Bellevue Entrepreneur Europe Small (Lux) Fonds: 08/2022-Bericht, Wertverlust von 5,7% - Fondsanalyse


14.09.22 15:01
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue Entrepreneur Europe Small (Lux) Fonds (ISIN LU0631859229 / WKN A1JG2H, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in kleinkapitalisierte, europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren möchten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in europäischen Small Caps ergeben würden.

Der Fonds strebe die Erzielung eines langfristigen Kapitalwachstums an. Der Fonds investiere in kleinkapitalisierte, börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit mindestens 20% der Stimmrechtsanteile maßgeblich beeinflusst würden. Eigenschaften wie kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Team identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung und konstruiere aus 35 bis 45 Titeln ein über Länder, Sektoren und Stil (Value, GARP, Growth) diversifiziertes Portfolio. Der Fonds berücksichtige ESG-Faktoren bei der Umsetzung der Anlageziele.

Europäische Small und Mid Caps, gemessen am MSCI Europe Small Cap ex-UK, hätten den positiven Juli-Trend abgekehrt und seien im Berichtsmonat um 5,9% gefallen, angetrieben durch die hawkischen Äußerungen des FED-Präsidenten Powell. In Jackson Hole sei das "Pivot"-Szenario definitiv begraben und der Risikobereitschaft jeglicher Boden entzogen, als Powell die feste Absicht des FED zur Inflationsbekämpfung bekräftigt habe, auch mit dem Risiko einer Überstraffung. Die Inflation im Euroraum habe im August den Rekordwert von 9,1% erreicht, wobei die Kerninflation auf 4,2% gestiegen sei (erwartet 4%), was die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Anhebung um 75 Bp an der kommenden EZB-Sitzung signalisiere.

Die rekordhohen Gas- und Strompreise würden in Europa drohen, eine Rezession einzuleiten, wie der EUR/USD signalisiere, der ein 20-Jahres-Tief erreicht habe und unter die Parität gefallen sei. Öl habe sich verbilligt, WTI sei um 9,2% gesunken. Weiche Rohstoffe seien ebenfalls gefallen und würden ein Niveau von vor Ausbruch des Ukrainekriegs erreichen. Die Performance auf Sektorebene sei uneinheitlich gewesen: Energie (+5,3%), Finanztitel (-0,7%) und Kommunikationsdienstleistungen (-4,9%) hätten sich am besten gehalten, während IT (-10,7%), Healthcare (-8,1%) und Basiskonsumgüter (-7,5%) das Schlusslicht gebildet hätten.

Vor diesem Hintergrund habe der Fonds einen Wertverlust von 5,7% (EUR/ B-Anteile) verbucht und seine Benchmark um 23 Bp übertroffen. Größte Verlustbringer seien Sopra Steria (-14,9%), Zur Rose (-32,5%) und Bakkafrost (-13,2%) gewesen. Sopra Steria habe, ohne dass es titelspezifische Meldungen geben habe, in die Kurskorrektur im Technologiesektor eingestimmt, obwohl das Unternehmen mit seinen äußerst erfreulichen Q2-Ergebnissen die Konsenserwartungen übertroffen habe.

Zur Rose habe Meldungen über die Einführung des E-Rezepts in Deutschland mit kräftigen Kursverlusten quittiert. Lokalen Medienberichten zufolge habe Schleswig-Holstein den ursprünglich für den 1. September geplanten Start des Programms aufgrund von Bedenken über den Schutz von Patientendaten zurückgezogen. Mit etwas Verzögerung habe die Bundesregierung reagiert, aber eine rasche Einführung versprochen und die sichere Handhabung über Apotheken-Apps bestätigt. Schließlich habe Zur Rose am 1. September die Emission einer Wandelanleihe und eine Kapitalerhöhung bekannt gegeben, die vollständig gezeichnet worden seien, um den potenziellen Refinanzierungsbedarf 2023 vorwegzunehmen.

Bei Bakkafrost sei es im Anschluss an eine starke Kursentwicklung zu Gewinnmitnahmen gekommen. Auslöser seien die sinkenden Lachspreise und etwas enttäuschenden Q2-Zahlen gewesen.

U-Blox (+22,2%), Bankinter (+6,2%) und Schoeller-Bleckmann (+8,1%) seien die Performance-Spitzenreiter im Berichtsmonat gewesen. U-Blox, der Schweizer Spezialist für IoT-Chips und Module, habe seinen Aufwärtstrend dank deutlich über den Erwartungen liegender Halbjahreszahlen und einer erneuten Anhebung der Prognose fortgesetzt. Die Marktnachfrage belebe sich weiterhin in allen Regionen und Anwendungsbereichen, und die neuen Produkte seien auf ein extrem positives Echo gestoßen. Somit würden dem Unternehmen neue Design Wins winken. Bankinter habe die Verluste des letzten Monats zum Teil wieder wettgemacht, nachdem der spanische Bankensektor auf die von der Regierung überraschend erlassene Sondersteuer auf Übergewinne etwas überzogen reagiert habe.

Der österreichische Spezialist für Richtbohrtechnologie für die Öl- und Gasindustrie Schoeller-Bleckman habe positive Zahlen für H2 gemeldet. Sie würden eine solide Dynamik belegen, die durch massive Ausgaben für Exploration und Förderung außerhalb Russlands befeuert würden.

"Alles hängt vom Makroumfeld ab, aber niemand weiß wirklich, wo es hinsteuert." Die Zinssätze seien für den Erfolg verschiedener Anlagestile entscheidend. Aktien mit niedrigen KGVs (Value) würden gegenüber Aktien mit hohen KGVs (Growth) gewinnen, wenn Zinsen steigen würden. Im aktuellen Zyklus seien Zeitpunkt und Maß der Zinsbewegungen allerdings sehr schwer vorherzusagen, und die relative Performance von Value gegenüber Growth folge dem nahezu unberechenbaren Auf und Ab der langen Zinsen von Monat zu Monat. Die KGVs von Wachstumsaktien seien seit 2021 deutlich gesunken, lägen aber immer noch weit über dem historischen Durchschnitt. Value-Aktien seien dagegen zwar vielleicht günstig, die Bewertung allein reiche allerdings nicht aus, vor allem wenn sie wacklig vor dem potenziellen Szenario einer Gewinnrezession dastünden.

Derzeit sei die Frage Value oder Growth für die Generierung von Alpha weniger relevant. Stattdessen würden sich die Experten bottom-up auf solide Cashflows angesichts eines insgesamt schwierigen Wachstums- und Teuerungsumfelds konzentrieren. Sie würden Ausschau nach Unternehmen mit hohen FCF-Renditen und guter Cash-Konversion in attraktiven Marktnischen halten. (Stand vom 31.08.2022) (14.09.2022/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
286,39 € 286,87 € -0,48 € -0,17% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0631859229 A1JG2H 424,17 € 286,39 €