Berenberg Credit Opportunities Fonds: Bankanleihen - Besser als ihr Ruf - Fondsanalyse


15.06.22 12:00
Berenberg

Hamburg (www.fondscheck.de) - Anleiheinvestoren benötigen schon seit einiger Zeit starke Nerven. Zunächst die andauernde Niedrigzinsphase und nun steigende Renditen, der hohe Inflationsdruck, die nach wie vor gestörten Lieferketten, die vielen Unternehmen die Quartalsergebnisse verhageln könnten, so Christian Bettinger, Leiter Fixed Income Euro flexibel bei Berenberg im Kommentar zum Berenberg Credit Opportunities Fonds (ISIN LU0636630005 / WKN A1JBQ7).

Darüber hinaus würden die geopolitischen Ereignisse die Entwicklung festverzinslicher Wertpapiere belasten. In diesem Umfeld könnten ausgerechnet Anleihen von Europas Banken eine sinnvolle Alternative sein.

Europäische Banken hätten in Bezug auf Rendite und Sicherheit sowohl aktien- als auch anleiheseitig in den letzten Jahren hinter anderen Emittenten zurückgestanden. Doch ein Blick in die Bilanzen zeige, dass sie sich inzwischen wieder stabilisieren würden. Im Vergleich zur Vor-Lehman-Ära habe sich die durchschnittliche Eigenkapitalquote etwa durch Kapitalerhöhungen und Nachrangemissionen seit 2010 um mehr als sechs Prozentpunkte erhöht. Zeitgleich seien die Problemkredite in den Büchern signifikant abgebaut worden. So hätten auch die mehrfachen Lockdowns und die infolge der Corona-Krise temporär einsetzende Rezession in den Jahren 2020 und 2021 nicht zu einem merklichen Anstieg der Kreditausfälle geführt. Die meisten Institute hätten die getroffene Risikoabsicherung binnen weniger Quartale auch bereits wieder auflösen können.

Die Analyse verdeutliche, dass europäische Finanzinstitute ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Sowohl auf operativer Ebene, dem Risikomanagement, aber auch bei der Kapitalausstattung stünden zahlreiche Häuser heute deutlich besser da als in der Vergangenheit. Themen wie das Platzen einer Immobilienblase oder hohe Rohstoffpreise würden die solide Lage der Kreditbücher zwar temporär eintrüben, allerdings die Banken nicht nachhaltig in ihrer Existenz bedrohen.

Demgegenüber dürften Banken von höheren Zinsen und steileren Zinskurven profitieren, nachdem sich die Zinsergebnisse zahlreicher Institute über Jahre rückläufig entwickelt hätten.

Auf dieser Grundlage lohne ein gewissenhafter Blick auf die Anleihenauswahl. Dabei seien Bettinger beispielsweise tiefe Nachranganleihen (CoCos) europäischer Banken ins Auge gestochen. Nahe am Eigenkapital der Bank seien diese Nachrang-Anleihen mit einem fixen Kupon und unendlicher Laufzeit ausgestattet. Zusätzlich bestehe ein Rückkaufrecht seitens der Bank nach frühestens fünf Jahren. Und obwohl nachrangige CoCo-Anleihen mehrheitlich ein Rating im High-Yield-Bereich tragen würden, würden sich sämtliche europäische Großbanken durch solide Investment-Grade-Ratings im Seniorbereich auszeichnen.

Aus Sicht von Bettinger würden CoCo-Anleihen mit Renditen um 5,6% kurz- bis mittelfristig ein attraktives Einstiegsniveau darstellen. Allerdings sei es notwendig, die in Frage kommenden Anleihen und deren Emittenten eingehend zu analysieren, was profundes Fachwissen voraussetze. Dasselbe gelte für so genannte Legacy-Anleihen europäischer Banken, die eine weitere attraktive Anlagealternative darstellen würden.

Legacy-Anleihen seien alte Nachrangtitel, die aufgrund ihrer spezifischen Ausstattungsmerkmale nach heutiger Regulierung die Anrechenbarkeit auf das Eigenkapital per Ende 2021 verloren hätten. Bereits vor Ablauf dieser Frist habe der Regulator den betroffenen Finanzhäusern empfohlen, diese Strukturen zurückzukaufen oder die Vertragsbedingungen im Einverständnis mit den Investoren abzuändern. Vor diesem Hintergrund seien Legacy-Strukturen interessant, da sie häufig deutlich unter Nominalwert handeln und somit nicht selten zweistellige Renditen bei einem Call oder Rückkauf versprechen würden. Daneben würden sie sich als meist variabel-verzinsliche Wertpapiere durch geringere Zinsrisiken und ein niedriges Marktbeta auszeichnen und sich damit als interessante Beimischung für unsere Renten- und Multi-Asset-Portfolios eignen, so Bettinger.

Der Berenberg Credit Opportunities sei ein innovativer Rentenfonds, der durch seine hohe Flexibilität unter anderem die beschriebenen attraktiven Anlagemöglichkeiten in Legacy- und CoCo-Anleihen europäischer Banken nutze. Der Fonds habe weder Benchmark noch allzu umfangreiche Anlagerestriktionen. Somit könne er opportunistisch und breit diversifiziert, unter Anwendung der gesamten Rating-Klaviatur sowie der Kapitalstruktur angepasst an das aktuelle Marktumfeld agieren.

Insbesondere der Blick in die Vergangenheit zeige: Europäische High-Yield-Anleihen hätten langfristig besser abschneiden können als Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit Investment-Grade. Die vorteilhafte Kombination aus hoher Effektiv-Verzinsung und niedriger Zinssensitivität habe geholfen historisch Volatilität zu reduzieren und Korrekturbewegungen zu glätten.

Das Portfoliomanagement des Berenberg Credit Opportunities fokussiere sich bei der Anleiheselektion auf eine Kombination von interessanten Bottom-Up-Ideen und globalen Makro-Themen, um interessante Investmentmöglichkeiten und Marktineffizienzen zu identifizieren und langfristig ein attraktives Rendite- /Risikoprofil zu erzielen. Der Berenberg Credit Opportunities eigne sich somit als sinnvolle und attraktive Beimischung in Fixed-Income- oder Multi-Asset-Portfolios, um die Rendite zu verbessern und gleichzeitig Zinsrisiken zu diversifizieren. (15.06.2022/fc/a/f)





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