Earth Exploration Fund UI: "Wir sehen ein großes Problem für die Energiesicherung Europas" - Fondsanalyse


01.08.22 15:00
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit dem Ukraine-Krieg steht vor allem ein Thema im Mittelpunkt vieler politischer Diskussionen: Wie werden Deutschland und Europa unabhängig von russischem Öl und Gas, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Denn beide Rohstoffe seien elementar für die Wirtschaft; und der Bedarf steige. Also komplett auf erneuerbare Energien umstellen? Rohstoffexperte und Fondsberater Dr. Joachim Berlenbach, Earth Resource Investments, warne davor, fossile Rohstoffe zu verteufeln, und fordere einen Fokus auf die Energiesicherung. Daher habe er die Öl- und Gas-Allokation im Earth Exploration Fund UI (ISIN DE000A0J3UF6 / WKN A0J3UF, AK R; ISIN DE000A1C2XE1 / WKN A1C2XE, AK I) deutlich erhöht und setze auch auf erneuerbare Energien im Earth Sustainable Resources Fund (ISIN DE000A2PMW29 / WKN A2PMW2, AK R; ISIN DE000A2PMW37 / WKN A2PMW3, AK I).

In einer perfekten Welt wäre die Energiewende schon längst vollzogen. Windräder, Solaranlagen und andere erneuerbare Energien würden den kompletten Strom für die Wirtschaft und private Haushalte produzieren. Öl und Gas wären als Energielieferanten bereits vergessen und nicht mehr nötig. Aber die Welt sei leider nicht perfekt und die Versorgung mit Öl und Gas sei trotz aller Bemühungen um die Energiewende derzeit möglicherweise wichtiger denn je.

"Der Ukraine-Krieg macht die Energiesicherung zu einem sehr wichtigen Thema für Europa und insbesondere Deutschland, das sehr abhängig vom russischen Öl und Gas ist. Wir sehen tatsächlich ein großes Problem für die Energiesicherung Europas", sage der Rohstoffexperte Joachim Berlenbach von Earth Resource Investments und füge hinzu: "Insofern erleben wir aktuell einen Paradigmenwechsel, weg von der Energiewende und hin zur Energiesicherung. Deswegen müssen wir uns fragen, ob die Ziele der Energiewende im aktuellen Umfeld erreichbar sind. Leider können wir jetzt nicht unmittelbar raus aus Öl und Gas und rein in die erneuerbaren Energien."

Daraus ergebe sich auch die Frage, ob die geplante Energiewende überhaupt durchführbar sei. "Wenn wir wirtschaftlich überleben wollen und unsere Wohnungen im nächsten Winter heizen wollen, dann müssen wir den Fokus auf die Energiesicherung und nicht auf die Energiewende setzen", sage Joachim Berlenbach, der Fondsberater des Earth Exploration Fund UI und des Earth Sustainable Resources Fund sei. Er erkläre: "Aber auch wenn wir die Energiesicherung der Energiewende vorziehen müssen, heißt dies explizit nicht, dass wir mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien aufhören sollten. Im Gegenteil! Wir müssen unbedingt weiter Windräder und Solaranlagen bauen, denn in den kommenden Jahren wird der Energiebedarf weiter steigen und die fossilen Brennstoffe reichen auf die Dauer nicht für die globale Energieversorgung. Deswegen müssen wir alle verfügbaren Energiequellen nutzen und die erneuerbaren Energien ausbauen. Die Sicherung der Energieversorgung wird längerfristig auch ohne russisches Öl- und Gas-Embargo eng."

Die Problematik werde dadurch hervorgehoben, dass man mittlerweile nicht mehr danach frage, woher die Energie komme, die man nutze. Der Schrei nach Flüssiggas sei beispielsweise derzeit sehr groß, auch in Deutschland würden jetzt LNG-Terminals gebaut. "Aber woher kommt denn das Gas für diese Terminals? Zum großen Teil aus der US-Fracking-Industrie, die noch vor wenigen Jahren verteufelt wurde. Es scheint plötzlich keine Rolle mehr zu spielen, woher die Energie kommt. Hauptsache nicht aus Russland und Hauptsache die Preise gehen nicht massiv in die Höhe", kritisiere Joachim Berlenbach.

Aktuell kämen global noch immer über 80 Prozent der benötigten Energie aus fossilen Rohstoffen wie Öl, Gas und Kohle. Was passiere, wenn diese Rohstoffe knapp würden, habe sich an den Zapfsäulen der Republik gezeigt, als der Spritpreis teilweise deutlich über zwei Euro pro Liter gestiegen sei. Aber die größten Abnehmer seien eben nicht die privaten Verbraucher an den Tanksäulen, sondern die Industrie. BASF sei beispielsweise einer der größten Gasabnehmer in Deutschland. "Das Unternehmen hat bereits angekündigt, dass wenn es einen Engpass beim Gas gibt, es nicht mehr produzieren kann. Insofern ist die Lieferung von Gas ein wichtiges Element für die Energiesicherung der Industrie. Von vielen wurde noch immer nicht erkannt, wie abhängig wir und unsere Wirtschaft von der Energieversorgung sind. Und das ist nicht alleine ein deutsches Problem, sondern ein globales", sage Joachim Berlenbach, der große Zweifel daran habe, dass die Klimaziele wirklich erreicht werden könnten.

Und was wären die Folgen eines kompletten Embargos von russischem Öl und Gas? "Es ist zunehmend wahrscheinlich, dass wir im nächsten Winter frieren werden, die Benzinpreise durch die Decke gehen und wir beunruhigende negative Effekte auf die Industrie beobachten werden. Der wirtschaftliche Standort Deutschland könnte in ernsthafte Gefahr kommen", sage Joachim Berlenbach.

Im Umkehrschluss heiße das aus Portfolioperspektive, dass Öl und Gas äußerst gefragt seien und aus strukturellen Gründen auch gefragt bleiben würden. Das spiegele sich auch in den Fonds von Earth Resource Investments wider. Joachim Berlenbach sage: "Wir sind im Earth Exploration Fund UI momentan im Öl- und Gasbereich mit rund 42 Prozent (Stand: 30. Juni 2022) des Gesamtportfolios hoch gewichtet. Eine neutrale Gewichtung läge bei einem Drittel des Portfolios. Zu Beginn der Corona-Pandemie lag unsere Positionierung im Ölbereich bei unter zehn Prozent. Im vergangenen Jahr, mit steigender Öl- und Energienachfrage, haben wir die Allokation sukzessive erhöht und die Gewinne laufen lassen bis zur aktuellen Positionierung von über 40 Prozent." (Ausgabe 2/2022) (01.08.2022/fc/a/f)





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