DWS Deutschland LC-Fonds: 08/2022-Bericht, Übergewicht in Grundstoffen, Industrie, Finanzwerten - Fondsanalyse


23.09.22 13:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der DWS Deutschland LC Fonds (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so die Experten von DWS.

Der DAX habe im August 4,8% verloren. Der MDAX sei um 7,8% gefallen, der SDAX um 7,4%. Die Warnung des FED-Vorsitzenden Powell vor einer für Haushalte und Unternehmen schmerzhaften Straffung der Geldpolitik, der Anstieg der Inflation im Euroraum auf ein Rekordhoch von 9,1%, Spekulationen über eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte durch die EZB, weltweit sinkende Einkaufsmanagerindices, schwache US-Wohnungsmarktdaten, die erneuten Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 1, der dramatische Anstieg der Gas- und Strompreise in Europa, der Sprung der Rendite zweijähriger US-Anleihen auf ein 15-Jahres-Hoch von 3,5%, die zunehmenden Spannungen zwischen China und Taiwan und der anhaltende Krieg in der Ukraine samt der Sorgen über das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja hätten im August 2022 zu Kursverlusten an den Aktienmärkten geführt.

Der Rückgang der US-Verbraucherpreisinflation von 9,1% auf 8,5%, der erneut sehr gute US-Arbeitsmarktbericht, die Leitzinssenkungen der Chinesischen Zentralbank, der rasche Anstieg des Füllstands der deutschen Gasspeicher, die besser als befürchtete Berichtssaison für das zweite Quartal und die Signale, dass sich die Lieferengpässe langsam wieder auflösen würden, hätten die Aktienmärkte nur kurzzeitig stützen können.

Der Investitionsgrad des Fonds habe Ende des Monats bei rund 120% gelegen. Bei den Sektoren habe es keine wesentlichen Veränderungen gegeben. Die Experten von DWS würden ein Übergewicht in Grundstoffen, Industrie, Finanzwerten und zyklischem Konsum sowie ein Untergewicht in Basiskonsumgütern, Gesundheitswesen und Kommunikationsdiensten halten. Ihr Engagement in Nebenwerten hoher Qualität würden die Experten bei einem Portfolioanteil von etwa 18% halten.

Der Fonds habe im Verlauf des Augusts um 6,57% nachgegeben und damit um 1,48% hinter seiner Benchmark CDAX gelegen. Ein Untergewicht in Gesundheitswesen und Immobilien habe positiv zur aktiven Wertentwicklung des Fonds im Berichtsmonat beigetragen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen negativen Beiträge aus dem Untergewicht in Kommunikationsdiensten und dem Übergewicht in Industrie gestammt. Auf Einzeltitelebene habe sich das Übergewicht in K+S AG, Münchener Rück AG und Mercedes-Benz Group AG positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Das Übergewicht in SIXT SE und Bechtle AG sowie das Untergewicht in Deutsche Telekom AG hätten im Berichtsmonat negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Der höhere Investitionsgrad habe sich im Monatsverlauf negativ auf die aktive Wertentwicklung ausgewirkt.

Die globalen Aktienmärkte hätten sich von den zuletzt gesehenen Tiefstständen erholt, da die US-Inflation ihren Höhepunkt erreicht zu haben scheine. Dies habe die Zuversicht der Märkte gestärkt, dass die FED Anfang 2023 ihre Zinserhöhungen bei etwa 3,75% beenden könnte. Die Experten von DWS würden davon ausgehen, dass die Inflation auch in den kommenden Jahren hartnäckig hoch und deutlich über der Zielrate bleiben werde. Daher würden die Markterwartungen einer Zinssenkung im Jahr 2023 nach Erachten der Experten von DWS enttäuscht werden. Im Gegenteil: Die Experten von DWS seien der Meinung, dass die Auswirkungen der FED-Maßnahmen auf die Wirtschaft und die Unternehmensgewinne noch gar nicht in vollem Umfang zu spüren seien. Die Experten von DWS würden sogar davon ausgehen, dass eine leichte Rezession in den USA im ersten Halbjahr 2023 zur Mäßigung der Verbraucherpreise erforderlich sein werde.

Darüber hinaus dürften die Rohstoff- und Energiepreise aufgrund des Klimawandels, unzureichender Investitionen in neue Kapazitäten und zunehmender geopolitischer Spannungen über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau bleiben. Entsprechend sei die Warenproduktion teurer geworden und habe in der gesamten Weltwirtschaft Veränderungen der relativen Preise ausgelöst. Die benötigte Anpassung der Margen der Unternehmen und der Verbraucherpräferenzen ist bei weitem noch nicht abgeschlossen und führt zu zusätzlicher Unsicherheit bei unseren Gewinnschätzungen, so die Experten von DWS. Das aktualisierte Indexziel der Experten von DWS für September 2023 (DAX 14.400 Punkte) zeige gegenüber dem aktuellen Niveau nur ein geringes Renditepotenzial. Die Experten von DWS würden feststellen, dass der DAX im Vergleich zum US-Markt weiterhin mit Rekordabschlägen gehandelt werde, obwohl in Europa beträchtliche Fortschritte erzielt worden seien, um die Wirtschaft auf die reduzierten Gaslieferungen aus Russland vorzubereiten. Die Bewertungen seien zwar attraktiv, aber die Experten von DWS würden sich zurückhalten, um nicht zu bullish für deutsche Aktien zu werden, da höhere Energiepreise, steigende Zinsen und sinkende Reallöhne das makroökonomische Umfeld in den Wintermonaten verschlechtern dürften. (Stand vom 31.08.2022) (23.09.2022/fc/a/f)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008490962 849096 291,04 € 179,95 €