Bellevue Biotech (Lux) Fonds: Biotech - die Aussichten sind vielversprechend


09.11.22 14:15
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Gemessen an der Kursentwicklung hatte es der Biotechsektor in den letzten zwei Jahren nicht leicht, so Dr. Lukas Leu, Portfoliomanager des Bellevue Biotech (Lux) Fonds (ISIN LU0415392249 / WKN A0X8YU) bei der Bellevue Asset Management AG.

Die Biotechindices hätten mit dem Gesamtmarkt nicht mithalten können. Jetzt scheine sich das Blatt zu wenden. Die Kurse würden sich zunehmend stabilisieren und ein Comeback scheine möglich.

Die Talsohle des Biotech-Bärenmarkts dürfte hinter uns liegen, so die Experten der Bellevue Asset Management AG. Die Sektortiefstände seien Mitte Juni 2022 erreicht worden. Darauf sei ein Kursanstieg von rund 30% gefolgt (Mitte Juni bis Mitte August gemessen am NASDAQ Biotech Index, NBI), der jedoch aktuell etwas an Fahrt verloren habe. Dennoch seien die Aussichten positiv, und zwar nicht nur bis zum Jahresende, sondern auch für das kommende Jahr. Der Grund: Viele Biotechunternehmen seien derzeit sehr gut positioniert und höchst attraktiv bewertet. Zudem würden viele wichtige Innovationen erwartet, mit wachsendem Marktpotenzial der einzelnen Indikationen.

Ein weiterer Treiber sei der wachsende Druck auf die Pharmakonzerne. Sie müssten neue Wachstumstreiber generieren, denn Schätzungen der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zufolge würden noch in dieser Dekade Blockbuster-Medikamente mit einem Gesamtumsatz von mehr als USD 250 Mrd. ihren Patentschutz verlieren. Die Gewinnentwicklung vieler großer Pharmaunternehmen hänge häufig von wenigen Kassenschlagern ab. Würden die Patente ablaufen, seien die Gewinne gefährdet. Daher seien die Firmen stetig bemüht, sich neue Technologien und Medikamente anzueignen. Gleichzeitig seien kleine und mittelgroße Biotechfirmen, die mangels hoher Medikamentenerlöse noch nicht profitabel arbeiten würden, nach teilweise kräftigen Kursabschlägen derzeit historisch tief bewertet. Das biete attraktive Einstiegsmöglichkeiten.

Getrieben worden sei die Ausverkaufswelle in den letzten zwölf Monaten von einer stärkeren Diskontierung der zu erwartenden Umsätze infolge der inflationsbedingt steigenden Zinsen. Trotz der derzeit anhaltenden Marktvolatilität würden die Experten damit rechnen, dass die Biotechbranche sich durch anhaltende Wertschöpfung im Gesundheitsbereich behaupten werde.

Der Bellevue Biotech (Lux) Fonds lege seinen Schwerpunkt auf mittelgroße Biotechunternehmen, die sich durch Innovation und Wachstumsorientierung sowie das Vorhandensein zahlreicher Katalysatoren in expandierenden Pipelines auszeichnen würden. Die Innovation in der Biotechbranche sei ungebrochen. So sei zu beobachten, dass Bereiche wie die Gentherapie aktuell in die nächste Generation von Produkten und Technologien übergehe. Andere bereits etablierte Technologien wie die RNA-Technologie würden sich von ihrem anfänglichen Fokus auf seltene Krankheiten rasch auf größere Indikationen ausbreiten und könnten so deutlich höhere Umsätze erzielen als ursprünglich erwartet worden sei.

Ein Beispiel hierfür sei Biomarin mit der europäischen Markteinführung von Roctavian, dem ersten Gentherapeutikum zur Behandlung von schwerer Hämophilie A. Auch Alnylam stehe nach exzellenten klinischen Daten vor der Zulassung von Patisiran, einem Medikament gegen ATTR-Amyloidose mit Kardiomyopathie. Dieses Nischenprodukt könnte in Zukunft Milliardenerlöse erzielen. Aber auch ausgewählte größere, reife und vor allem profitable Biotechs würden Chancen bieten. So würden der Biotechriese Vertex oder auch die weltweit tätige Regeneron in diesem Jahr bereits deutliche Kursanstiege vorweisen, was gerade in volatilen oder defensiveren Zeiten eine ausgewogene Balance in das Biotechportfolio bringe.

Die jüngsten Zukäufe angesichts der weiterhin tiefen Bewertungen im Sektor könnten den Auftakt für eine neue Übernahmewelle darstellen und den Sektor zusätzlich beflügeln. So sei Pfizer seit Längerem auf Einkaufstour. Zuletzt habe der Pharmakonzern im August USD 5.4 Mrd. für Global Blood Therapeutics bezahlt. Das US-Biotechunternehmen entwickele Arzneien gegen seltene Bluterkrankungen und sei führend in der Behandlung von Sichelzellanämie. Diese genetisch bedingte Erkrankung führe zu einer sichelförmigen Verformung der roten Blutkörperchen. Drei Monate zuvor habe Pfizer die bislang größte Transaktion dieses Jahres in der Biotechbranche abgeschlossen. Für USD 11.6 Mrd. habe Pfizer das US-Biotechunternehmen Biohaven gekauft und sich damit die Vermarktung von Nurtec, ein Migränemedikament mit einem neuen Wirkmechanismus gesichert.

Die zunehmenden Übernahmeaktivitäten gepaart mit der starken Innovationspipeline dürften den Sektor vor dem Gegenwind steigender Zinssätze schützen. Die Experten würden gute Chancen sehen, dass die großen Pharmafirmen, ausgerüstet mit robusten Bilanzen, ihre Pipelines auch Ende des Jahres und Anfang 2023 mit Zukäufen bereichern würden. Verschiedene Faktoren würden nach Einschätzung der Experten dafür sprechen, dass die Zahl der Akquisitionen weiter steigen werde. So hätten zahlreiche Biotechs in diesem Jahr vielversprechende klinische Daten vorgelegt. Akzente würden Biotechfirmen ebenso bei einzelnen Zulassungen setzen. Aus politischer Sicht würden die Experten die Branche in einem guten Umfeld sehen.

Mit der jüngsten Gesetzesinitiative würden innovative Medikamente in den USA, dem weltweit größten Medikamentenmarkt, in Zukunft nicht von Preisdeckelungen tangiert. Dies fördere nicht nur die Innovation, sondern auch die Kauflust von Big Pharma, attraktive Biotechfirmen zu akquirieren. Firmen, die für ihre ersten Produkte auf der Basis von neuen bahnbrechenden Technologien die Marktzulassung erhalten hätten oder unmittelbar davor stünden, sollten besonders gesucht sein, um Patentabläufe schnell kompensieren zu können. Ein Blick auf die Transaktionen dieses Jahres zeige, dass die Onkologie das wichtigste Krankheitsgebiet für übernahmewillige Interessenten bleibe. Aber auch in der Neurologie, bei neuen Therapien gegen Schizophrenie und Depression, hätten einige kleinere Biotechs in den letzten Jahren gute Fortschritte erzielt.

Die soliden regulatorischen Bedingungen gepaart mit steigenden Studienanträgen bei der US-Gesundheitsbehörde FDA würden auf weitere Zulassungen im Bereich der Medikamentenentwicklung deuten. Die Innovation sei in vollem Gange, neue Durchbrüche würden vorangetrieben und neue Produkte zügig auf den Markt gebracht. Vor dem Hintergrund der attraktiven Bewertungen würden Investoren in den Genuss von guten Renditeaussichten kommen. Aufgrund seiner eigenen Dynamik gehöre der Sektor ohnehin in jedes diversifizierte Portfolio. Die aktuellen Kurse würden zu neuen Biotechinvestments oder zu Zukäufen einladen. (09.11.2022/fc/a/f)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
688,43 € 691,67 € -3,24 € -0,47% 29.11./15:01
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0415392249 A0X8YU 735,54 € 560,44 €