DNB Technology Fonds: Gaming-Sektor steht vor Wachstumsphase


14.09.22 15:30
DNB Asset Management

Luxemburg (www.fondscheck.de) - Die Technologiebranche durchläuft derzeit eine schwierige Phase, bei der sich die Konsumgewohnheiten normalisieren, aber wie bei den meisten Abschwung-Phasen gehen wir davon aus, dass dieser Zustand nicht von langer Dauer sein wird, so die Experten von DNB Asset Management im Kommentar zum DNB Technology Fonds (ISIN LU1047850422 / WKN A1XFZH).

Die meisten langfristigen Trends würden intakt bleiben, und in vielen Fällen seien sie durch die Pandemie noch beschleunigt worden. Beispiele hierfür seien E-Commerce, Cloud Computing, digitales Marketing und digitale Unterhaltung. Hinzu komme, dass viele Teilsektoren noch in den Anfängen des Wachstums stünden. Dazu würden 5G, künstliche Intelligenz, industrielle Automatisierung, autonomes Fahren und das IoT (Internet der Dinge) zählen.

Der wichtigste Faktor für den Ausverkauf von zahlreichen Tech-Titeln sei die Wiederbelebung nach der Pandemie und die Verschiebung der Verbraucherausgaben weg von Waren hin zu Dienstleistungen. Eine etwas einfachere Erklärung dafür sei, dass die Verbraucher ihre Ausgaben im Zuge der Öffnung der Gesellschaft auf Erfahrungen umstellen würden. Dies habe einen negativen Effekt auf die Technologieaktien insgesamt. Zudem würden die Zinssätze steigen und Anleger würden profitables Wachstum anstelle von Wachstum mit einem niedrigen Rentabilitätsniveau bevorzugen.

Als besonders aussichtsreich würden die Experten weiterhin den Videospielebereich sehen. Dieser Sektor habe ein sehr attraktives demografisches Profil, da der durchschnittliche Spieler immer noch Mitte 30 sei, während der durchschnittliche Konsument traditioneller Unterhaltungsmedien wie Fernsehen und Streaming ein Alter von Ende 40 habe. Dies bilde die Grundlage für einen langen Wachstumszeitraum bezogen auf die Nutzer. Trotz dieser attraktiven Wachstumsaussichten hätten die Aktien des Sektors in der Zeit nach Corona Verluste erlitten. Der Sektor sei jetzt auf einem Niveau, der darauf hindeute, dass die Wachstumstage hinter uns lägen, was angesichts der abweichenden Einschätzung attraktive Möglichkeiten eröffne.

Videospielunternehmen würden etwa 1,5 Prozent des Referenzindex ausmachen, während die Experten etwa 10 Prozent des Fonds in den Sektor investiert hätten. Zu den Titeln, die sie in diesem Sektor positiv einschätzen würden, gehöre beispielsweise Take Two Interactive, der Eigentümer berühmter Spiele-Franchises wie Grand Theft Auto, NBA2K und Red Dead Redemption. Das Unternehmen werde von dem vielleicht besten Managementteam des Sektors geführt, verfüge über eine umfangreiche Pipeline an AAA-Spielen für die nächsten Jahre und sei mit der jüngsten Übernahme von Zynga dabei, mit voller Kraft in den Bereich der mobilen Spiele einzusteigen. Trotz dieser überzeugenden Aufstellung werde die Aktie unter ihrer normalen Bewertung gehandelt.

Auch Unternehmenssoftware sei ein interessanter Anlagebereich. Corona habe die Nachfrage nach der Digitalisierung aller Geschäftsbereiche beschleunigt und sei eine treibende Kraft hinter dem hohen organischen Umsatzwachstum von Microsoft, der größten Beteiligung des DNB Technology Fonds. Das deutsche Softwareunternehmen SAP, das trotz eines Umsatzwachstums von 5 bis 10% mit einem Abschlag sowohl gegenüber seiner normalen Bewertung als auch gegenüber dem Gesamtmarkt gehandelt werde, überzeuge ebenfalls.

Ein Bereich, den die Experten weiterhin skeptisch sehen würden, sei die zyklische Halbleiterindustrie. Positiv zu vermerken sei, dass die Konsolidierung die Margen erhöht und zu weniger ausgeprägten Zyklen als in der Vergangenheit geführt habe. Beides begünstige höhere Bewertungen als in der Vergangenheit. Dennoch seien die Experten der Ansicht, dass der ungewöhnlich hohe Verbrauch von Gütern, insbesondere in der Unterhaltungselektronik, während der Pandemie nicht nachhaltig sei und zu seinem langfristigen Trend zurückkehren werde. Trotzdem investiere der Sektor in neue Produktionskapazitäten in einem noch nie dagewesenen Ausmaß.

Die nationale Verlagerung sowie die Verschiebung der Halbleiterproduktion von Asien nach Nordamerika und Europa hätten auf der Angebotsseite noch mehr Öl ins Feuer gegossen. TSMC, die größte Halbleiter-Foundry der Welt, gebe beispielsweise jährlich 10 Mrd. USD für CAPEX vor der Umstellung aus. Im Jahr 2021 habe diese Zahl bei 30 Mrd. USD gelegen und für dieses Jahr seien 42 Mrd. USD geplant. Die neuen Kapazitäten kämen zu einem Zeitpunkt auf den Markt, an dem man sich mitten in einem Konsumwechsel weg von Gütern befinde und der Zyklus der Halbleiternachfrage sich bereits abgekühlt habe. Die Experten würden deshalb glauben, dass auf den Superboom, den man erlebt habe, ein Superabsturz folgen werde. Während der halbleiterlastige SOX-Index in Europa um 12 Prozent gefallen sei, würden sie weitere Rückgänge für sehr wahrscheinlich halten.

Der DNB Technology Fund liege in diesem Jahr trotz der Talfahrt der Tech-Aktien und des Rückgangs des Referenzindex des Fonds um mehr als 8% nahezu auf Vorjahresniveau. Ein wesentlicher Grund dafür, dass der Fonds in diesem Jahr besser abgeschnitten habe als der Index, liege darin, dass sich die Experten auf eine solche Verschiebung eingestellt hätten, indem sie innerhalb des Tech-Universums Unternehmen, die auf den Konsum von Gütern ausgerichtet seien, untergewichtet und Telekommunikationsunternehmen sowie Unternehmen, die auf Dienstleistungen und Erlebnisse ausgerichtet seien, übergewichtet hätten.

Wenn die Experten investieren würden, würden sie skalierbare Geschäftsmodelle mit nachgewiesener Rentabilität bevorzugen. Dieser Stimmungsumschwung am Markt komme dem Portfolio natürlich zugute, da die Experten nur wenig in unrentablen Technologieunternehmen investiert seien und ein hohes Engagement in Unternehmen mit einer starken Bilanz, einer soliden Cashflow-Generierung und einer moderaten Bewertung hätten. (14.09.2022/fc/a/f)






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