Metropolien spezialisierte Dk-ImmoMetro (ISIN DE000DK0TWX8 / WKN DK0TWX), dem zunehmend verwaltetes Vermögen zufließe.

Rohstofffonds hingegen würden gut laufen: Duisberg sehe vor allem große Nachfrage nach etablierten Produkten. Derzeit werde der Allianz Rohstofffonds (ISIN DE0008475096/ WKN847509) gekauft, der in den vergangenen drei Jahren um gut 66 Prozent gestiegen sei. Auch der Schroder International Selection Fund Global Energy und der WestInvest InterSelect (ISIN DE0009801423/ WKN980142) hätten davon profitiert, dass Anleger*innen dem Thema Energie weiter hohe Beachtung schenken würden, zumal wenn das vieldiskutierte Ölembargo zumindest teilweise umgesetzt werde.

Andere Anlagemöglichkeiten stünden weniger im Fokus: Die vergleichsweise geringen Preisbewegungen der Edelmetalle - allein Gold pendle auf Sicht eines Monats lediglich zwischen 1.787 und 1.909 US-Dollar - würden zu wenig Geschäft im Handel mit Edelmetallfonds führen. "Ohne neue Impulse fehlen hier die Bewegungen und damit die Umsätze", kommentiere Präger den umsatzarmen Edelmetall-Fondshandel. (Ausgabe vom 02.06.2022) (06.06.2022/fc/a/f)





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