Bellevue Global Income (Lux) Fonds: 08/2022-Bericht, Wertverlust von 0,57% - Fondsanalyse


21.09.22 13:37
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Das Anlageziel des Bellevue Global Income (Lux) Fonds (ISIN LU2382177330 / WKN A3C4GD, EUR B) besteht darin, über den gesamten Konjunkturzyklus konsistente positive Erträge zu erreichen, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Die angestrebten Renditen sollten eine tiefe Korrelation zur Ertragsentwicklung gewichtiger Anlageklassen aufweisen. Der Fonds eigne sich daher besonders für Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens drei Jahren, die eine gleichmäßige absolute Rendite anstreben würden. Die Fondswährung sei Euro.

Der Fonds beabsichtige, unabhängig vom Marktumfeld, konsistente Mehrrenditen von 2% bis 4% p.a. über dem entsprechenden 3-Monats-Geldmarktsatz zu erzielen. Der Fonds investiere dabei weltweit in Anleihen, wobei das neutrale Portfolio Staatsanleihen und High-Yield-Anleihen mit je 50% gewichte. Ein proprietäres Screening Tool unterstütze das erfahrene Management Team bei der Marktanalyse und der Bestimmung der erfolgversprechendsten Top-down-Allokation. Die Risiko-Ertrags-Steuerung erfolge über die Staatsanleihenquote. So habe das Management-Team die Möglichkeit, das Staatsanleihen-Exposure mittels Futures zu erhöhen oder zu reduzieren. Bei der Selektion der High-Yield-Anleihen werde ein fundamentaler Bottom-up-Ansatz verwendet. Risikomanagement sei ein integraler Bestandteil des gesamten Investitionsprozesses. Das Portfolio investiere vorwiegend in liquide Anlagen, der Fonds biete tägliche Liquidität. Der Fonds berücksichtige ESG-Faktoren bei der Umsetzung der Anlageziele.

Der Fonds habe den Monat August 0,57% tiefer bei einer Volatilität von 2,20% beendet. Der Bloomberg Global Aggregate EUR-Hedged Index sei um 2,87% und der Bloomberg Global High Yield EUR-Hedged Index um 1,39% gefallen. Da das Marktumfeld seit Auflegung des Fonds am 30. September 2021 unsicher sei, würden die Experten der Bellevue Asset Management AG schrittweise investieren. Im Berichtsmonat hätten sie die taktische Cash-Allokation von 44% auf 48% erhöht.

Nach einem guten Start in den August habe das FED mit dem entschlossenen Festhalten an seiner restriktiven Geldpolitik am Treffen in Jackson Hole rasche Kurskorrekturen bei riskanten und weniger riskanten Anlagen ausgelöst. Die Haupt-Performancetreiber des Fonds seien High-Yield-Bonds mit -0,01% und Staatsanleihen mit -0,56% gewesen. Die Positionen in Hochzinsanleihen hätten den Bloomberg Global High Yield Index dank des Positivbeitrags des Schwellenländerengagements übertroffen. Die Staatsanleihen-Strategie habe den Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Treasuries um 54 Bp auf 3,19% zu spüren bekommen.

Anfang des Monats hätten die Experten der Bellevue Asset Management AG die Allokation in Hochzinsanleihen von 43% auf 45% erhöht, indem sie Eurobonds mit kurzer Duration von soliden Schwellenländern (Kolumbien, Südafrika) ins Portfolio aufgenommen hätten. Angesichts der wachsenden Unsicherheit am Markt hätten die Experten im Monatsverlauf bei den Neuzugängen von Juli Gewinne realisiert und die Allokation auf 40% reduziert. Ende des Monats sei die Verteilung wie folgt gewesen: 12% Unternehmensanleihen, 10% Finanzanleihen und 19% Schwellenländeranleihen. Die Allokation in Staatsanleihen liegt aktuell mit 12% deutlich unter unserer neutralen Position in Höhe von 50%, so die Experten der Bellevue Asset Management AG. Die Experten würden die Anlageklasse aufgrund der hohen Volatilität und einer potenziell zweistelligen Inflationsrate nach wie vor nicht für attraktiv halten.

Am 18. August hätten die Experten der Bellevue Asset Management AG die Szenarien wie folgt geändert:

Szenario 1, Gewichtung 30%: Die Inflation erreiche ihren Höhepunkt und die Zinserwartungen würden sich stabilisieren. Die Teuerungsrate werde voraussichtlich ihren Zenit erreichen, wenn die Preise wichtiger Rohstoffe wie Öl, Kupfer und Weizen wieder auf nachhaltigere Niveaus fallen würden. Lieferengpässe, verursacht durch die Lockdowns in China und den Ukraine-Krieg, würden sich ebenfalls langsam auflösen. Die FED könne die Zügel etwas lockern. Für Aktien und Hochzinsanleihen sei dieses Szenario positiv, für Staatsanleihen dagegen leicht negativ.

Szenario 2, Gewichtung 40%: Das Wirtschaftswachstum bleibe zwar positiv, die Unternehmensgewinne würden jedoch aufgrund sinkender operativer Margen schrumpfen. Die Inflation werde voraussichtlich aufgrund fallender Rohstoffpreise ihren Höhepunkt erreichen, sich allerdings bei ca. 5% einpendeln. Die Weltwirtschaft gleite zwar nicht in eine Rezession ab, aber die Aktienmärkte würden sich konsolidieren. Dieses Szenario habe einen neutralen bis leicht positiven Effekt für Staats- und Hochzinsanleihen.

Szenario 3, Gewichtung 30%: Eine Rezession werde immer wahrscheinlicher. Die operativen Margen von Unternehmen würden sinken. Die Abkehr von Öl- und Gaslieferungen aus Russland werde in Europa diesen Winter höchstwahrscheinlich zu Störungen der Energieversorgung führen. Die Teuerungsrate bleibe hoch und die Zentralbanken könnten ihre Geldpolitik nicht aggressiv lockern. Dieses Szenario sei für Aktien und Hochzinsanleihen negativ. Staatsanleihen würden zwar ihren Negativtrend fortsetzen, könnten allerdings bei einer Marktkorrektur eine gute Absicherung bieten. (Stand vom 31.08.2022) (21.09.2022/fc/a/f)