Ethna-DYNAMISCH-Fonds: 12/2022-Bericht, 2023 bietet eine riesige Bandbreite an möglichen Szenarien - Fondsanalyse


09.01.23 10:00
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Rückblickend war das Jahr 2022 von vielfältigen Herausforderungen geprägt, so Christian Schmitt, Senior Portfolio Manager von ETHENEA Independent Investors S.A., im Kommentar zum Ethna-DYNAMISCH.

Mit Blick auf die Kapitalmärkte sei sicherlich die Rückkehr der Inflation - deutlich höher, breiter und hartnäckiger als von vielen angenommen - das dominante Thema gewesen. Dies habe über steigende Zinsen zu einer Neubewertung nahezu aller Anlageklassen geführt. Diese Neubewertung habe sich am deutlichsten in den Bereichen des Marktes gezeigt, wo die Zinssensitivität besonders ausgeprägt gewesen sei und/oder wo die vorangegangenen Exzesse am größten gewesen seien. Teilweise sei auch beides zusammengefallen, wie etwa im Fall von nicht profitablen Technologieaktien, die nach den empfindlichen Kursverlusten von ihren 2021er Höchstständen auch im Jahr 2022 abermals Verluste von im Schnitt mehr als 60% hätten verkraften müssen. Aber selbst die Kurse von bonitätsstarken Anleihen seien 2022 im Zuge steigender Zinsen und Renditen so stark unter Druck gekommen, dass das Ausmaß ihrer negativen Wertentwicklung durchaus mit der von Aktien vergleichbar gewesen sei.

Im Ethna-DYNAMISCH waren wir uns der schwierigen Ausgangssituation hinsichtlich der Bewertungen zu Jahresbeginn durchaus bewusst, so die Experten von ETHENEA. So hätten die Experten Investitionen im Anleihenmarkt komplett gemieden, denn die negative Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen von -0,18% und Bonitätsaufschläge bei Unternehmensanleihen in der Nähe historischer Tiefststände hätten große Risiken offenbart, denen de facto keine Chancen gegenübergestanden hätten.

Etwas komplexer gewesen sei die Situation am Aktienmarkt. Auch dort habe es offensichtliche Exzesse gegeben, um die die Experten von ETHENEA einen großen Bogen gemacht hätten. Doch der Übergang zwischen verschiedenen Bereichen des Marktes sei fließend gewesen. Und so hätten die Experten insbesondere im ersten Quartal noch leicht überdurchschnittliche Kursrückgänge bei vielen Wachstums- und Qualitätsaktien verkraften müssen. Ein harscher Schnitt mit einem Verkauf von entsprechend exponierten Aktien in der Größenordnung von zehn Prozentpunkten des Gesamtfondsvolumens noch im Januar habe geholfen die negativen Auswirkungen zu begrenzen, sie aber nicht vollends verhindern können. Auch die in Teilen verfolgte Alternative, höheren Aktienbewertungen in den USA mit deutlich moderateren Bewertungen in Europa entgegenzutreten, habe sich mit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine als wenig hilfreich erwiesen. Am Ende seien es in erster Linie die hohe Cash-Quote und die kontinuierlich verfolgten Absicherungen gewesen, die dem Fonds in diesen rauen Zeiten immer wieder etwas Stabilität hätten verleihen können.

Über den Rest des Jahres hätten sich dann die immer gleichen Belastungsfaktoren - Inflation, Notenbankpolitik, Bewertungen, geopolitische Spannungen, Rezessionsängste - in stetiger Rotation abgewechselt und mal für mehr, mal für weniger Unruhe unter Investoren gesorgt. Nur die Schwankungsbreite an den Märkten sei konstant hoch geblieben.

Vor diesem Hintergrund hätten sich die Experten von ETHENEA im Ethna-DYNAMISCH auf eine solide Basis attraktiver Unternehmen mit strukturellem Wachstum fokussiert, die sie insbesondere in der zweiten Jahreshälfte kontinuierlich ausgebaut und auch mit einer Reihe neuer Einzeltitel ergänzt hätten. Parallel dazu hätten die Experten das Aktienrisiko mithilfe der Erkenntnisse aus ihren regelmäßigen und breit angelegten Marktanalysen im Rahmen des bewährten Market Balance Sheets gesteuert. Während der übergeordnete Ausblick auf die Aktienmärkte bis zuletzt von Zurückhaltung geprägt gewesen sei, habe es auf der taktischen Ebene durchaus vielversprechende Signale gegeben - sowohl nach oben als auch nach unten. Diese seien insbesondere von Phasen der Übertreibung im Anlegersentiment und in der Positionierung bestimmter Anlegergruppen gekennzeichnet gewesen. Einige dieser ermittelten Gelegenheiten hätten die Experten von ETHENEA auch durch gezielte Auflösungen oder Verstärkungen der Absicherungsbausteine im Fonds beherzt genutzt. In der Rückschau habe leider zu oft das für den Erfolg solcher Maßnahmen ebenfalls erforderliche Quäntchen Glück gefehlt.

Unterm Strich habe daher ein für den Anspruch und das Umfeld des Ethna-DYNAMISCH lediglich durchschnittliches Jahr gestanden, obwohl mit den den Experten zur Verfügung stehenden Mitteln durchaus mehr drin gewesen wäre. Gleichzeitig gelte es jedoch zu bedenken, dass die Abwärtsrisiken an den Märkten die potenziellen Chancen im vergangenen Jahr insgesamt überwogen hätten, sodass die Experten im Zweifel eher und schneller für die risikoärmere Option votiert hätten.

Wolle man heute den Ausblick auf das vor uns liegende Jahr 2023 auf einen einfachen Nenner bringen, so laute er Vielfalt. Selten sei die Bandbreite an möglichen und auch halbwegs realistischen Szenarien größer als Ende 2022 gewesen. Die vorerst dominanten Themen würden sich mit dem Jahreswechsel nicht ändern. Inflation, Notenbankpolitik, Bewertungen, geopolitische Spannungen und Rezessionsängste würden auch die ersten Monate des neuen Jahres bestimmen. Keine einzige der genannten (alten) Herausforderungen sei bislang gemeistert. Für jeden einzelnen Faktor könne man sich ohne übermäßige Inanspruchnahme kreativer Fantasie eine weitere Eskalation, aber auch eine nennenswerte Entspannung vorstellen. Sich vor diesem Hintergrund auf ein einzelnes Szenario festzulegen und ein Portfolio darauf auszurichten, wäre wenig zielführend.

Vielmehr werde es auch 2023 sehr stark darauf ankommen, welches Szenario zu welchem Zeitpunkt wie stark von den Marktteilnehmern eingepreist werde und wo sich daraus punktuell immer wieder attraktive Chancen ergeben würden. Mit einem robusten Portfoliokern - einem auf nachhaltiges Wachstum ausgelegten Einzelwerteportfolio mit attraktiven Bewertungen - sei das Potenzial für ein erfolgreiches Jahr für aktive Anleger durchaus gegeben, selbst wenn die Aktienmärkte insgesamt Ende 2023 ohne nennenswerte Kursgewinne gegenüber dem Vorjahresende dastehen sollten.

Zuletzt habe sich der Konsens unter den Marktteilnehmern im Ausblick für 2023 grob wie folgt zusammenfassen lassen: Das erste Halbjahr werde noch schwierig werden, aber im zweiten Halbjahr werde sich letztendlich vieles zum Besseren wenden. Die mit dem kurz- bis mittelfristig eingetrübten Ausblick einhergegangene Kurskorrektur im Dezember hätten die Experten von ETHENEA erneut taktisch und antizyklisch zur Reduktion der Absicherungen genutzt, womit die Nettoaktienquote zum Jahresende bei rund 50% gelegen habe (gegenüber 38% per Ende November).

"Überwiegen die Chancen an den Aktienmärkten die Risiken?" Das kontinuierliche Beantworten dieser Frage wird uns auch im neuen Jahr maßgeblich bei der Positionierung des Ethna-DYNAMISCH leiten - damit Anleger trotz Aktieninvestments gut schlafen können, dank des risikokontrollierten, aktienfokussierten Mischfonds von ETHENEA, so die Experten von ETHENEA. (Ausgabe vom 31.12.2022) (09.01.2023/fc/a/f)





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