ETF-Handel: Viel frisches Geld zum Jahresauftakt


11.01.23 13:53
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der furiose Jahresauftakt an den Börsen hebt die Stimmung - doch das ist nicht alles: "Wie immer zu Jahresbeginn kommt viel frisches Geld in den Markt", berichtet Frank Mohr von der Société Générale, so die Deutsche Börse AG.

Er melde hohe ETF-Umsätze und einen klaren Käuferüberhang für die erste Handelswoche im neuen Jahr. Schwerpunkt seien aktuell eindeutig Aktien-ETFs. "Die machen bei uns drei Viertel der Umsätze aus."

Heinrich Holger, der bei der Baader Bank ETFs und Fonds handele, sehe das ähnlich: "Wir hatten in der ersten Woche rund 50 Prozent mehr Käufe als Verkäufe - analog zum gelungenen Jahresauftakt an den Aktienmärkten." Vor allem bei klassischen Indextrackern sei zugegriffen worden, auch in den ESG-Varianten.

Neues Jahr, alte Trends: Wie bereits in den vergangenen Monaten seien im Handel mit Aktien-ETFs vor allem globale und US-Tracker gefragt. Laut Mohr stünden auf den Einkaufslisten etwa der Lyxor MSCI North America und der iShares Core S&P 500 sowie MSCI World-Tracker von Lyxor und iShares.

"Tendenziell wurden mehr ETFs mit Fokus auf USA und Welt gehandelt als solche auf Europa", stelle auch Heinrich fest. Zu den Favoriten hätten Produkte wie der währungsgesicherte Lyxor NASDAQ 100 (ISIN LU1954152853 / WKN LYX02Z), der ebenfalls währungsgesicherte Xtrackers S&P 500 Equal Weight mit Gleichgewichtung der Titel (ISIN IE0002EI5AG0 / WKN DBX0P9) und der iShares Stoxx Europe 50 gehört. Gut an würden laut Heinrich weiterhin auch ESG- und SRI-Varianten der großen Indices (ISIN IE00BDZZTM54 / WKN A2DX7X; ISIN LU2109786660 / WKN A2PZC4; ISIN IE000CR7DJI8 / WKN A3DMKV) kommen.

Der iShares Core DAX sei der meist gehandelte ETF auf Xetra im Jahr 2022 gewesen: Er habe Umsätze in Höhe von 11,6 Milliarden Euro erzielt.

Doch bringe das neue Jahr auch Neues: "Auffällig ist das hohe Interesse an Schwellenländer-Trackern wie dem Lyxor MSCI Emerging Markets", ergänze Mohr. Diese fänden sich auf der Liste der beliebtesten Regionen gleich auf dem dritten Platz hinter USA und Welt - und vor europäischen. "Hier überwiegen ganz klar die Käufe". Schwellenländer-ETFs hätten 2022 enttäuscht, in diesem Jahr gehe es aber nach oben. Etwa habe der Lyxor-ETF schon über 6 Prozent zugelegt.

Der Online-ETF-Ratgeber justETF habe ausgerechnet, welche Länder-ETFs 2022 am besten abgeschnitten hätten: Auf Platz eins finde sich die Türkei, der MSCI Turkey habe sich mehr als verdoppelt (101,6 Prozent). Es würden - jeweils gemessen an MSCI und FTSE-Trackern - Brasilien mit 20 Prozent, Thailand mit 11 Prozent, Indonesien mit 9 Prozent und Mexiko mit 3 Prozent folgen. Schlusslicht sei Vietnam, der Index sei um 42 Prozent eingebrochen. Auch ETFs mit Zugang zu Aktien aus Schweden (minus 26 Prozent), Taiwan und Pakistan (beide minus 25 Prozent) sowie Südkorea (minus 24 Prozent) hätten verloren, nachzulesen auf justetf.com.

Auch bei den meistgehandelten Branchen finde sich Altbekanntes mit kleinen Variationen: Umsatzstark seien laut Mohr vor allem ETFs, die die Gesundheits-, die Technologie- und die Finanzbranche abbilden würden. "Gesundheitsaktien (ISIN LU0533033238 / WKN LYX0GM), die vergangenes Jahr ja gut gelaufen sind, werden jetzt meist verkauft." Für Technologieaktien melde er Käufe (ISIN IE00BWBXM948 / WKN A14QB5) und Verkäufe, für die Finanzbranche (ISIN IE00BD3V0B10 / WKN A2JHXR) Verkäufe. "Dabei rechnen viele damit, dass die Banken 2023 von den höheren Zinsen profitieren werden."

Was Themen-ETFs angehe, sehe Mohr Zuflüsse in den VanEck Hydrogen Economy (ISIN IE00BMDH1538 / WKN A2QMWR) und Abflüsse aus dem Lyxor MSCI Millennials ESG Filtered. Letzterer biete Zugang zu Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, deren Geschäftsmodell auf die Generation der Millennials ausgerichtet sei, gefiltert nach ESG-Kriterien.

Auch von Morningstar komme eine Liste mit den besten und schlechtesten Tracker-Produkte 2022, die neben ETFs auch ETC und ETNs beinhalten würden. Spitzenreiter seien hier ebenfalls Türkei-ETFs, außerdem noch Energie-ETFs und -ETCs. Am unteren Ende würden sich Produkte finden, die auf Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte sowie auf Cannabis und Cloud Computing ausgerichtet seien. Das Produkt mit der schlechtesten Wertentwicklung 2022: Der VanEck Crypto & Blockchain Innovators ETF (ISIN IE00BMDKNW35 / WKN A2QQ8F). Er habe 84 Prozent verloren.

Für Anleihen-ETFs rechne so mancher angesichts der gestiegenen Zinsen für das neue Jahr mit einer hohen Nachfrage, jetzt sei es aber noch ruhig: Bei der Société Générale seien derzeit vor allem europäische und US-amerikanische Unternehmensanleihen gefragt, gerne auch mit SRI-Filter. Zugegriffen werde etwa beim Amundi Index Euro Corporate SRI und beim Amundi Index US Corp SRI Hedged Euro (ISIN LU2297533809 / WKN A2QN4F). Im Geschäft mit Staatsanleihen hielten sich Zu- und Abflüsse hingegen die Waage. "Klare Abgaben sehen wir bei Geldmarkt-ETFs (ISIN FR0010510800 / WKN LYX0B6)", erkläre Mohr. (Ausgabe vom 10.01.2023) (11.01.2023/fc/a/e)





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