Bellevue African Opportunities (Lux): Afrikanische Aktienmärkte treten aus dem Schatten der Industrieländer


16.06.22 12:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Strukturelle Wachstumstreiber und tiefe Bewertungen: Mit dem Ende der globalen geldpolitischen Expansion sind die Opportunitätskosten für das Halten afrikanischer Aktien gefallen, so Malek Bou-Diab, Lead Portfoliomanager des Bellevue African Opportunities (Lux) (ISIN LU0433847240 / WKN A0RP3D) bei der Bellevue Asset Management AG.

Zudem seien ausgewählte afrikanische Märkte aufgrund ihres realen Wirtschaftswachstums und strukturellen Wandels solide aufgestellt.

Beschränktes Renditepotenzial, niedrige Liquidität, bestenfalls eine "exotische" Beimischung in einem international diversifizierten Anlegerdepot - für die meisten Anleger sei der afrikanische Kontinent in Zeiten boomender Weltbörsen in der Regel nur eine Randnotiz wert gewesen. Das habe vor allem in den letzten Jahren gegolten, als die Aktien aus den Industrieländern während der ultralockeren Geldpolitik deutlich besser abgeschnitten hätten als Titel aus den Schwellenländern und den Frontier Markets.

Insbesondere nach dem Ausbruch der Coronapandemie hätten die führenden Zentralbanken der Industriestaaten die Märkte mit geld- und fiskalpolitischen Anreizen geflutet, um ihren Volkswirtschaften bei der wirtschaftlichen Erholung unter die Arme zu greifen. Afrikanische Länder hätten sich diese Anreize nicht im selben Umfang leisten können. Diese Situation habe die Opportunitätskosten zum Halten von afrikanischen Aktien erhöht und erkläre auch, warum Afrika bei globalen Portfolioallokationen jahrelang ein Schattendasein gefristet habe.

Seit die Märkte 2021 begonnen hätten, das Ende der expansiven Geldpolitik in die Aktienbewertungen einzupreisen, sei eine Zeitenwende im Gange. Der Bellevue African Opportunities Fonds (+8.3%) habe die Marktindices der Industrieländer (S&P500, +3.2%), der Schwellenländer (MSCI EM, -6.7%) als auch der Frontier-Märkte (MSCI Frontier, +2.3%) seit 1. September 2021 per 29. April 2022 übertreffen können. Ohne die fortgesetzte globale monetäre Expansion seien afrikanische Aktien gegenüber Industrieländern von ihrer Bewertung kompetitiv, weil die afrikanischen Märkte hinsichtlich ihres realen Wirtschaftswachstums sehr gut aufgestellt seien. Dementsprechend günstig seien Qualitätstitel aus Afrika bewertet.

Aus Anlegersicht habe der afrikanische Kontinent den großen Pluspunkt, dass er Zugang zu zwei zentralen Themen biete: Rohstoffe, die an globale Zyklen geknüpft seien, und attraktiv bewertete lokale und strukturelle Wachstumstreiber, die nicht damit korrelieren würden. Unternehmen und Länder, die an Rohstoffe gebunden seien, hätten von der kräftigen Erholung der Rohstoffpreise nach dem Ausbruch von COVID-19 profitiert. Aus diesem Grund seien sie seit Mai 2020 die klaren Outperformer in Afrika gewesen. Dagegen sei die Erholung in Märkten, die gegenüber strukturellen Wachstumsthemen exponiert seien, nach der Pandemie hinter derjenigen in den rohstoffnahen Unternehmen und Ländern zurückgeblieben.

Ohne ihren Fokus auf strukturelles Wachstum aufzugeben, hätten die Experten deshalb den Anlageansatz in ihrem Fonds taktisch erweitert und ihr Engagement in Rohstoffen erhöht, um von dem stärkeren positiven Momentum zu profitieren. Heute liege ihr Exposure im Rohstoffbereich bei 50% gegenüber 28% zu Beginn der Coronakrise. Dieses Exposure würden die Experten proaktiv in Abhängigkeit vom Momentum der globalen Rohstoffpreise steuern. Ihr Rohstoff-Exposure habe zu 65% zur Einjahresperformance des Fonds beigetragen. Dabei liege ihr Rohstoff-Exposure aber weiterhin deutlich unter dem ihrer Benchmark, dem Dow Jones African Titans 50, der im April dieses Jahres 70% betragen habe.

Auf Länderebene sei Marokko ein interessanter Markt, weil sich das Land in einer guten Position befinde, um von den Veränderungen in der globalen Lieferkette zu profitieren und die Produktion näher an Europa zu bringen. Ein gutes Beispiel sei die erfolgreiche Integration des Landes in die europäische Automobilindustrie. Weil strukturelle Wachstumsthemen am wenigsten mit den globalen Zyklen korrelieren würden, würden sich mit ihnen langfristig nachhaltige und weniger volatile Renditen erzielen lassen. Darüber hinaus würden die aktuell niedrigen Bewertungen ein starkes Aufwärtspotenzial für langfristige Renditen bieten.

Ein Beispiel sei die Commercial International Bank (COMI), die nach Vermögenswerten größte Privatbank in Ägypten. Das Geldhaus habe in den letzten zehn Jahren beim Gewinn je Aktie einen jährlichen Zuwachs von im Schnitt 13% erzielt. Keine Krise habe die Fähigkeit der Bank eingeschränkt, ihre Erträge zu steigern. Der beste Beweis dafür sei, dass der Gewinn je Aktie von COMI im Jahr 2022 um 11% in USD über dem Niveau vor COVID-19 liegen dürfte. Zugleich werde die Aktie immer noch zu einem Abschlag von 45% unter dem Niveau vor COVID-19 gehandelt, was einer historisch niedrigen Bewertung entspreche.

LabelVie sei der zweitgrößte Einzelhändler in Marokko und einer der Profiteure der Formalisierung des Handelssektors, da der informelle Handel 80% des gesamten Einzelhandels in Marokko ausmache. Dies zeige das hohe Wachstumspotenzial, wenn formelle Handelskanäle Marktanteile gegenüber informellen Einzelhändlern gewinnen würden. Die Firma dürfte ihr EBITDA in den letzten fünf Jahren bis zum Ende dieses Jahres fast verdoppelt haben und sei nach wie vor gut positioniert, um eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen an der marokkanischen Börse zu bleiben.

Die beiden Unternehmen seien Paradebeispiele für eine Anlagestrategie, die ausschließlich in liquide und handelbare afrikanische Aktien investiere, die keinen Kapitalrückführungsrisiken ausgesetzt seien. Aktuell würden ausgewählte afrikanische Märkte ein herausragendes Risiko-Rendite-Profil bieten. Strukturelle Wachstumsthemen würden vor allem in Ägypten und Kenia zu niedrigen Bewertungen gehandelt und ein hohes Neubewertungspotenzial bieten. (16.06.2022/fc/a/f)





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