DWS Deutschland LC-Fonds: 06/2022-Bericht, Engagement in Finanzwerten etwas verringert - Fondsanalyse


02.08.22 11:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Der DAX habe im Juni 11,2% verloren und der MDAX habe um 13,7% korrigiert. Die Drosselung der russischen Gasexporte nach Europa durch die Nord Stream 1-Pipeline, die Ausrufung der zweiten Stufe des Gasnotfallplans (Alarmstufe) in Deutschland, der Anstieg der Verbraucherpreisinflation in den USA auf ein 40-Jahres-Hoch von 8,6%, die Signale der EZB für einen Zinsschritt von 25 Basispunkten im Juli und einen Zinsschritt von 50 Basispunkten im September, die seit 1994 höchste Leitzinserhöhung der FED um 75 Basispunkte, die Signale der US-Notenbank, dass sie zur Bekämpfung der Inflation notfalls auch eine Rezession in Kauf nehmen würde, der zwischenzeitliche Sprung der Renditen zehnjähriger Anleihen auf 3,5% in den USA und auf 1,9% in Deutschland, der Einbruch des Verbrauchervertrauens in Europa und den USA aufgrund anhaltender Rezessionssorgen, der gesunkene ifo-Index und die schwachen Einkaufsmanagerindices in Deutschland und im Euroraum hätten im Juni 2022 zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten geführt. Der angesichts 390.000 neuer Arbeitsplätze weiterhin robuste US-Arbeitsmarktbericht, die Lockerung der Corona-Maßnahmen und die Erholung der Frühindikatoren in China sowie die Ankündigung der EZB-Pläne, eine Fragmentierung der Währungszone durch zu weit auseinanderlaufende Anleiherenditen (Italien) zu verhindern, hätten die Aktienmärkte nur vorübergehend stützen können.

Der Investitionsgrad des Fonds habe Ende des Monats bei rund 121% gelegen. Die Experten hätten ihr Engagement in Industrie und Grundstoffen geringfügig erhöht und das Engagement in Finanzwerten etwas verringert. Sie hätten nun ein Übergewicht in Grundstoffen und Industrie sowie ein Untergewicht in Kommunikationsdiensten, Gesundheitswesen und Immobilien. Ihr Engagement in Nebenwerten hoher Qualität würden die Experten bei einem Portfolioanteil von etwa 18% halten.

Der Fonds habe im Verlauf des Monats Juni um 14,4% nachgegeben und damit um 2,7% hinter seiner Benchmark CDAX gelegen. Ein Untergewicht in Immobilien und Versorgern sowie ein Übergewicht in Finanzwerten hätten positiv zur aktiven monatlichen Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen negativen Beiträge aus dem Untergewicht in Kommunikationsdiensten und defensivem Konsum und dem Übergewicht in Grundstoffen gestammt.

Auf Einzeltitelebene hätten sich das Untergewicht in thyssenkrupp AG und das Übergewicht in Deutsche Post AG und Münchener Rück AG positiv ausgewirkt. Das Übergewicht in Sixt SE sowie das Untergewicht in Deutsche Telekom AG hätten im Berichtsmonat negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Der höhere Investitionsgrad habe sich im Monatsverlauf negativ auf die aktive Wertentwicklung ausgewirkt.

Nach der soliden Q1-Berichtssaison sind die DAX-Bullen davon überzeugt, dass sowohl der DAX bei 12.900 Punkten als auch der S&P 500 bei 3.700 Punkten ihre Jahrestiefs markiert haben, da die schlimmsten Sorgen bezüglich der Zinspolitik der Fed hinter uns liegen sollten, so die Experten der DWS. Darüber hinaus haben die KGVs bereits Krisenniveaus erreicht und erscheinen bei dem aktuellen Stand der Gewinne nun eher attraktiv, berichten die Experten der DWS. Die DAX-Bullen würden die jüngste Erholung der chinesischen Aktien sogar als Signal werten, dass Chinas Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte positive Impulse für die globalen Aktienmärkte geben werde.

Die DAX-Bären hingegen sind davon überzeugt, dass uns nur eine kurze Bärenmarktrallye bevorsteht, bevor der DAX seinen Abwärtstrend wieder aufnimmt, so die Experten der DWS. Der recht dramatische Anstieg der Mieten in den USA werde die US-Kerninflation noch über Monate antreiben - es bestehe das Risiko monatelanger schlechter Inflationsnachrichten. Zudem sei das Risikoszenario, dass den deutschen Unternehmen und Verbrauchern mittelfristig das Gas ausgehe, leider wahrscheinlicher geworden. Im Juli werde die Nord Stream 1-Pipeline wahrscheinlich wie jedes Jahr für ein paar Tage komplett abgestellt und gewartet.

Die große Frage werde sein, ob Russland danach die Gaslieferungen wieder aufnehmen werde. Dazu breche das Verbrauchervertrauen wegen der hohen Energiepreise und der stark steigenden Kreditzinsen rund um den Globus ein. Der PMI für die Auftragseingänge in der Industrie im Euroraum, die Auftragseingangskomponente im PMI für die Industrie in den USA, der Economic Surprise Index für die US-Wirtschaft und die einbrechenden Preise für Industriemetalle würden sich allesamt auf ein Rezessionsniveau zubewegen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten hätten die Experten ihr DAX-Kursziel für die nächsten zwölf Monate auf 13.900 gesenkt. (Stand vom 30.06.2022) (02.08.2022/fc/a/f)






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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008490962 849096 289,34 € 192,57 €