Comgest Growth China Fund: Das Jahr des Hasen - China vor dem Wiederaufschwung - Fondsanalyse


18.01.23 15:08
Comgest

Paris (www.fondscheck.de) - Nach chinesischem Kalender beginnt am 22. Januar 2023 das Jahr des Hasen, so die Experten von Comgest.

Während sich das Land auf den Jahreswechsel vorbereite, glaube Jimmy Chen, Portfoliomanager des Comgest Growth China Fund (ISIN IE0030351732 / WKN 756455), dass China nach einem wirtschaftlich schwierigen Jahr und schlechter Stimmung an den Börsen vor einer Erholung und dem Wiederaufschwung stehe:

Für die chinesischen Aktienmärkte sei 2022 das zweite schwierige Jahr in Folge gewesen, bedingt durch Chinas strikte Null-Covid-Strategie, das harte Durchgreifen der Regulierungsbehörden gegen Unternehmen sowie die eskalierenden geopolitischen Spannungen. Gegen Ende des Jahres habe sich allerdings ein grundlegender Wandel abgezeichnet: Die chinesische Regierung habe die meisten ihrer Covid-Beschränkungen aufgehoben, die Industriepolitik sei wieder unternehmensfreundlicher geworden und es seien einige Fortschritte bei der Eindämmung geopolitischer Spannungen erzielt worden. Zudem werde erwartet, dass die Inflationsrate in China moderat bleibe, so dass die makroökonomische Politik weiterhin locker bleiben könne.

Nach Ansicht der Experten dürfte das Jahr 2023 von einer Wachstumsbeschleunigung und einer Erholung der Anlegerstimmung geprägt sein. Die KGV-Bewertung chinesischer Aktien sei im historischen Vergleich nach wie vor günstig. Daher seien sie der Meinung, dass chinesische Aktien im Jahr des Hasen die Voraussetzungen für eine starke Performance hätten.

Im Jahr 2022 seien die Null-Covid-Maßnahmen der chinesischen Regierung die größte Belastung für das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen gewesen. Ab dem 8. Januar 2023 seien jedoch alle verbleibenden Covid-Beschränkungen aufgehoben worden. Die schlechte Nachricht sei, dass dadurch das Tempo der Covid-Infektionen rasant ansteige und das Gesundheitssystem überlastet werde. Dafür werde China den Höhepunkt der Infektionen voraussichtlich früher erreichen und die Wirtschaftstätigkeit sich schneller als erwartet erholen.

Darüber hinaus sei die Industriepolitik unternehmensfreundlicher geworden. Dies zeige sich etwa daran, dass das fast zweijährige harte Vorgehen gegen Tech-Plattformen anscheinend gelockert werde, wie der jüngste Abschluss der Kapitalerhöhung von Ant Financial zeige. Auch die Vergabe von Glücksspiellizenzen sei im April nach einem achtmonatigen Stillstand wieder aufgenommen worden, und die Unternehmen Tencent und Netease hätten ab September ihre Genehmigungen erhalten. Die Regierung lockere auch die Vorschriften für Bauträger, nachdem die Bemühungen um einen Schuldenabbau zu einer Liquiditätskrise in der Branche geführt hätten. Auf makroökonomischer Ebene profitiere die Volkswirtschaft davon, dass die inländischen Lieferketten stabil geblieben seien und es zudem kein "Helikoptergeld" gegeben habe, so dass die Inflation moderat sei und die Finanz- und Geldpolitik damit weiterhin locker bleiben könne.

Die Beziehungen zwischen China und den USA hätten sich zuletzt stabilisiert. Im November hätten sich der chinesische Präsident Xi Jinping und der US-Präsident Joe Biden zum ersten Mal als Staatsoberhäupter persönlich getroffen, um die Arbeitsbeziehungen wiederherzustellen. Ebenso sei den Wirtschaftsprüfern des U.S. Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) von der chinesischen Aufsichtsbehörde im September in Hongkong endlich gestattet worden, Unterlagen zu US-amerikanischen Aktien-Hinterlegungsprogrammen (ADR) zu prüfen. Das PCAOB habe sich zufrieden zu den ersten Überprüfungen geäußert. Damit sei das Risiko erheblich gesunken, dass chinesische Unternehmen gezwungen sein könnten, ihre Börsennotierung in den USA aufzugeben.

All diese Entwicklungen würden darauf hindeuten, dass Präsident Xi Jinping, wie andere chinesische Führer seit Deng, einen pragmatischen Ansatz verfolge, um ein Gleichgewicht zwischen sozialer Stabilität und Wirtschaftswachstum herzustellen. Während es im Oktober zu einer schweren Marktpanik gekommen sei, nachdem Xi auf dem Parteitag der Kommunistischen Partei als bislang erster Präsident für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden sei, scheine diese Angst bisher unbegründet zu sein.

Unsere Analyse legte nahe, dass die chinesischen Unternehmen, die von der Wiedereröffnung Chinas und von langfristigen Qualitätswachstumsfaktoren profitieren, für Aktienanleger im Jahr 2023 eine gewinnbringende Kombination darstellen könnten, so die Experten von Comgest. Anta Sports, Suofeiya und Focus Media würden über diese Voraussetzungen verfügen; sie seien führend ihren Bereichen Sportbekleidung, maßgefertigte Möbel und Werbung aufgrund ihrer ständigen Innovationen und ihrer ständig wachsenden Präsenz.

Tencent, Chinas wirtschaftliches Aushängeschild, vereine die Vorherrschaft des Landes bei Videospielen, Zahlungssystemen und Social-Media-Plattformen. Wachstum und Stimmung seien zwei Jahre lang durch ein schwieriges regulatorisches Umfeld, schwache Verbrauchernachfrage und die Krise im Technologiesektor gebremst worden. Die Experten seien der Ansicht, dass die Normalisierung der Genehmigungen für Glücksspiellizenzen, die Verbesserung der Verbraucherstimmung und ein optimistischer Ausblick für chinesische Tech-Investitionen zu einem positiven Jahr 2023 und einem besseren langfristigen Ausblick beitragen sollten. Die Monetarisierung der Kurzvideoplattform werde dem Unternehmen zusätzlichen Auftrieb geben.

Ein weiterer globaler Wachstumstrend, den chinesische Unternehmen aufgreifen, sei die Auslagerung der biopharmazeutischen Produktion und Entwicklung. Hier sei etwa WuXi Biologics einer der stärksten Herausforderer des Weltmarktführers Lonza. Seine Wettbewerbsfähigkeit beruhe auf der Kombination eines einzigartigen Geschäftsmodells, Innovation und Zugang zu einem größeren Talentpool. Die Aktie habe sich im Jahr 2022 unterdurchschnittlich entwickelt, nachdem zwei ihrer Tochtergesellschaften auf die US-Handelsbeschränkungsliste ("US Unverified List") gesetzt worden seien, was die Befürchtung habe aufkommen lassen, dass der chinesisch-amerikanische Technologiekonflikt auf die Biopharma-Outsourcing-Branche übergreife. Ende 2022 seien alle Tochtergesellschaften von WuXi Biologics von der Unverified List gestrichen worden, womit sich diese geopolitisch bedingten Sorgen offenbar auflösen würden. (18.01.2023/fc/a/f)





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