DWS Concept Kaldemorgen-Fonds: Zeitenwende am Kapitalmarkt - Neuer Mix bei Multi-Asset-Anlagen gefragt


05.09.22 09:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Eigentlich längst überfällig: Zur Bekämpfung der Inflation hat nun auch die EZB im Juli den Leitzins erhöht. Doch was bedeutet das für den Aktienmarkt und Mischfonds-Strategien, fragen die Experten bei DWS.

Dürfe man spoilern? Die Wahl für das Wort des Jahres 2022 könnte auf "Zeitenwende" fallen. Die Folgen der Coronapandemie und der Krieg in der Ukraine würden nicht nur die Politik, sondern auch die Kapitalmärkte weltweit vor große Herausforderungen stellen. Die Weltwirtschaft ächze unter beeinträchtigten Lieferketten, die immer mehr Bereiche treffen würden. Gleichzeitig schwinge sich die Inflation auf zu Höhenflügen wie seit fast 50 Jahren nicht mehr.

Zwar solle die nun eingeleitete Kehrtwende der Notenbanken bei den Leitzinsen die fortschreitende Geldentwertung abbremsen. Doch die Zinserhöhungen könnten sich auf die Kapitalbeschaffung von Unternehmen und damit die Konjunkturbelebung eher nachteilig auswirken - ganz zu schweigen von damit einhergehenden drohenden Kursrückgängen bei Aktien und Zinsanlagen.

Bei Letzteren würden Staatsanleihen traditionell als "sicherer" Hafen in stürmischen Zeiten gelten. Treffe das auch in der aktuellen Situation zu?

Eine Geldanlage in Rentenpapiere erscheine derzeit nicht aussichtsreich: Unternehmensanleihen im Allgemeinen würden aktuell nicht genug Rendite abwerfen, um das Risiko sich verschlechternder Kreditqualität auszugleichen. Und Staatsanleihen mit langen Laufzeiten würden angesichts der Inflationsentwicklung und dem zuvor historisch niedrigen Zinsniveau im Moment zu viele Risiken bergen.

"Sie haben ihre Funktion als 'sicherer Hafen' verloren", sage Klaus Kaldemorgen, Fondsmanager des DWS Concept Kaldemorgen. "Daher haben wir langlaufende US-Staatsanleihen sowie deutsche Bundesanleihen in unserem Multi-Asset-Fonds geshortet. Das hat uns in Kombination mit dem starken Dollar und unserer vergleichsweisen hohen Gold-Position in den ersten Monaten 2022 einen ordentlichen Ertrag beschert."

Doch was heiße diese Schwäche bei Renten nun? Volle Fahrt voraus in Richtung Aktien?

Ja und nein. Das Zauberwort laute Diversifikation: Eine Kombination mehrerer verschiedener Wertpapierklassen - Multi Asset - und gleichzeitig, eine überlegte Gewichtung sich gegenteilig verhaltender Aktien im Portfolio, die zur aktuellen Marktsituation passen sollte.

Aktien würden nach wie vor als die Anlageklasse mit dem größten Ertragspotenzial gelten - bei bestehendem Kursrisiko. "Die Herausforderung ist nun, ein Aktienportfolio zu konstruieren, in dem die einzelnen Bestandteile jene Diversifikationsbeiträge liefern, die für ein robustes Portfolio über unterschiedliche Marktszenarien hinweg notwendig sind, jedoch mit Anleihen nicht mehr erzielt werden können", sage Christoph Schmidt, Co-Fondsmanager des DWS Concept Kaldemorgen und Leiter des Multi-Asset-Total-Return-Teams der DWS.

Als chancenreicher Ansatz habe sich für die Fondsmanager dabei die Strukturierung des Aktienportfolios in drei thematische Töpfe erwiesen: Wachstum, Stabilität und Zyklik. Zwar unterlägen Aktien wie auch Anleihen den Risiken von Zinsänderungen, jedoch in unterschiedlicher Weise. Während Growth- und zyklische Titel jüngst eher empfindlich auf den Anstieg der Zinsen reagiert hätten, sei das Kursniveau im Value-Bereich nahezu unverändert geblieben. Die logische Folge: Eine entsprechend unterschiedliche Gewichtung der drei Bereiche im Aktienportfolio.

"Konkret bedeutet dies, dass wir zuletzt den Anteil des Stabilitäts-, beziehungsweise Value-Topfs, zu Lasten des Wachstums- und Zyklik-Topfs auf rund 50 Prozent erhöht haben", erkläre Christoph Schmidt. Spezielles Augenmerk lege das Fondsmanagement auf defensive Werte mit robusten Geschäftsmodellen und attraktiven Dividendenrenditen, die man zum Beispiel im Telekommunikations- oder im Pharmabereich vorfinde. Eher zurückhaltend bis kritisch zu beurteilen seien Investments in Wachstums- und konjunktursensible Bereiche wie beispielweise Rohstoffe, Energie und Bergbau. Christoph Schmidt: "Zwar werden Anlagen in den Sektoren Energie und Minen oft als Mittel gesehen, Inflation entgegenzuwirken. Das erachten wir derzeit aber als eine riskante Einschätzung."

Investitionen in Mischfonds unterlägen Risiken. (Ausgabe vom 01.09.2022) (05.09.2022/fc/a/f)






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