Ethna-AKTIV-Fonds: 10/2022-Bericht, Aktienexposure ist wieder bei 0% - Fondsanalyse


07.11.22 12:16
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Nach einem nicht sonderlich verheißungsvollen September standen die Börsenampeln für den Oktober, 35 Jahre nach dem Black Monday Crash, nicht unbedingt auf Grün, so Michael Blümke, Senior Portfolio Manager von ETHENEA Independent Investors S.A., im Kommentar zum Ethna-AKTIV.

Dennoch hätten sich die globalen Finanzmärkte im Verlauf des Oktobers relativ gut behaupten und schwungvoll von den Jahrestiefstständen absetzen können. Während die Mikro- und Makrolage eher Argumente für die Bären geliefert habe, hätten die Bullen Unterstützung durch ein maximal schlechtes Sentiment gefunden. Jedoch sei auch hier anzumerken, dass sich diese aus Umfragen abgeleitete schlechte Stimmung nicht zwangsläufig mit einer im historischen Kontext immer noch relativ hohen Risikoexponiertheit der Marktteilnehmer decke. Aus einer strategischen Perspektive betrachtet, wäre für eine richtige Bodenbildung, die in der Regel mit einer Kapitulation einhergehe, eine mit der Stimmung kongruente Reduktion der Investitionsquoten ein besserer Indikator.

Insbesondere vor dem Hintergrund der mittlerweile positiven Saisonalität können wir aber nicht ausschließen, dass wir für diesen Bärenmarkt ein markantes Tief gesehen haben, so die Experten von ETHENEA. Weil sich aber die Fundamentallage weiter eintrübe, seien die Experten von ETHENEA diesbezüglich sehr skeptisch und würden typischerweise von einer erneuten Bärenmarktrally ausgehen. Die zum Zeitpunkt des Schreibens noch laufende Berichtssaison für das 3. Quartal habe zwar mit besser als erwarteten Zahlen aufwarten können, aber neben einem weiterhin verhaltenen Ausblick hätten insgesamt deutlich weniger Gewinn und Umsatz zu Buche standen. Der noch verbliebene Gewinnzuwachs sei außerdem nur positiv durch die guten Ergebnisse der Energieunternehmen.

Auch von der politischen Front gebe es nicht wirklich positive Nachrichten zu vermelden. Während in London kurz nach dem Schatzmeister auch die neue Premierministerin ihren Hut habe nehmen müssen, sei in Peking die Amtszeit von Präsident Xi auf Lebenszeit bestätigt worden. Mit der Festigung seiner Macht durch den Umbau seines Regierungsapparats zu seinen Gunsten sei mit hoher Sicherheit von einer weiteren Verschärfung der Konfrontation zwischen der Volksrepublik und dem Westen auszugehen. Auch der Krieg vor Europas Haustür sei von einem baldigen Ende noch weit entfernt. Inwieweit es auf dem G20-Gipfel auf Bali im kommenden Monat zu Verhandlungen mit Präsident Putin komme, bleibe abzuwarten. Immer noch einseitig fänden die Währungsinterventionen der Japaner statt. Nach dem deutlichen Bruch ihres ersten Interventionslevels hätten sie den Japanischen Yen erneut durch Käufe gestützt. Von ihren geschätzten Währungsreserven (~1,17 Bio. USD Ende August) hätten sie mittlerweile mehrere Dutzend Mrd. USD dafür aufgewandt.

Die defensive Positionierung des Ethna-AKTIV habe sich in diesem Umfeld nur bedingt ausgezahlt. Ein erneuter Versuch, über Short-Positionen in Aktien in diesem Bärenmarkt Geld zu verdienen, sei mit einem Verlust ausgestoppt worden. Das Aktien-Basisportfolio habe sich aufgrund der Untergewichtung von Technologie hingegen besser als der Markt geschlagen. Sowohl Durations- als auch Währungsoverlay hätten gleichermaßen leicht negativ rentiert. Nichtsdestotrotz würden die Experten von ETHENEA bei beiden an ihrer Überzeugung festhalten und hätten die Positionen jeweils leicht ausgebaut.

Das US-Dollar-Exposure sei wieder auf knapp über 20% erhöht worden und beim Durationsmanagement sei in Erwartung weiter steigender Eurozinsen nur noch eine Short-Position auf die europäische Zinskurve implementiert. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass der Markt nach Jahren massiver Unterstützung durch die Zentralbanken quasi an den Lippen der Notenbanken hänge. Vor dem Hintergrund der noch laufenden Zweitrundeneffekte bei der Inflation würden die Experten von ETHENEA aber nicht von einer zeitnahen Abkehr von der aktuell restriktiven Politik ausgehen. Zudem würden die Experten von ETHENEA, um eine höhere strategische Aktienquote zu rechtfertigen, gern eine Bodenbildung bei den aktuell fallenden Gewinnerwartungen der Unternehmen sehen. In der Vergangenheit sei dies einer der besseren Indikatoren für das Ende eines Bärenmarktes gewesen. (Ausgabe vom 30.10.2022) (07.11.2022/fc/a/f)





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