LBBW Nachhaltigkeit Renten R-Fonds: 06/2022-Bericht, Wertrückgang von 3,8% - Fondsanalyse


04.08.22 11:00
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Mehr als 50% des Vermögens des LBBW Nachhaltigkeit Renten R werden nach dem Grundsatz der Risikostreuung in Staatsanleihen (derzeit meist europäische), Pfandbriefen und Unternehmensanleihen (derzeit meist in EUR denominierte) angelegt, die nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgewählt werden, so die Experten von LBBW Asset Management.

Dabei könne auch in Anleihen aus den Emerging Markets investiert werden, die nach denselben Grundsätzen ausgewählt würden. Die Auswahl der Papiere erfolge durch eine strenge Nachhaltigkeitsprüfung der sozialen und ökologischen Qualität von Unternehmen und Ländern als Kombination von Ausschlusskriterien und dem Best-in-Class-Ansatz. Die Grundlage bilde derzeit die Datenbasis der ISS ESG, einem weltweit führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen.

Beispielsweise würden Firmen ausgeschlossen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes in kontroversen Branchen wie Rüstung, Atomenergie, Alkohol oder Agrar-Gentechnologien erwirtschaften würden. Des Weiteren würden Staaten/Firmen ausgeschlossen, die gegen Menschenrechte verstoßen würden, Kinderarbeit und Korruption zulassen würden sowie Staaten im Besitz von Atomwaffen, mit hohem Anteil an Atomenergie im Energiemix, hohen Rüstungsausgaben oder negativer Klimaschutzpolitik. Danach erfolge die Anlage nach der Ausstellerqualität unter Einbeziehung des Konjunktur- und Zinsumfeldes.

Im Laufe des Juni hätten die Rezessionssorgen deutlich zugenommen. Dies habe sich in fallenden Staatsanleiherenditen und deutlich zurückgehenden Preisen an den Rohstoffmärkten geäußert. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei in wenigen Tagen von knapp 2% auf unter 1,2% gesunken. Rohstoffe hätten Ende Juni größtenteils deutlich unter dem Niveau vor Kriegsbeginn notiert. Derweil hätten sich die Gewinnerwartungen für Unternehmen deutlich eingetrübt, was die Aktienmärkte unter Druck gebracht habe. Die anstehende Berichtssaison zum zweiten Quartal werde weiteren Aufschluss bringen.

Die Bremspolitik der Notenbanken, allen voran der US-Notenbank (FED), die im Juni erstmals seit 1994 eine Leitzinserhöhung um 0,75% auf 1,75% vorgenommen habe, werde das vorerst kaum beeinflussen. Rekordhohe Inflation zwinge die Notenbanken zum Gegensteuern. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe im Juni überraschend die Leitzinsen um 0,50% angehoben und die Europäische Zentralbank (EZB) werde im Juli voraussichtlich mit einer Leitzinserhöhung von 0,25% nachziehen. Unterdessen scheine sich aufgrund der abebbenden Corona-Infektionswelle in Shanghai und Peking die Lieferkettenproblematik zu entspannen und in Kombination mit der fortgesetzten politischen Unterstützung die Entwicklung in China positiv zu beeinflussen.

Der DAX habe den Monat mit einem Kursverlust von ca. -11,15% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund 8% verloren. Die US-Standardwerte hätten den Juni mit einem Kursrückgang von ca. -8,3% beendet und die US-Technologiewerte hätten rund 9% (jeweils in US-Dollar) verloren.

Der europäische Anleihemarkt habe sich im Juni dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei von rund 1,12% auf ca. 1,37% gestiegen. Der Euro habe rund 2,3% zum US-Dollar verloren und mit ca. 1,048 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im Juni erneut nachgegeben. Der Gesamtertrag im vergangenen Monat habe bei rund -3,7% gelegen. Seit Dezember sei in jedem Monat ein negativer Ertrag verzeichnet worden. Auf Jahressicht liege das Minus aktuell bei ca. -13,3%.

Die schwache Wertentwicklung im Juni sei zum einen auf ein neuerlich gestiegenes Zinsniveau zurückzuführen gewesen. Zum anderen seien gestiegene Risikoprämien ein starker Belastungsfaktor gewesen. Die Rendite des Indexes habe zum Ende des vergangenen Monats bei ca. 3,1% und damit über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre gelegen.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten sich im Juni ebenfalls stark negativ entwickelt. Der diese Werte abbildende Index ICE Bof-AML HNE0 habe im Juni einen Gesamtertrag von ca. -7,5% aufgewiesen, das schlechteste Abschneiden in diesem Jahr. Die Risikoprämien seien im Juni deutlich angestiegen und hätten den Hauptbelastungsfaktor dargestellt. Auf Jahressicht werde nunmehr ein Minus von rund -15,5% verzeichnet.

Der LBBW Nachhaltigkeit Renten habe im Monat Juni aufgrund eines erneuten, deutlichen Zinsanstiegs bis Mitte des Monats einen nochmaligen Kursrückgang verzeichnet, sich aber in der zweiten Monatshälfte von den Tiefs lösen können.

Die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer habe bei rund 6,1 Jahren gelegen. Die Rendite des Mandats habe sich durch den Zinsanstieg deutlich erhöht und liege nun bei rund 3,5%. Den Schwerpunkt hätten Anlagen im sieben- bis zehnjährigen Laufzeitenband gebildet, knapp gefolgt vom fünf- bis siebenjährigen Laufzeitenband. Der Bestand an Unternehmensanleihen habe den größten Anteil am Fondsvermögen gehabt, gefolgt von staatsnahen Anleihen und Staatsanleihen.

Bei der Selektion der Anleihen werde aus dem zulässigen, nachhaltigen Anlageuniversum weiterhin verstärkt der Fokus auf den Kauf von grünen, sozialen oder nachhaltig ausgerichteten Emissionen gerichtet. (Stand vom 30.06.2022) (04.08.2022/fc/a/f)






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48,43 € 48,30 € 0,13 € +0,27% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
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