ETF-Handel: "Käufe bei guter Stimmung und gesunder Skepsis"


17.01.23 17:41
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die positive Fortsetzung eines überdurchschnittlich starken Jahresauftakts hebt die Stimmung im ETF-Handel, so die Deutsche Börse AG.

"Umsätze und Stimmung sind gut", berichte Fabian Wörndl von Lang & Schwarz. Gekauft werde, was gerade steige. "Wir stellen aber auch gesunde Skepsis fest." Die Themen des Vorjahres - wie Inflation und drohende Rezession - seien schließlich nicht vom Tisch.

Frank Mohr von der Société Générale berichte ebenfalls von sehr guten Umsätzen, wenngleich sie nicht an die der ersten Handelswoche herangereicht hätten, wo viel frisches Geld in den Markt gekommen sei. "Dennoch haben wir weiterhin einen leichten Kaufüberhang mit einem starken Fokus auf Aktien-ETFs." Sie hätten 71 Prozent der Umsätze ausgemacht.

"Bei guten Umsätzen wird breiter investiert als noch im vergangenen Jahr", berichte Jan Duisberg von der ICF Bank vom Frankfurter Parkett. Nach dem Kickstart der Börsen ins Jahr 2023 sei die Konsolidierungsneigung nahezu bei Null. "Die Anleger greifen zu, wir registrieren mehr Orders als üblich, und es werden auch hier und da exotischere, risikoreichere Produkte gekauft."

"Die weiter steigenden Märkte haben sich auch erneut in unseren Umsätzen niedergeschlagen. Wir hatten knapp 80 Prozent mehr Käufe als Verkäufe", blicke Holger Heinrich von der Baader Bank auf das aktuelle Geschehen im ETF-Handel.

Zunächst würden die Favoriten des Jahresendes 2022 - globale und US-Aktien - weiter gekauft. Wörndl berichte von Investments in globale Index-Tracker. Hier würden vor allem Klassiker wie der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield bevorzugt. Bei Mohr würden ebenfalls globale Aktien-ETFs überwiegend gekauft, etwa der iShares Core MSCI World und der Shares Edge MSCI World Value Factor. "Value wird gekauft", erkläre Mohr.

Bei der Baader Bank werde global (ISIN IE00BMCZLJ20 / WKN A2QA0W) und mit Fokus USA fast ausschließlich in den Varianten mit niedriger Volatilität investiert.

Hingegen werde der DAX trotz der überdurchschnittlich positiven Entwicklung seit Jahresbeginn von den Kund*innen der Sociéte Générale veräußert. "Wir haben hier einen leichten Verkaufsüberhang", berichte Mohr. Auf den Verkaufslisten finde sich entsprechend der Shares Core DAX.

Allerdings würden deutsche Aktien-Tracker nach Mohrs Angaben deutlich stärker als gewöhnlich gehandelt. "Statt 4 bis 5 Prozent der Umsätze wie in der Vergangenheit haben wir hier derzeit 9 bis 10." Das sei außergewöhnlich.

Bei der ICF Bank sei der DAX hingegen gesucht. Auch der S&P 500 erreiche ausnehmend viele Käufer*innen. Bei Baader stünden im Gegensatz zur Vorwoche europäische ETFs im Fokus der Anleger*innen. "Hier wird in großer Bandbreite investiert", stelle Heinrich fest. Sie erstrecke sich von kleinen Unternehmen (ISIN LU1598689153 / WKN LYX0W3), über große und mittlere Aktienindizes mit nachhaltiger Komponente (ISIN IE00BNC1G699 / WKN A2QGNE) bis hin zu Qualitäts-ETFs und schwankungsarme ETFs.

"Auch nachhaltige Produkte sind wieder gefragt", ergänze Heinrich. Unter der Vielzahl dieser Produkte würden vor allem der Deka MSCI Germany Climate Change ESG und der HSBC MSCI Europe Climate Paris Aligned (ISIN IE00BP2C0316 / WKN A3CRZZ) gehandelt.

Indessen ebbe das Interesse an Schwellenländern nicht ab. Bei der Société Générale sei der Lyxor MSCI Emerging Markets favorisiert. "Kleinere Investments halten hier an", berichte Mohr.

Dass nicht blind in den Markt hineingekauft werde, sondern eine gesunde Skepsis vorherrsche, zeige sich laut Wörndl auch in WisdomTree S&P 500 VIX Short-Term Futures 2.25x Daily Leveraged.

Die Erholung der Technologieaktien würden Anleger*innen für entsprechende Engagements nutzen. Bei Lang & Schwarz werde entsprechend der iShares S&P 500 Information Technology Sector in die Depots genommen. Duisberg berichte von Käufen des L&G Artificial Intelligence (ISIN IE00BK5BCD43 WKN: A2PM50). Darüber hinaus werde auch der L&G Hydrogen Energy (ISIN IE00BMYDM794 / WKN A2QMAL) berücksichtigt. "Ein Minus von rund 35 Prozent seit der Emission vor zwei Jahren wird hier anscheinend zum Einstieg genutzt", erkläre Duisberg. Insgesamt stelle er mehr Nachfrage nach spezielleren, exotischeren Produkten fest.

Bei der Société Générale würden themenseitig die Cyber Security (ISIN IE00BLPK3577 / WKN A2QGAH) und Erneuerbare Energien (ISIN IE00BK5BCH80 / WKN A2QFEN) dominieren. Insgesamt sei der Finanzsektor laut Mohr mit 16 Prozent der Branchenumsätze am stärksten. Mohr melde Käufe des Lyxor STOXX Europe 600 Insurance und des iShares STOXX Europe 600 Banks. Umsatzstark seien außerdem ETFs, die die Energiebranche (ISIN IE00BJ5JP105 / WKN A2PHCF) sowie Rohstoffe (ISIN IE00B6R52036 / WKN A1JKQJ) abbilden würden. Hier seien vor allem Unternehmen, die Gold und andere Edelmetalle explorieren und fördern würden, weit oben auf den Ranglisten.

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise sorge ebenfalls für gute Umsätze mit den entsprechenden ETCs: Bei Lang & Schwarz dominiere allerdings ein Shortprodukt den Handel, der WisdomTree Natural Gas 3x Daily Short.

Mit steigenden Kursen würden auch alte Bekannte wieder ins Rampenlicht rücken, etwa Kryptowährungen. Bei Lang & Schwarz würden der Bitcoin und Altcoins wie Ethereum (als Altcoin würden die Kryptos bezeichnet, die nach dem Bitcoin entwickelt worden seien) gern gekauft. Duisbergs Kund*innen würden ebenfalls auf Ethereum und VanEck Bitcoin setzen, wenngleich mit anderen ETP. Bei Wörndl steche außerdem besonders das Interesse an Solana hervor. Der Kursanstieg um rund zwei Drittel - 65 Prozent - innerhalb einer Woche sei mit Käufen des VanEck Solana ETN umgesetzt worden.

Am Anleihenmarkt gebe es seit Jahresbeginn zahlreiche Neuemissionen. "Die sind auf rege Nachfrage gestoßen", berichte Mohr. Dennoch verlaufe der Handel mit Anleihen-ETFs verhalten positiv. Unternehmensanleihen würden den Anleihenhandel dominieren. Kürzere Laufzeiten europäischer Papiere (ISIN LU1437018168 / WKN A2ATY6) würden am gefragtesten bleiben. Schuldpapiere großer Unternehmen Europas (ISIN IE0032523478 / WKN 778928) würden ebenfalls an Interesse gewinnen. (17.01.2023/fc/a/e)





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