Ethna-DEFENSIV-Fonds: 12/2022-Bericht, 2023 - Nochmal das gleiche Spiel wie 2022? Fondsanalyse


05.01.23 15:00
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Das Jahr 2022 wird vielen Investoren als ein Jahr mit hohen Verlusten in unangenehmer Erinnerung bleiben, für unser Team des Ethna-DEFENSIV (ISIN LU0279509904 / WKN A0LF5Y, A; ISIN LU0279509144 / WKN A0LF5X, T) war es dagegen ein eher einfaches Jahr, wenn auch mit einer leicht negativen Gesamtperformance, so Christian Schmitt, Senior Portfolio Manager von ETHENEA Independent Investors S.A.

Der grundsätzliche Trend zu höheren Renditen, steigender Inflation und deutlichen Zinserhöhungen durch die Zentralbanken sei bereits Anfang des Jahres abzusehen gewesen. Und auch wenn das gesamte Ausmaß zu Beginn des Jahres unklar gewesen sei, hätten die rekordverdächtig niedrigen Renditen in einem solchen Umfeld die Alarmglocken läuten lassen.

Das Portfolio des Ethna-DEFENSIV sei bereits auf steigende Renditen im Jahr 2021 vorbereitet gewesen. Die Experten von ETHENEA hätten ihre Aktienpositionen schon im November 2021 verkauft und die durchschnittliche Duration im Anleihenportfolio habe Anfang 2022 nur knapp über 4 gelegen. Zusätzliche Zinsfutures-Positionen hätten die Duration und damit das Zinsänderungsrisiko weiter reduziert. Im Laufe des Jahres hätten die Experten von ETHENEA die Qualität ihres Anleihenportfolios weiter verbessert und die Duration bis zum Jahresende auf 2,2 gesenkt. Die zusätzliche Absicherung mit Zinsfutures hätten sie im Laufe des Jahres immer wieder angepasst. Komplett getrennt hätten sich die Experten von ETHENEA von diesen Sicherungspositionen nur einmal, und zwar infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine. Die Experten hätten ihre zusätzlichen Sicherungen jedoch schnell wieder aufgesetzt, als klar geworden sei, dass die Inflation durch die explodierenden Energiekosten nur noch mehr angefacht würde. Zudem hätten die Zentralbanken ihren Zinserhöhungszyklus unbeirrt fortgeführt, da die Arbeitsmärkte in Europa und den USA weiterhin unter einem Nachfrageüberschuss leiden würden und der Lohndruck hoch sei.

In der zweiten Jahreshälfte sei die vorsichtige Haltung der Experten allerdings zweimal auf die Probe gestellt worden. Den ganzen Juli über seien die Renditen langlaufender Anleihen ohne einen ersichtlichen Grund deutlich gefallen. 10-jährige Bundesanleihen hätten daher nur noch mit 0,75 Prozent und ihre amerikanischen Pendants nur noch mit 2,5 Prozent rentiert. Danach seien die Renditen wieder inmitten schnell steigender Zentralbankzinsen mit Zinsschritten im Rekordtempo von 75 Basispunkten pro Sitzung gestiegen. Auch im vierten Quartal seien die Renditen langlaufender Anleihen zunächst deutlich gefallen, da die Hoffnung aufgekommen sei, dass die Inflation in den USA ihren Höhepunkt überschritten haben könnte. Die Zentralbanken hätten jedoch deutlich gemacht, dass sie ihre Leitzinsen weiter anheben und dann für einen längeren Zeitraum auf diesem Niveau belassen würden. Sie hätten dies damit begründet, dass sie nicht davon ausgingen, dass das derzeitige Niveau der Leitzinsen restriktiv genug sei, um die Inflation dauerhaft bei 2 Prozent zu verankern. Dabei spiele sicherlich die Vorstellung eine Rolle, dass es vergleichsweise einfach sei, die Inflation wieder unter 5 Prozent zu bringen. Der weitere Weg in Richtung 2 Prozent werde dagegen deutlich mehr Anstrengungen und vor allem Durchhaltevermögen erfordern.

Die Zentralbanken würden ihre Leitzinsen zunächst weiter anheben. Insgesamt werde das Ausmaß der Erhöhungen jedoch geringer ausfallen als im Jahr 2022. Insbesondere von der EZB seien noch einige deutliche Zinsschritte zu erwarten. Dies habe sie auf ihrer letzten Sitzung im Dezember erneut deutlich gemacht. Ein Zinsniveau von ungefähr 4 Prozent im Sommer 2023 sei für die Experten von ETHENEA durchaus vorstellbar und damit werde sich 2023 zumindest für die EZB kaum von 2022 unterscheiden. Die Inflation in der Eurozone liege auch Ende 2022 noch bei 10 Prozent und die Mitgliedsstaaten der Eurozone würden riesige Unterstützungsprogramme für ihre Bürger starten - leider mit der unangenehmen Konsequenz, dass die Inflation nachhaltiger sein und die EZB stärker dagegenhalten werde. Die Federal Reserve werde ihren Leitzins zwar auf rund 5 Prozent weiter anheben, aber deutlich hinter dem Ausmaß von Zinserhöhungen des vergangenen Jahres zurückbleiben.

Insgesamt würden die Experten von ETHENEA im Team des Ethna-DEFENSIV vorsichtig bleiben; die Duration im Anleihenportfolio werde vorerst niedrig und die Konzentration auf qualitativ hochwertige Emittenten bestehen bleiben. Haben wir 2022 noch fast durchgängig an unserer strategischen Auffassung festgehalten, so gehen wir davon aus, dass wir 2023 wieder höhere Risiken eingehen können und auch von vorübergehenden Renditerückgängen profitieren werden, so die Experten von ETHENEA. Eine strikte und konsequente Risikobegrenzung sei vor dem Hintergrund der bereits deutlich gestiegenen Renditen nicht mehr notwendig. Die durchschnittliche Rendite der Anleihen im Ethna-DEFENSIV sei trotz Qualitätsverbesserung und Laufzeitverkürzung auf mittlerweile 4,7 Prozent gestiegen. Die laufende Verzinsung liegt noch bei überschaubaren 2,3 Prozent, da wir noch viele Anleihen mit niedrigen Kupons von 0 bis 3 Prozent und Kursen deutlich unter 100 Prozent im Portfolio haben, so die Experten von ETHENEA. Durch den ständigen Austausch gegen attraktive Neuemissionen werde die laufende Verzinsung jedoch stetig steigen und sich der durchschnittlichen Rendite annähern. (Ausgabe vom 31.12.2022) (05.01.2023/fc/a/f)





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