DNCA Invest Venasquo Fonds: 06/2022-Bericht, Wertrückgang von 8,04% - Fondsanalyse


01.08.22 12:30
DNCA Investments

Paris (www.fondscheck.de) - Der Teilfonds DNCA Invest Venasquo strebt eine positive Performance an, die über dem folgenden zusammengesetzten Index liegt: 50% EURO STOXX 50 Net Return + 50% €STR, so die Experten von DNCA Investments.

Das Team des Anlageverwalters ("Team") bemühe sich, dieses Ziel über den empfohlenen Anlagezeitraum mit einer durchschnittlichen jährlichen Volatilität von rund 10% unter normalen Marktbedingungen zu erreichen. Um das Anlageziel zu erreichen, stütze sich die Anlagestrategie auf eine aktive Verwaltung mit Ermessensspielraum.

Die Märkte hätten im Juni stark korrigiert, so auch der EUROSTOXX 50 NR, der im Laufe des Monats um 8,8% gefallen sei. Nach einer Phase der Bewertungskorrektur im Zusammenhang mit dem Zinsanstieg habe der Juni eine neue Korrekturphase markiert, die sich auf erste Erwartungen einer Verlangsamung der Konjunktur gestützt habe. Diese neue Abwärtsphase habe sich vor allem auf Makrodaten gestützt, die auf eine Verlangsamung der Aktivität in den USA und in Europa hingedeutet hätten.

Insbesondere die Zahl der Neuaufträge im Juni-Bericht des ISM zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich, so die Experten von DNCA Investments. Die Zahl sei unter 50 gefallen, was darauf hindeute, dass der ISM-Index in den kommenden Monaten mit hoher Wahrscheinlichkeit schrumpfen werde. Logischerweise hätten sich diese Zahlen vor allem auf die zyklischen Sektoren ausgewirkt (STOXX 600 Automobile -13,4%) und weniger auf die defensiveren Teile der Märkte (STOXX 600 Healthcare -2,6%).

Abgesehen von diesen Statistiken hätten auch die Unternehmen begonnen, negative Gewinnwarnungen herauszugeben. Nach ersten Warnungen in den USA hätten mehrere europäische Unternehmen im Laufe des Monats Juni negative Meldungen abgegeben (Neubau, Fachhandel). Abgesehen von diesen zyklischen Überlegungen sei der Punkt, der den Experten bis zum Jahresende am meisten Sorgen bereite, der Zugang zu Energie in Europa und insbesondere in Deutschland. Tatsache sei, dass die Gaslieferungen aus dem Osten (Russland, Polen, Tschechien) nach Deutschland seit Anfang Juni um 60% zurückgegangen seien.

Wenn diese Situation über den Sommer hinaus anhalte, werde Deutschland vor schwierigen Entscheidungen stehen (Fernwärme vs. Industrie) und seine Industrieproduktion werde zunehmend von politischen Entscheidungen in Russland abhängen. Selbst wenn Deutschland über technische Mittel verfüge, um mit dieser Situation umzugehen (Wiederinbetriebnahme von Kohlekraftwerken), sei es schwer zu glauben, dass die Märkte nicht weiterhin das Schlimmste annehmen würden, bis sich der russische Gasfluss wieder normalisiert habe.

VENASQUO sei im Juni um -8,04% gegenüber -4,44% für seinen Referenzindex (50% ESTER, 50% Eurostoxx 50 NR) gesunken. Die zyklischen Abteilungen des Portfolios hätten auf mehreren Ebenen belastet: Industrie, Automobil, Baustoffe und Technologie. Die oben beschriebene Situation habe die Experten zu ausgeprägten defensiven Entscheidungen veranlasst. Über ein Nettoexposure hinaus, das sie bei rund 0 halten würden, hätten die Experten mehrere Bewegungen vorgenommen:

1/ Die Experten hätten sich von historischen Positionen des Portfolios im Industriesektor (Siemens, Schneider) getrennt, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Erholung der Wirtschaftstätigkeit in China nicht so stark sei wie erwartet und dass die europäische Industrie in den nächsten Quartalen leiden könnte;

2/ Die Experten hätten den Automobilsektor zu über 80% abgedeckt. Stellantis bleibe ihre erste Position aufgrund einer auf die USA konzentrierten Rentabilität (größer als 60%), Integrationssynergien, die die Ergebnisse stützen würden (Synergien = 10-15% der Ergebnisse in jedem der Jahre 22-24), und einer sehr niedrigen Bewertung (PE<3x, d.h. 50% Abschlag auf den Sektor);

3/ Die Experten hätten ihre Absicherungen im DAX (17%) und im Industriesektor (10%) deutlich erhöht, wobei sie eine bedeutende Position in Baumaterialien beibehalten hätten. Saint-Gobain, Holcim und CRH seien im Portfolio behalten worden, und zwar sowohl aus Gründen der Wertschöpfung durch Portfolioumschichtungen (größer als 25% der Einnahmen seien bei Saint Gobain veräußert worden) als auch aufgrund des völlig anderen Umfelds als 2008 (keine Immobilienblase, viel festere Anleihezinsen, bereits angelaufene Unterstützungspläne in den USA und in Europa, Renovierungsbedarf zur Bewältigung der CO2-Herausforderung) und aus Bewertungsfragen, die bereits erhebliche Volumenrückgänge erkennen lassen würden (SaintGobain PE 22 = 7,0x).

4/ Im Technologiesektor hätten die Experten ihre Halbleiterpositionen wieder auf STM konzentriert. Sie seien nicht ganz überzeugt, dass der Volumenrückgang in der Unterhaltungselektronik bei den OEMs angemessen berücksichtigt werde. Ihre Positionen im Bereich der IT-Systeme (Cap Gemini und Sopra) hätten die Experten unberührt gelassen.

Das Netto-Exposure von VENASQUO bewege sich seit mehreren Wochen weiterhin um 52,6%. Um positiver zu sein, würden die Experten glauben, dass der Markt sowohl rückläufige Inflationszahlen als auch einen weiteren Fortschritt in der Abfolge der Abwärtsrevisionen der Ergebnisse benötige. Die Experten würden erste ermutigende Anzeichen bei den Rohstoffen (sinkende Kupfer-, Weizen- und seit kurzem auch Ölpreise) sehen, die jedoch bestätigt werden müssten. (Stand vom 07.07.2022) (01.08.2022/fc/a/f)