DWS Invest Global Infrastructure LC-Fonds: 10/2022-Bericht, positive Nominalerträge - Fondsanalyse


23.11.22 11:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der DWS Invest Global Infrastructure LC-Fonds investiert vordergründig in Aktien von Emittenten aus dem globalen Infrastruktursektor, so Manoj Patel, Fondsmanager bei DWS.

Dazu würden folgende Segmente gehören: Transport (Straßen, Flug- und Seehäfen sowie Schienenverkehr), Energie (Gas- und Stromübertragung, -vertrieb und -erzeugung), Wasser (Bewässerung, Trinkwasser und Abwasser) und Kommunikation (Rundfunk- und Mobilfunkmasten, Satelliten, Glasfaser- und Kupferkabel).

Globale Infrastrukturwerte seien im Oktober gestiegen, hätten aber relativ gesehen schlechter als die globalen Aktienmärkte abgeschnitten. Risikowerte hätten in den ersten Tagen des Monats angezogen, bevor sie mit der Aufwertung des US-Dollars eine Kehrtwende vollzogen hätten. Nachdem der Markt sich über weite Strecken des Monats seitwärts bewegt habe, sei es zu einer neuen Rally gekommen, die mit dem Rücktritt der britischen Premierministerin Liz Truss und der Rücknahme ihrer Steuersenkungspläne einhergegangen sei. Dies habe zu einer Abschwächung des US-Dollars gegenüber dem Pfund und dem Euro geführt.

Die Inflationsdaten im Monatsverlauf hätten weiterhin gezeigt, dass der Preisdruck in den USA, in Europa und in weiten Teilen der Welt trotz der jüngsten Erholung der Erdgaspreise weitgehend ungebremst geblieben sei. In ihrem Bemühen um eine angemessene Preisstabilität hätten die Zentralbanken weltweit ihre restriktive Haltung beibehalten, während eine globale Rezession immer wahrscheinlicher werde. Globale Infrastrukturwerte hätten im Oktober die größten Zuwächse in Europa verzeichnet, auch in Nord- und Südamerika hätten sie zugelegt. Im asiatisch-pazifischen Raum seien Infrastrukturtitel gefallen, da in China neue COVID-19-Lockdowns verhängt worden seien. Japan und Australien seien jedoch weitgehend verschont geblieben, dort hätten Infrastrukturtitel den Monat im Plus beendet.

In Europa habe Transport aufgrund deutlich gestiegener Flugpassagierzahlen die höchsten Zuwächse gehabt. Auch Versorger und Kommunikation hätten hier deutlich zugelegt, und britische Infrastrukturtitel hätten sich etwas von ihrem desaströsen September erholt. In Nord- und Südamerika seien die Zuwächse bei lateinamerikanischen Flughäfen aufgrund anhaltend hoher Nachfrage nach Urlaubsreisen am stärksten gewesen. Auch Midstream-Energie habe bei steigenden Rohölpreisen und trotz des Rückgangs bei Erdgas eine solide Wertentwicklung gezeigt. Schienenverkehr und Versorger hätten den Monat im Plus beendet, während Müllentsorgung leichte Verluste erlitten habe und nord- und südamerikanische Kommunikationswerte mit höheren Bewertungen stärker gefallen seien und das Schlusslicht in der Region gebildet hätten.

Fundamentaldaten auf Titelebene und relative Bewertungen bei einer defensiven Ausrichtung würden nach wie vor die Engagements der Experten bestimmen. Im Oktober sei das Engagement in japanischen Infrastrukturtiteln am stärksten aktiv erhöht worden, vor allem für ein Engagement in der sich erholenden Eisenbahnindustrie. Am zweitgrößten sei die aktive Erhöhung des Engagements in der europäischen Kommunikationsbranche gewesen, da die Bewertungen der dortigen Sendemastenbetreiber attraktiv gewesen seien. Das aktive Engagement sei auch in europäischen Versorgern, europäischen Transportunternehmen und nord- und südamerikanischen Eisenbahnunternehmen deutlich erhöht worden, während es in britischen und australischen Infrastrukturtiteln geringfügig erhöht worden sei.

Die größte aktive Verringerung des Engagements sei aufgrund von Sorgen über das Gewinnwachstums im nächsten Jahr bei nord- und südamerikanischen Kommunikationstiteln erfolgt. In geringerem Maße sei das Engagement in den Bereichen nord- und südamerikanische Versorger und Midstream-Energie aktiv verringert worden.

In absoluten Zahlen, die sowohl das aktive Management als auch die Marktbewegungen berücksichtigen würden, seien die größten Erhöhungen der Gewichtungen im Portfolio in den Segmenten nord- und südamerikanische Midstream-Energie, europäischer Transport und Infrastruktur in Japan erfolgt, während die größten Reduzierungen in den Bereichen nord- und südamerikanische Kommunikation und Infrastruktur in Asien ohne Japan zu verzeichnen gewesen seien. Die größten Sektorgewichtungen der Experten auf absoluter Basis würden in Versorgern, Midstream-Energie und Kommunikation, jeweils in der Region Nord- und Südamerika bleiben. Schließlich sei die Kasseposition der Experten im Oktober verringert worden und habe zum Monatsende etwa 1,1% des Portfolios ausgemacht.

Der Fonds habe im Oktober positive Nominalerträge geliefert, wobei Nord- und Südamerika die größten positiven Beiträge gebracht hätten. Europa habe ebenfalls einen positiven Beitrag erzielt, während die Region Asien-Pazifik sich negativ ausgewirkt habe. Der Kassebestand des Fonds habe einen nur einen unwesentlichen Effekt auf die Erträge gehabt. In Nord- und Südamerika habe Midstream-Energie den größten positiven Wertbeitrag gebracht, gefolgt von nord- und südamerikanischen Versorgern. Lateinamerikanische Flughäfen und nord- und südamerikanischer Schienenverkehr hätten ebenfalls positiv zur Wertentwicklung beigetragen, allerdings in einem geringeren Ausmaß. Dem habe zum Teil ein negativer Beitrag nord- und südamerikanischer Kommunikationswerte gegenübergestanden.

In Europa hätten alle Sektoren positive Beiträge gebracht, wobei der größte Beitrag aus dem Transportbereich gekommen sei, gefolgt von Versorgern und dicht darauf von britischen Infrastrukturwerten und europäischer Kommunikation. Im asiatisch-pazifischen Raum hätten australische Infrastrukturtitel einen positiven Beitrag gebracht, der Effekt japanischer Infrastrukturtitel sei leicht positiv gewesen, und Asien ohne Japan habe einen negativen Beitrag geleistet, wodurch die Region insgesamt in negatives Terrain abgerutscht sei.

Für den Rest des Jahres und für Anfang 2023 würden sich die Experten bei der Einschätzung von Chancen auf relative Bewertungen und Unternehmen konzentrieren, die ihre Cashflows aufrechterhalten und erhöhen könnten. Die durch den Ukraine-Krieg und die straffere Geldpolitik verschärfte Volatilität dürfte insbesondere wegen des verlangsamten Wirtschaftswachstums weiter andauern. Infrastrukturwerte sollten davon profitieren, da sie Inflation ausgleichen und bedarfsorientierte Vermögenswerte darstellen würden.

Auf Sektorebene würden sich die Fundamentaldaten der regulierten Versorgungsunternehmen in den USA verbessern, und die Stabilität der Cashflows des Sektors dürfte sich positiv auf die Bewertungen auswirken, da Wachstum und Inflation wahrscheinlich nachlassen würden. In Europa differenzieren wir und geben Stromnetzbetreibern gegenüber Gasunternehmen den Vorzug, so die Experten der DWS.

Im Vereinigten Königreich dürften die regulatorischen Risiken für Versorgungsunternehmen in diesem Jahr steigen. Im Transportsektor würden die Fundamentaldaten in den einzelnen Regionen und Teilsektoren uneinheitlich bleiben. Während die begrenzten Kapazitäten in einigen Bereichen derzeit die Preise stützen würden, würden sich das nachlassende Wirtschaftswachstum und die zunehmenden Rezessionsrisiken zukünftig wahrscheinlich negativ auf die Fundamentaldaten auswirken. Die Aussichten in Europa würden durch den anhaltenden Ukraine/Russland-Konflikt weiter getrübt, da die Unternehmen in der Region direkter von der Inflation bei Kraftstoffpreisen betroffen seien.

Die Experten würden davon ausgehen, dass das amerikanische Midstream-Energiesegment aufgrund der anhaltenden Ungewissheit über die russischen Energieexporte volatil bleiben werde. Langfristig sollte dieser Bereich davon jedoch profitieren, da die hohen Preise Anreize für höhere Produktions-/Exportmengen aus Nordamerika bieten sollten. Kommunikationstitel sollten kurzfristig profitieren, wenn die Anleiherenditen auf ein moderates Niveau gehen würden. Sendemasten würden global mittelfristig weiter von robusten Fundamentaldaten und Chancen für anorganisches Wachstum profitieren. (Stand vom 31.10.2022) (23.11.2022/fc/a/f)





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