DWS Invest SDG Global Equities LD-Fonds: 07/2022-Bericht, Gewinne bei AstraZeneca realisiert - Fondsanalyse


01.09.22 08:50
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Aktienfonds DWS Invest SDG Global Equities LD investiert in Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung mindestens eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, sog. SDG) leisten, so Paul Buchwitz, Fondsmanager bei DWS.

Im Gesamtportfolio des Fonds werde angestrebt, dass durchschnittlich 50% der Unternehmenserträge zur Erreichung der 17 Ziele beitragen würden. Alle im Fonds enthaltenen Unternehmen würden zusätzlich die definierten ESG - Standards der DWS erfüllen.

Die Risikofaktoren, welche die Aktienmärkte in den letzten Monaten stark belastet hätten, seien im Juli weiterhin präsent gewesen. Inflationsraten seien auf einem historisch sehr hohen Niveau geblieben, Zentralbanken hätten mit ihrer Geldpolitik dagegen gesteuert. So habe es in den USA mit 75 Basispunkten bereits die vierte Zinsanhebung in diesem Jahr gegeben. Auch in der Eurozone habe die EZB nun die Zinswende eingeleitet. Die anlaufende Berichtssaison habe bisher ein sehr gemischtes Bild geliefert. Auch bei Unternehmen hätten die Auswirkungen der Inflation und Lieferkettenprobleme sowie geopolitische Spannungen im Fokus gestanden. Gleichwohl hätten die Aktienmärkte deutliche Kurssteigerungen verzeichnen können. Dies sei unter anderem auf die Hoffnung zurückzuführen, dass die beschriebenen Gegenwinde ihren Höhepunkt erreicht haben könnten und die Lage sich sukzessive verbessere.

Der US-amerikanische Aktienmarkt, gemessen am S&P 500 Index, habe 9,2% gewonnen. Der wachstumsorientierte NASDAQ Index sei sogar um 12,4% (beide in US-Dollar) gestiegen. In Europa habe der MSCI Europe um 7,6% zugelegt, während der DAX 5,5% gewonnen habe (beide in Euro). Der japanische Markt, gemessen am Topix habe sich um 3,7% (in Yen) verteuert. Nur für die Notierungen in den Entwicklungsländern sei es mit -0,2% leicht nach unten (in US-Dollar) gegangen. Im Hinblick auf die relative Entwicklung bei den einzelnen Sektoren sei das Ergebnis spiegelbildlich zum letzten Monat gewesen. Defensive Sektoren wie Gesundheit, Basiskonsumgüter und Versorger seien weniger stark gefragt gewesen, während eher zyklischeren Marktbereiche wie diskretionärer Konsum, IT- und Energiewerte hoch in der Gunst von Investoren gestanden hätten.

Bei der Konstruktion des Portfolios werde neben dem Renditeziel berücksichtigt, dass die Unternehmen, an denen sich die Experten beteiligen würden, einen möglichst hohen Umsatzbeitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) leisten würden. Im Durchschnitt würden die Experten anstreben, dass jeder zweite Euro an Umsatz, der generiert werde von ihren Portfoliobeteiligungen, potenziell zu den genannten Zielen beitrage. Im Versorgungs-, Industrie- und Gesundheitssektor gebe es besonders viele Unternehmen, die einen hohen potenziellen Beitrag leisten würden, deshalb seien diese Sektoren im Fonds auch tendenziell stärker gewichtet.

Grundsätzlich liege der Fokus auf Aktien von Firmen mit nachhaltigen, wachstumsorientierten Geschäftsmodellen, soliden Bilanzen, starken Managements und attraktiven Bewertungen. Darüber hinaus werde darauf Wert gelegt, dass diese Unternehmen einen signifikanten Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen leisten könnten. Im Juli hätten die Experten keine signifikanten Änderungen im Portfolio vorgenommen. Sie hätten bei AstraZeneca Gewinne nach sehr guter Kursentwicklung realisiert. Das Unternehmen sei unter anderem in der Krebsforschung aktiv und für sein Lungenkrebsmedikament Tagrisso bekannt.

AstraZeneca trage mit seinen Produkten potenziell zum UN-Nachhaltigkeitsziel 3 "Gesundheit und Wohlergehen" bei. Trotz Gewinnmitnahme gehöre AstraZeneca weiterhin zu den zehn größten Positionen des Fonds. Kursgewinne hätten die Experten auch bei der EDP Renovaveis realisiert, ebenfalls nach sehr guter Kursentwicklung. Das Unternehmen erzeuge Strom aus erneuerbaren Energiequellen mittels Windenergie, damit trage es potenziell zum UN-Nachhaltigkeitsziel 13 "Maßnahmen zum Klimaschutz" bei. Mit dem Medizintechnikunternehmen Dexcom Inc. hätten die Experten einen neuen Wert ins Portfolio aufgenommen. Es entwickele Geräte zur kontinuierlichen Blutzuckermessung für Menschen mit Diabetes. Damit trage es potenziell auch zum UN-Nachhaltigkeitsziel 3 bei.

Der DWS Invest SDG Global Equities habe im Juli 10,4% an Wert gewonnen und damit vor dem MSCI Welt all country (total return, in Euro) gelegen, der im gleichen Zeitraum 10,02% an Wert gewonnen habe. Ein Teil dieser Differenz sei durch die unterschiedlichen Bewertungszeitpunkte am Monatsbeginn zu erklären. Die relative Wertentwicklung des Fonds sei im Berichtsmonat durch die Sektorallokation als auch durch die Einzeltitelselektion beeinflusst worden. Der größte positive Beitrag relativ zum MSCI All Country habe durch die Titelauswahl im Industriebereich erzielt werden können. Eine besonders gute Kursentwicklung hätten dabei Unternehmen verzeichnen können, die von einer noch zu verabschiedenden Klimagesetzgebung in den USA profitieren würden. Diese halte viele Steuererleichterungen und Subventionen für Unternehmen bereit, die bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft helfen würden, um die gesteckten Klimaziele erreichen zu können.

Positiv auf die relative Kursentwicklung habe sich im Monat Juli auch die Titelauswahl in den Sektoren Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe, Nicht-diskretionärer Konsum, Energy, Immobilien sowie bei Versorgern ausgewirkt. Das Untergewicht bei Finanzwerten sei auch von Vorteil gewesen, dagegen habe die geringere Gewichtung vom Informationstechnologiesektor der relativen Kursentwicklung nicht geholfen. Weiterhin von Nachteil sei das Übergewicht vom eher defensiven Gesundheitssektor gewesen, sowie die höheren Kassenbestände.

Die geopolitische Lage habe sich seit Jahresanfang aufgrund der Ereignisse in der Ukraine deutlich eingetrübt. Insbesondere in Europa bleibe die Situation genau zu beobachten, da mögliche Auswirkungen und der weitere Verlauf des Konfliktes noch unklar seien. Risiken bestünden vor allem im Hinblick auf die Sicherheit der Energieversorgung in der Region. Angesichts der weltweit hohen Inflationsraten sei auch von der monetären Seite eine im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich straffere Geldpolitik zu erwarten. Gleichzeitig bestehe durch den weltweiten Impffortschritt sowie grundsätzlich höhere Immunisierungsraten die Hoffnung, dass die größten Covid-19 bedingten Einschränkungen nun überwunden sein könnten und die Welt nicht noch einmal in eine Schockstarre versetzt werde. Dennoch werde die Entwicklung rund um das Covid-19 Virus weiterhin beobachtet, denn ungünstige Virusvarianten könnten erneut für Schwankungen an den globalen Aktienmärkten führen.

Die Schwellenländer stünden weiterhin vor großen Herausforderungen, sollten jedoch aller Voraussicht nach ein, wenn auch eher mittelfristiger Treiber der Weltkonjunktur bleiben. Kurzfristige Schwankungen bei Schwellenländer-Investments würden sicher auch für die Zukunft zu erwarten sein. Ein anderer Aspekt komme hinzu: Trotz des jüngsten Anstiegs der langfristigen Rendite würden die Zinsen historisch gesehen weiterhin niedrig bleiben. Für Anleger auf der Suche nach "Rendite" würden Aktien daher aus Mangel an Anlagealternativen notwendig bleiben und könnten zumindest strategisch die Aktienmärkte weiter unterstützen. Entsprechende Zuflüsse zu Aktienfonds oder Änderungen der Vermögensallokation bei Versicherungen und Pensionsfonds seien deswegen weiterhin genau zu beobachten. (Stand vom 31.07.2022) (01.09.2022/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
144,27 € 143,34 € 0,93 € +0,65% 28.09./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU1891311430 DWS2Y8 173,09 € 139,52 €